Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

Behinderte protestieren in Madrid

"Mit diesen Sparmaßnahmen gebt ihr uns den Rest"

Behinderte, Pfleger und Ärzte demonstrieren gegen Kürzungen im Gesundheits- und Betreuungswesen.
Behinderte, Pfleger und Ärzte demonstrieren gegen Kürzungen im Gesundheits- und Betreuungswesen. (picture alliance / dpa / Alberto Martin)

Tausende Menschen mit Behinderung haben in Spaniens Hauptstadt Madrid gegen Kürzungen im Gesundheitssektor protestiert. Die Regierung will in dem Bereich jährlich sieben Milliarden Euro einsparen. Auch Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger demonstrierten.

"Weil wir schon gegen die Krankheit kämpfen müssen, wollen wir nicht auch noch mit der Regierung ringen", sagt Eva, eine junge Rollstuhlfahrerin, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur EFE. So wie sie kamen am Sonntag Tausende Spanier aus allen Teilen des Landes nach Madrid. Die Veranstalter sprechen von 50.000 Teilnehmern. Allein 100 Reisebusse kamen aus der südlichen Region Andalusien, berichtet die Zeitung "El País".

Mit Plakaten und Spruchbändern zogen die Demonstranten durch das Viertel rings um die Plaza de Colón, begleitet von Familienangehörigen und Blindenhunden. "Wir gehen hier zum ersten Mal in der Geschichte auf die Straße, um die Politiker darauf aufmerksam zu machen, dass wir am Rande des Zusammenbruchs stehen", sagte der Präsident des Behindertenverbandes Cermi, Luis Cayo Pérez. Menschen mit Handicap und deren Angehörige dürften nicht die einzigen sein, die für die Finanzkrise büßen müssten, so Pérez.

Teilnehmer berichten von empfindlichen finanziellen Einschnitten, zum Beispiel bei ambulantem Betreuungspersonal. Eine Mutter von zwei autistischen Jungen klagt über gestrichene Zuschüsse: "Das Geld reicht nicht für grundlegendste Bedürfnisse." Sie selbst verzichte darauf, arbeiten zu gehen, um sich um ihre Söhne zu kümmern.

Nach Angaben des Verbandes leben rund vier der 47 Millionen Spanier mit einer Behinderung. Die Regierung will jährlich rund sieben Milliarden Euro im Gesundheitsbereich sparen. Das trieb heute auch Ärzte und Pflegepersonal in Madrid auf die Straße. Sie wandten sich insbesondere gegen die Privatisierung mehrerer staatlicher Krankenhäuser.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Wirtschaft und Gesellschaft

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:07 Uhr Ortszeit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

DemokratieTüröffner und Strippenzieher

Lobby Control

Korruption ist kriminell, Interessenvertretung ganz legal - und oft viel subtiler. Mehr als 5000 Lobbyisten von Firmen und Verbänden arbeiten in der Hauptstadt und knüpfen ihre Netzwerke. Streng genug kontrolliert werden sie noch nicht.

KriminalitätZahl der Verurteilungen bei Vergewaltigungen gesunken

Eine Frau geht im Licht der Straßenlaternen alleine über eine dunkle Straße 

Laut einer Studie erreichen Frauen, die eine Vergewaltigung anzeigen, damit immer seltener eine Verurteilung des Täters. Einer der Gründe ist die Arbeitsüberlastung bei Polizei und Staatsanwaltschaft.

Record Store Day "Am Tresen wird über Platten gesprochen"

Eine Schallplatte wird in einem Musikfachgeschäft in Hannover (Niedersachsen) auf einem Plattenspieler abgespielt. 

Für Musikfans, kleine Labels und Plattenläden ist der "RSD", der ursprünglich aus den USA kommt, ein Fest. Limitierte Schallplatten werden in mehr als 300 Stores verkauft und Bands spielen live. Ein richtiger "Vinyl-Feiertag".

Situation in der Ukraine"Russland schürt den Konflikt"

Gunther Krichbaum (CDU), Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag

In der Ukraine tobe mehr ein Propagandakrieg als ein Bürgerkrieg, sagte der CDU-Politiker Gunther Krichbaum im DLF. Es gebe viele widersprüchliche Nachrichten, die Lage sei bizarr, berichtete er nach einem Besuch in der Stadt Donezk. Dennoch sei für ihn klar, dass Russland die Proteste befeuert.

Präsidentschaftswahl"Das algerische Volk ist müde"

Der algerische Schriftsteller Yasmina Khadra, Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse

Die Menschen seien gelähmt von ihrer Angst vor Gewalt, sagt der Schriftsteller Yasmina Khadra über die Lage in seiner Heimat Algerien. So fehle es an Kräften, die das Regime um Präsident Abdelaziz Bouteflika verjagen könnten.

Religion und HandwerkSchwere Zeiten für Glockengießer

Unter dem "Dicken Pitter", der größten Glocke des Kölner Doms liegt am Freitag (07.01.2011) der abgefallene Klöppel. Materialermüdung war der Grund für das Abbrechen des Klöppels, Der Klöppel war am Donnerstag beim Läuten abgefallen und auf die Wartungsebene des Glockenstuhls gestürzt.

Seit Jahrhunderten begleiten Kirchenglocken unseren Alltag. Aber die Situation der Kirchen hat sich verändert. Neue Gotteshäuser werden kaum noch gebaut, immer mehr Kirchen umgewidmet. Die Folgen spüren auch die Glockengießereien.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Genfer Krisentreffen dauert an  Teilnehmer bemühen sich um "substanzielle" Erklärung | mehr

Kulturnachrichten

Israelischer Journalist  nach Reise in den Libanon inhaftiert | mehr

Wissensnachrichten

Abitur  Abitur: G8 oder G9 macht keinen Unterschied | mehr