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Beratungen über Schuldenkrise ziehen sich hin

Entscheidung zum Euro-Rettungsschirm erst am Mittwoch

Auf sie kommt es an: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Gespräch vor dem EU-Gipfel in Brüssel. (picture alliance/ dpa/ Jesco Denzel)
Auf sie kommt es an: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Gespräch vor dem EU-Gipfel in Brüssel. (picture alliance/ dpa/ Jesco Denzel)

Wie erwartet war der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel nur der Beginn der Beratungen über die Lösung der Schuldenkrise. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zeigten sich auf einer Pressekonferenz optimistisch, bis zum nächsten Spitzentreffen am Mittwoch ein Rettungspaket präsentieren zu können.

<p>Merkel hatte bereits vor dem EU-Gipfeltreffen am Sonntag die Erwartungen an konkrete Ergebnisse gedämpft und sagte im Anschluss, es gebe noch viele technische Detailfragen zu klären. Eine Entscheidung über konkrete Maßnahmen zur Rettung des Euro und zur Lösung der Schuldenkrise soll daher erst am Mittwoch fallen - beim zweiten Teil des Gipfels. <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/23/drk_20111023_1705_1e96bb81.mp3" title="Beitrag in Ortszeit, DKultur (MP3-Audio)">Von der Pressekonferenz mit Merkel und Sarkozy berichtet Doris Simon im Deutschlandradio Kultur.</a><br /><br /></p><p><strong>Änderung der EU-Verträge im Gespräch</strong></p><p>Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs aller 27 EU-Staaten am Sonntag ging es insbesondere um die <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/23/drk_20111023_1205_1dcd6e70.mp3" title="Beitrag in Ortszeit, DKultur (MP3-Audio)">Stabilisierung der europäischen Banken und die Vorschläge der EU-Finanzminister dazu.</a> Offenbar wird auch eine Änderung der EU-Verträge in Erwägung gezogen, um die Krise dauerhaft in den Griff zu bekommen.<br /><br />Anschließend wurden die Gespräche im kleineren Kreis fortgesetzt, mit den Vertretern der 17 Länder, die den Euro eingeführt haben. Sie suchen nach Möglichkeiten, den Euro-Rettungsschirm ESFS schlagkräftiger zu machen. Auch die weitere Hilfe für Griechenland steht auf dem Programm. In Vorbereitung ist möglicherweise ein Schuldenschnitt.<br /><br /></p><p><strong>Banken bei Griechenland-Rettung in der Pflicht</strong></p><p>Inzwischen ist klar, dass Griechenland deutlich mehr Geld als bisher geplant benötigt. Das zweite Hilfspaket von 109 Milliarden Euro müsse aufgestockt werden, erklärten die EU-Finanzminister bei ihrem Treffen gestern in Brüssel. Die Auszahlung einer Tranche in Höhe von acht Milliarden Euro ist auf den Weg gebracht worden.<br /><br />Beim Treffen der Finanzminister aller 27 EU-Staaten ging es vor allem um die geforderte Rekapitalisierung der Banken. Die Finanzminister einigten sich darauf, dass die Banken sich das Kapital erst einmal selbst auf dem freien Markt beschaffen sollen. Sie sollen sich in den kommenden Monaten rund 100 Milliarden Euro zurücklegen, damit sie mögliche Krisenszenarien überstehen können, die zum Beispiel durch einen Schuldenschnitt für Griechenland entstehen könnten. Private Gläubiger sollen daran stärker beteiligt werden und 50 bis 60 Prozent des Zahlungsausfalls tragen. Die Banken haben bereits ihren Widerstand gegen diese Pläne angekündigt.<br /><br />Bei der <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/22/drk_20111022_1705_7b5368f7.mp3 title="EU-Finanzministertreffen" &gt;Hebelung des europäischen Rettungsschirms EFSF&lt;/a&gt; soll es keine Lösungen geben, bei der die Europäische Zentralbank einbezogen wird, berichtet Volker Finthammer im Deutschlandradio Kultur. Frankreich hatte eine solche Beteiligung der EZB vorgeschlagen, Deutschland lehnt sie ab. Darüber war ein Streit zwischen beiden Ländern entbrannt, der vor dem EU-Gipfel für erhebliche Spannungen gesorgt hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Europa müsse "einen neuen Schritt machen in Richtung Föderalismus", &lt;papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70726" text="sagte Henri de Bresson, Chefredakteur des Magazins ParisBerlin" alternative_text="sagte Henri de Bresson, Chefredakteur des Magazins ParisBerlin" /&gt;, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy hätten ein "kompliziertes Verhältnis".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Mehr zum Thema auf dradio.de:&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a class="link_audio_beitrag" href="&lt;br />http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/10/23/drk_20111023_1210_1dcc374e.mp3" title="Beitrag in Ortszeit, DKultur (MP3-Audio)">Porträt des griechischen Finanzministers Evangelos Venizelos</a><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204552" text="EU-Finanzminister nehmen Banken stärker in die Pflicht" alternative_text="EU-Finanzminister nehmen Banken stärker in die Pflicht" /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204551" text="Der gespaltene Gipfel - Vor den EU-Spitzentreffen am Sonntag und Mittwoch herrscht Uneinigkeit über die Euro-Rettung" alternative_text="Der gespaltene Gipfel - Vor den EU-Spitzentreffen am Sonntag und Mittwoch herrscht Uneinigkeit über die Euro-Rettung" /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204544" text="Kommt der Zwei-Billionen-Euro-Hebel?" alternative_text="Kommt der Zwei-Billionen-Euro-Hebel?" /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204501" text="Factbox: Der Euro-Rettungsschirm" alternative_text="Factbox: Der Euro-Rettungsschirm" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

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