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Bayern demütigt Barca erneut

Deutsches Endspiel in der Champions League

Barcelona am Boden - David Villa (picture alliance / dpa / Alejandro García)
Barcelona am Boden - David Villa (picture alliance / dpa / Alejandro García)

Wachablösung im europäischen Vereinsfußball: Mit einem erneuten deutlichen Sieg von 3:0 über den FC Barcelona zieht der FC Bayern souverän ins Finale der Champions League ein. Zugleich bezeugten die Müncher damit einmal mehr den Bruch in der Ära des erfolgsverwöhnten spanischen Fußballs.

Das deutsche Traumfinale ist perfekt: Bayern München hat den FC Barcelona zum zweiten Mal innerhalb von neun Tagen gedemütigt. Der deutsche Rekordmeister feierte im Halbfinal-Rückspiel bei den Katalanen einen 3:0 (0:0)-Sieg und ließ nach der 4:0-Gala im Hinspiel zu keinem Zeitpunkt Zweifel am Endspiel-Einzug aufkommen. Damit sind die Bayern nun Borussia Dortmund ins erste rein deutsche Champions-League-Finale gefolgt. Deutschland ist nun das vierte Land, das nach Spanien, Italien und England ein landesinternes Endspiel in der europäischen Meisterliga austragen kann.

Die abermals eindrucksvolle Weltklasseleistung der Bayern belohnte Arjen Robben mit dem Führungstor in der 48. Minute. Gerard Pique erhöhte in der 72. Minute mit einem Eigentor auf 2:0, ehe Thomas Müller in der 76. Minute den Endstand erzielte. "Wir haben ein super Spiel gemacht und überragenden Fußball gespielt. Meine Mannschaft hat es ungemein clever gemacht, die taktische Marschroute umzusetzen", sagte Bayern-Coach Jupp Heynckes.

"Wir versuchen jetzt, das alles zu genießen. Das ist Wahnsinn, was wir geleistet haben", sagte Bayerns Linksverteidiger David Alaba im ZDF. Arjen Robben meinte: "Das ist Geschichte. 4:0 zu Hause, 3:0 hier - da darf man stolz sein und es genießen. Jetzt müssen wir das Ding gewinnen."

Finale am 25. Mai in Wembley

Thomas Müller machte sein 8 Tor (picture alliance / dpa / Alberto Estevez)Thomas Müller machte sein 8 Tor (picture alliance / dpa / Alberto Estevez)In ihrem zehnten Endspiel im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb treffen die Bayern am 25. Mai im Londoner Wembleystadion auf Dortmund, das sich am Dienstag gegen Barcelonas Erzrivale Real Madrid durchgesetzt hat. Bereits am Samstag absolvieren der alte und der neue deutsche Meister in der Liga in Dortmund einen "Testlauf".

Die deutliche Überlegenheit der Bayern wie auch die gute Leistung der Dortmunder, die bis zum Halbfinal-Rückspiel keine Partie verloren geben mussten, markieren eine Wachablösung im europäischen Vereinsfußball. Nachdem die englischen und italienischen Teams sich bereits frühzeitig aus dem Wettbewerb verabschieden mussten, schaffte es bereits zum zweiten Mal hintereinander keine spanische Mannschaft ins Finale. Mit Barcelona muss sich zudem die erfolgreichste Mannschaft der letzten Jahre in Rekordhöhe geschlagen geben. Real Madrid verlor gleich drei von vier Spielen gegen Dortmund – beide standen sich auch in der Vorrunde gegenüber. Die Bayern indes ziehen zum dritten Mal in vier Jahren ins Endspiel ein.

Keine Gelbsperren

Und alle sechs Bayern-Spieler, die vor dem Barca-Spiel von einer Gelbsperre bedrohten waren, könnten dann spielen - in Barcelona kamen gestern allerdings nur vier von ihnen zum Einsatz. So hatte Bayern-Coach Jupp Heynckes Abwehrchef Dante auf die Bank gesetzt. Der Brasilianer hatte allerdings auch wegen einer Erkältung am Montag mit dem Training aussetzen müssen. "Er hat mir gesagt, er fühlt sich nicht hundertprozentig fit. Und dann bin ich rigoros, denn die Spieler, die hier auflaufen, müssen voll da sein", sagte Heynckes bei Sky.

Barca-Trainer Trainer Tito Vilanova hatte gegenüber dem Hinspiel insgesamt vier Änderungen vorgenommen. Neben den mangels Fitness auf der Bank hockenden Weltfußballer Lionel Messi rutschten der gesperrte Jordi Alba, der verletzte Sergio Busquets und Alexis Sanchez aus dem Team. Dafür spielten David Villa, Cesc Fabregas, Adriano und Alex Song.

Befürchteter Sturmlauf blieb aus

Dem befürchteten Sturmlauf sahen sich die Bayern zunächst nicht ausgesetzt. Ganz im Gegenteil: Der deutsche Meister diktierte auch diesmal das Spiel, agierte in der Defensive sehr aufmerksam und konterte mehrfach schnell und kombinationssicher. In der 13. Minute hatte Arjen Robben schon das Tor auf dem Fuß. Doch nach einem Pass von Schweinsteiger, der als klarer Chef im Ring die Barca-Stars Xavi oder Andres Iniesta erneut klar ausstach, ließ sich der Niederländer bei seinem 50-m-Sprint aufs Tor im letzten Moment noch von Pique abfangen. Barcas Abwehrchef war auch sechs Minuten später Retter in höchster Not, als er sich nach einer Hackenablage von Schweinsteiger dem einschussbereiten Lahm in den Weg warf.

Manuel Neuer musste erst in der 24. Minute das erste Mal eingreifen. Bezeichnenderweise war es ein Distanzschuss Pedros, den der Bayern-Torhüter über das Tor lenkte. Diese Chance diente Barca offenbar als Weckruf, Xavi setzte eine Direktabnahme aber deutlich zu hoch an (27.). Nach dem Wechsel war auch der letzte Barca-Schwung weg. Kein Katalane schien mehr so recht an das Weiterkommen zu glauben. Endgültig erledigt hatte sich die Hoffnung drei Minuten nach der Pause, als Robben mit seinem eigentlich altbekannten Trick - nach innen ziehen und den Ball mit links ins lange Eck zirkeln - Erfolg hatte.

Am Ende kapituliert Vilanova endgültig

Nun kapitulierte Vilanova endgültig: Statt Messi zu bringen, der sich nicht einmal warmlaufen durfte, nahm er sogar nacheinander Xavi und Iniesta vom Platz. Heynckes dagegen konnte es sich erlauben, dem überragenden Schweinsteiger ab der 67. Minute eine Verschnaufpause und damit angesichts der drohenden Gelbsperre die sichere Finalteilnahme zu gönnen. Gleiches galt in der 77. Minute nach Müllers 3:0 für Kapitän Philipp Lahm. Barca kam durch einen Kopfball von Villa an den Außenpfosten zumindest noch zu einer Chance, wurde defensiv aber eiskalt erwischt: Zunächst verlängerte Pique eine Hereingabe von Franck Ribery mit dem Schienbein ins eigene Tor, dann köpfte Müller erneut auf Flanke von Ribery sein achtes Saisontor in der Königsklasse. Neben Schweinsteiger ragten Robben und Lahm aus einer ganz starken Bayern-Elf heraus. Bei Barca erreichte kein Spieler Normalform.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

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