Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Baukosten im Limburger Bistum versechsfacht

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sagt Termin für Buchvorstellung ab

Weiter in der Kritik: Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, hier bei der Segnung einer Kinder-Krabbelstube in Frankfurt/M. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Weiter in der Kritik: Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, hier bei der Segnung einer Kinder-Krabbelstube in Frankfurt/M. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Als überdimensioniert galten die Kosten für die neue Limburger Bischofsresidenz schon vor der Prüfung durch den Vermögensverwaltungsrat. Die erbrachte jetzt: Statt ursprünglich rund fünf Millionen Euro kostet der Bau 31 Millionen Euro. Die Prüfer üben scharfe Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der Bischof selbst hat für heute einen öffentlichen Termin abgesagt.

Franz-Peter Tebartz-van Elst hätte heute eigentlich in der hessischen Landeszentrale für politische Bildung Bücher über die beiden gegensätzlichen Päpste Benedikt XVI. und Franziskus vorstellen sollen. Das Bistum habe aber darum gebeten, den Termin zu verschieben, sagte eine Mitarbeiterin der Landeszentrale der Deutschen Presseagentur.

Gestern war bekannt geworden, dass die Kosten für den neuen Bischofssitz in Limburg weit höher liegen als angenommen. Die Verwalter fühlten sich von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst "hinter das Licht geführt", berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Eine entsprechende Erklärung gaben die drei Mitglieder des Gremiums am Montagnachmittag ab.

Darin betonten der ehemalige Chef der Wiesbadener Staatskanzlei und Träger des Gregorius Ordens, Jochen Riebel, der Geschäftsführer der Josefsgesellschaft, Theodor-Michael Lucas, und der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Professor Carl-Friedrich Leuschner, ihnen seien "bis zur Stunde die Gesamtkosten" nicht bekannt gewesen.

Über 25 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant

Eigentlich sollte das neue Diözesan-Zentrum fünf Millionen Euro kosten. Zuletzt war von rund zehn Millionen die Rede. Die Summe von 31 Millionen Euro habe nun die verwaltungsinterne Kostenrechnung ergeben.

Tebartz-van Elst habe, so der Vorwurf der Prüfer, gegen Statute des Bischöflichen Stuhles zu Limburg verstoßen. Weder seien Haushaltspläne für die Jahre 2012 und 2013 vorgelegt noch entsprechende Einzelprojekte genehmigt worden.

Nun würden alle Unterlagen an die von dem Bischof erbetene Sonderkommission der Deutschen Bischofskonferenz weitergeleitet. Sie soll die verschiedenen Einzelprojekte der gesamten Baumaßnahme prüfen - hinsichtlich der Kosten und ihrer Finanzierung. Das Ergebnis soll dann dem Bischof und der Öffentlichkeit vorgelegt werden.

Information der Öffentlichkeit verhindert?

Nach Informationen der FAZ verhinderte Tebartz-van Elst, dass die Erklärung durch die Pressestelle des Bistums veröffentlicht wurde. Der Bischof sieht sich im Zusammenhang mit der Baumaßnahme schon seit geraumer Zeit dem Vorwurf der Verschwendung ausgesetzt. Nach einem Besuch des vom Papst gesandten Kardinals Giovanni Lajolo hatte er einePrüfung der Baukosten zugesagt. Zunächst hatten die Medien diese auf bis zu 20 Millionen Euro veranschlagt - das Bistum wies das vehement zurück.

In den Schlagzeilen stand der Bischof auch, weil er mit einem Erste-Klasse-Flug nach Indien geflogen war, wo er die Slums von Bangalore besucht hatte. Tausende Gläubige hatten sich in einem Offenen Brief an den Bischof gewandt und von einer "Vertrauenskrise" gesprochen.

Mehr auf dradio.de:

Bischof im Abseits
Unterstützung für Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bröckelt

Vertrauen verspielt
Limburger Bischof spaltet Bistum (DLF)

 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:50 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:05 Uhr Kakadu

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Dein Sonntag

Aus unseren drei Programmen

InternetDer Lifestyle der Zukunft

Ein Besucher erlebt Virtual Reality beim Hewlett Packard Enterprise Experience Center of Futre Cities in Qingao, China, am 16.11.2016. (imago / Zuma Press)

Auch im Lifestylebereich wird im Internet an der Zukunft gebastelt. Die "Echtzeit" schaut auf "Instawalks" genannte Kreativspaziergänge, auf Foodfilme, die Kochbüchern Konkurrenz machen, Sex in der virtuellen Welt und auf Verbesserungen beim Online-Shopping.

SafeshortsLaufhose schlägt Alarm bei sexueller Gewalt

Sandra Seilz verkauft Sporthosen, die Frauen vor sexueller Gewalt schützen sollen. Die Safeshorts, die sie auch selbst erfunden hat, haben einige technische Tricks, die sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen verhindern sollen.

SOHN über die Rechten und "Rennen""Meine Generation will nicht hinschauen"

Sänger Christopher Taylor (SOHN / Sohn) während eines Auftrittes im Rahmen des Melt! Festival 2014 am 20.07.2014 in Ferropolis, Gräfenhainichen.  (imago / StarMedia)

Den Aufstieg der politischen Rechten könne man nicht behandeln, als ginge es um ein Facebook-Like, sagte Christopher Taylor alias SOHN im DLF. Dass eine Generation nicht hinsehen wolle, habe es in der Geschichte schon mal gegeben. Der Brexit, Trump und die Ausländerfeindlichkeit hätten ihn zu einem Song auf seinem neuen Album "Rennen inspiriert.

Sundance-Filmfestival eröffnetWeltpremiere von Helene Hegemanns "Axolotl Overkill"

Jasna Fritzi Bauer als Mifti in "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann (© 2017 Constantin Film Verleih GmbH / Lina Grün)

Das Sundance Filmfestival in Utah ist eröffnet. Am heutigen Samstag war dort "Axolotl Overkill" von Helene Hegemann als deutscher Beitrag im internationalen Wettbewerb zu sehen. Wir waren bei der Premiere.

US-AuslandssenderSorgen um die Zukunft unter Trump

Logo and satellite dishes at the headquarters of Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) in Prague, Czech Republic, July 18, 2013. (picture alliance / dpa / Martin Sterba)

Radio Free Europe gibt es seit 1950, es soll unabhängigen Journalismus für Osteuropa und darüber hinaus garantieren. Doch mit dem Amtsantritt von Donald Trump gibt es nun Zukunftssorgen beim US-Auslandsrundfunk - denn der Präsident kann dort direkt eingreifen.

Projekt TundukAbenteuer-Skifahren in Kirgistan

Eisige Kälte, Nächte im Zelt, Tage ohne Dusche oder Toilette. Wer Bock auf Skifahren und Abenteuer hat, liegt mit einer Tour nach Kirgistan genau richtig. Marco Senteler hat dafür das Projekt Tunduk gegründet und will mehr Touristen im Winter in die zentralasiatische Republik locken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Abschiebungen  Romann fordert mehr Kompetenzen für Bund | mehr

Kulturnachrichten

Dänisches Aarhus eröffnet Kulturhauptstadtjahr  | mehr

Wissensnachrichten

Navigation  Ameisen finden den Weg auch rückwärts | mehr