Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Benazir Bhutto beigesetzt

El Kaida hinter Anschlag vermutet

In Lahore gingen nach der Todesnachricht  Autos in Flammmen auf. (AP)
In Lahore gingen nach der Todesnachricht Autos in Flammmen auf. (AP)

In der südpakistanischen Provinz Sindh ist die ermordete Oppositionsführerin Benazir Bhutto beigesetzt worden. Mehrere zehntausend Menschen folgten dem Sarg auf dem Weg von Bhuttos Heimatort zum Familienmausoleum.

Die pakistanische Regierung kündigte unterdessen eine offizielle Untersuchung des Attentats an. Übergangsministerpräsident Mohammedmian Soomro sagte in Islamabad, noch sei unklar, wer den Anschlag begangen habe. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte dazu, es sei wahrscheinlich, dass das Terrornetzwerk El Kaida hinter der Tat stecke. Medien hatten zuvor berichtet, die Organisation habe sich zu dem Anschlag bekannt.

Der Mordanschlag hatte landesweit Unruhen ausgelöst. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. Präsident Pervez Musharraf rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Benazir Bhutto jubelte kurz vor ihrem Tod Anhängern in Rawalpindi zu. (AP)Benazir Bhutto jubelte kurz vor ihrem Tod Anhängern zu. (AP)Die 54-jährige Butto war am Donnerstag nach einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi erschossen worden. Der Attentäter sprengte sich anschließend in die Luft und riss 20 Menschen mit in den Tod. Der Gewaltakt war weltweit verurteilt worden. Der UNO-Sicherheitsrat erklärte nach einer Sondersitzung in New York, der Anschlag sei eine Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit. Die Bundesregierung sprach von einem Schlag für den Demokratisierungsprozess.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, äußerte Besorgnis. Wenn der Norden Pakistans zum rechtsfreien Raum werde, stärke dies den Terrorismus. Zugleich betonte Arnold im Deutschlandfunk, die für den 8. Januar angesetzten Parlamentswahlen seien nicht mehr durchzuführen. Mit Bhutto habe ihre Partei die Hoffnungsträgerin verloren. (Text/ MP3-Audio)

Konfliktforscherin Lotta Mayer warnte vor einer weiteren Destabilisierung des Landes. Breite Strömungen innerhalb der Opposition würden zumindest eine Mitschuld des Regimes an den Anschlägen vermuten, erklärte das Vorstandsmitglied des Heidelberger Instituts für Konfliktforschung im Deutschlandradio Kultur. Die Folgen des Anschlags auf Bhutto seien aber noch nicht genau vorhersehbar: "Es ist nicht abzusehen, wie das Regime reagieren wird, und es ist eben auch nicht abzusehen, ob sich die Wut letztlich eher gegen das Regime oder die Islamisten richten wird." (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:50 Uhr Sport aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

PolitikerPlötzlich Populist

Wo kommen auf einmal die vielen Populisten her? In den USA hat sich Donald Trump mit seinen extremen Positionen durchgesetzt. In Frankreich bringt sich Marine Le Pen in Stellung für den Präsidentschaftswahlkampf 2017. Geert Wilders macht die Niederlande unsicher und in Ungarn hat sich der selbstbewusste Viktor Orbán festgesetzt.

Referendum in Italien"Diese Unsicherheit ist es, die Europa bewegt"

Die Flagge der Europäischen Union weht vor wolkenverhangenem Himmel. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Wenn Italien nein sagt zur Verfassungsreform, wären die Folgen für die EU nicht absehbar, sagte Florian Eder vom Onlinemagazin "Politico" im DLF. Die größte Sorge sei die Frage, wie die Märkte reagieren. Die schlimmste Furcht wäre, wenn die Eurokrise mit aller Macht zurückkäme.

Hackerangriff auf die Telekom Raus aus der digitalen Unmündigkeit

Ein Passwort wird auf einem Laptop über die Tastatur eingegeben. Die Hände auf der Tastatur tragen schwarze Stulpen. Auf dem Monitor sind die Worte "Enter Password" zu lesen. Im Hintergrund erkennt man verschwommen weitere Bildschirme.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Der Hackerangriff auf die Telekom-Router war ein Warnschuss. Er zeigt: Wir müssen uns besser wappnen gegen die Bedrohung durch Cyber-Kriminelle und Spionage. Dazu braucht es mehr digitale Bildung und mehr Haftung von Herstellern, meint Philip Banse.

Ruth Klüger über Österreich"Entsetzlich, dass es so weit gekommen ist"

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger spricht am 27.01.2016 in Berlin im Bundestag bei der Gedenkveranstaltung. (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger betrachtet den Aufstieg der Rechtspopulisten in ihrem Geburtsland Österreich mit Sorge. Auch Jahrzehnte nach ihrer Emigration sei ihr die Entwicklung dort noch wichtig, sagte sie mit Blick auf die morgige Präsidentenwahl im DLF. Für gefährlicher hält Klüger jedoch die Lage in ihrer Wahlheimat: den USA.

Carmen Maja-Antoni über Gisela May"Ich habe immer ihre Haltung bewundert"

Gisela May, Schauspielerin und berühmte Brechtinterpretin zu Gast im Studentenkeller "Zur Rosen" in Jena (dpa / picture alliance / Universität Jena )

Beim Singen auch die Geschichte eines Liedes zu erzählen - diese Lektion habe sie von Gisela May gelernt, so die Schauspielerin Carmen Maja-Antoni. May sei eine große Frauenfigur des Berliner Ensembles gewesen: "Und eine Haltung hatte sie immer".

Trump und die Deutsche BankEin juristisches Minenfeld

Hochhaus der Deutschen Bank in Frankfurt (dpa - Wolfram Steinberg )

Sechs Wochen vor dem Amtsantritt des Immobilienunternehmers Donald Trump als US-Präsident ist noch unklar, wie mögliche Interessenskonflikte vermieden werden sollen. Das ist auch für die Deutsche Bank ein Problem: Sie ist Gläubiger von Trump - dessen Regierung bald über ein milliardenschweres Bußgeld gegen das Geldinstitut entscheiden wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Cyber-Angriffe  Innenministerium plant Aufbau einer Offensivtruppe | mehr

Kulturnachrichten

Teheran-Sammlung wohl Anfang 2017 in Berlin  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr