Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Beobachter in Syrien beschreiben die Lage als "ruhig"

Zweifel an Präsident Assads Kooperationsbereitschaft

Die Proteste gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad gehen weiter. (picture alliance / dpa / Sabri Elmehedw)
Die Proteste gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad gehen weiter. (picture alliance / dpa / Sabri Elmehedw)

Seit Dienstagmorgen ist eine Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien unterwegs. Sie soll durch Vermittlung zwischen Regime und Opposition das Blutvergießen beenden. Doch die Proteste gegen Präsident Assad gehen weiter, dessen Willen zum Einlenken auch international bezweifelt wird.

Lange hatte sich die syrische Regierung gegen unabhängige Beobachter im Land gesträubt.Gestern entsandte die Arabische Liga eine Delegation. Geleitet wird sie vom sudanesischen General Mustafa Dabi. Sie soll den von Präsident Assad im November zugesagten Abzug der Militärs aus den Städten und die Freilassung der politischen Gefangenen überwachen. Außerdem ist ein Dialog zwischen Regierung und Opposition geplant.

Angst vor Täuschungsmanöver

Zwar äußerte sich General Dabi nach den ersten beiden Tagen in der Protesthochburg Homs positiv über die Kooperationsbereitschaft der syrischen Regierung. Die Lage sei "ruhig". Man habe keine "besorgniserregenden" Entdeckungen gemacht. Dennoch zweifeln sowohl Vertreter der Menschenrechtsorganisationen als auch der internationalen Staatengemeinschaft an Dabis Einschätzung. Das französische Außenministerium kritisierte, dass sich die Delegation in der Kürze der Zeit kein umfassendes Bild habe machen können. Laut Agenturmeldungen haben auch die Einwohner von Homs mit Unverständnis auf den ersten Bericht der Beobachter reagiert.

Zweifel am Erfolg der Mission


Der SPD-Politiker Gernot Erler sieht kaum Chancen auf eine Verhandlungslösung. Im Deutschlandfunk sagte er, dass Syrien schon "mehr als am Rande eines Bürgerkriegs" stehe.

Franziska Brantner, Europaparlamentarierin von Bündnis 90/Die Grünen, hofft, dass sich die Arabische Liga nicht täuschen lässt. Allerdings fürchtet auch sie "Augenwischerei", zumal der Delegationsleiter, der sudanesische General Dabi, wegen Korruptionsvorwürfen im eigenen Land nicht unumstritten ist.

Proteste gehen weiter


Am Dienstag gingen erneut Zehntausende Menschen zu friedlichen Demonstrationen gegen Präsident Assad auf die Straße.

Die deutsche Diplomatie drängt weiter auf eine Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrates, die bisher am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert ist. Auch die USA haben angekündigt, den Druck auf Präsident Assad zu erhöhen.

Linktipp


Die aktuelle Lage in der syrischen Protesthochburg Homs dokumentiert eine ARD-Reportage. Sie zeigt eine Stadt im Krieg.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Quasseltag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Zum Tod von Walter Scheel"Er war schon ein toller Bursche!"

Der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Burkhard Hirsch (r, FDP) spricht am 30.05.2015 in Berlin bei der Demonstration gegen Massenüberwachung durch Geheimdienste mit einem Teilnehmer. (dpa)

Walter Scheel sei ein hervorragender und äußerst entschlossener Politiker gewesen, sagte sein langjähriger Weggefährte Burkhard Hirsch (FDP) im DLF. Gegen alle Widerstände der Konservativen habe er gemeinsam mit Willy Brandt die Grundlagen für die deutsche Wiedervereinigung gelegt. 

Theater des Jahres"Bühnen brauchen den Wechsel"

Das Maxim Gorki Theater, aufgenommen am 29.10.2012 in Berlin. (picture-alliance / dpa / Michael Kappeler)

Das Berliner Maxim-Gorki-Theater und die Volksbühne in Berlin sind gleichberechtigt zum "Theater des Jahres" gewählt worden. Beide leisteten, jedes auf seine Art, künstlerisch "Außergewöhnliches", sagt "Theater heute"-Redakteur Franz Wille.

Schweres ErdbebenItalien wird nicht zerreißen

Ganze Dörfer sind zerstört - Retter suchen weiterhin nach Überlebenden. Bis zu 247 Menschen sind in Zentralitalien durch das Erdbeben gestorben. Manche behaupten nun, das Land könnte zerreißen. Eine gewagte These, sagt Erdbeben-Seismologe Frederik Tilmann.

Syrien"Die Türkei ist wichtig für den Kampf gegen den IS"

Sie sehen Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages. (picture-alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen, begrüßt das Engagement der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz IS in Syrien. Wenn die Türkei aber auch kurdische Stellungen unter Beschuss nehme, dann sei das zu kritisieren, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Chinesischer Dissident Liao YiwuErinnerungen an Willkür und Folter

Der Schriftsteller Liao Yiwu zu Gast im Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Der chinesische Autor und Dissident Liao Yiwu wurde international bekannt mit seiner literarischen Dokumentation "Fräulein Hallo und der Bauernkaiser". Nun ist sein erster Roman, "Die Wiedergeburt der Ameisen" erschienen - Unterdrückung ist wieder das Thema.

Tradition und BildungWarum Literatur-Klassiker uns längst fremd sind

Eine Frau mit Strohhut liest am Beckenrand eines Schwimmbeckens ein Buch. (imago / Westend61)

Lesen Sie die deutschen Klassiker, rät Michael Schikowski: Aber nur, wenn Sie sich mal so richtig fremd im eigenen Land fühlen wollen. Auf die Frage, was die Klassiker uns heute noch zu sagen haben, gibt der Literatur-Blogger eine ziemlich eindeutige Antwort: Nichts!

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Kurden ziehen sich zurück | mehr

Kulturnachrichten

Modeschöpferin Sonia Rykiel ist tot  | mehr

Wissensnachrichten

Freizeit  Malen und dichten gehen gar nicht | mehr