Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Berichte über neue Massaker in Syrien

Deutschland will sich im Konflikt militärisch zurückhalten

Ein syrischer Rebell im Dorf Sicco in der Nähe von Aleppo
Ein syrischer Rebell im Dorf Sicco in der Nähe von Aleppo (picture alliance / dpa /Stringer)

Berichte über neue Massaker und die Entführung von fast 50 iranischen Pilgern haben am Wochenende erneut ein Schlaglicht auf die wachsende Instabilität in Syrien geworfen. Derweil sprach sich Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) auch nach dem Rücktritt des Syrien-Sondergesandten Kofi Annan für militärische Zurückhaltung in dem Land aus.

"Das Scheitern der Diplomatie darf nicht automatisch zum Beginn des Militärischen führen", sagte de Maizière in einem Zeitungsinterview. Es sei "zweifellos bitter und frustrierend, auf dieses Morden schauen zu müssen, ohne direkt etwas dagegen unternehmen zu können". Deutschland müsse weiter humanitär helfen und die demokratisch gesinnten Teile der Opposition logistisch unterstützen. "Aber mehr nicht", sagte de Maizière.

Wieder Gefechte in Aleppo

Ein zerstörter syrischer Panzer in AleppoEin zerstörter syrischer Panzer in Aleppo (picture alliance / dpa / EPA)Unterdessen nehmen syrische Regierungstruppen die Millionen-Metropole Aleppo nach Angaben von Augenzeugen massiv unter Beschuss. Die Armee habe im Kampf gegen die Aufständischen Artillerie, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Die syrische "Beobachtungsstelle für Menschenrechte" mit Sitz in London berichtet, die Armee bombardiere insbesondere das Viertel Salaheddin. Zu Gefechten zwischen Rebellen und Soldaten kommt es demnach auch in anderen Stadtvierteln. Die syrische Armee hat nach eigener Darstellung die Hauptstadt Damaskus wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Ein hochrangiger Offizier sagte vor Journalisten, die Armee habe das südliche Stadtviertel Tadamun zurückerobert. Die Lage in Damaskus sei nun stabil. Es gebe keine bewaffneten Gruppen mehr in der Stadt.

47 iranische Pilger noch immer verschwunden

Der Fernsehsender Al-Arabiya hat mittlerweile ein Video veröffentlicht, das angeblich die in Syrien verschleppten iranischen Geiseln zeigt. Bewaffnete hatten am Samstag bei Damaskus 47 iranische Pilger entführt. Die Pilger waren mit dem Bus zum Flughafen unterwegs, meldete die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Iranische Staatsmedien machten die Rebellen für die Tat verantwortlich. Der Iran gilt als enger Verbündeter des Regimes von Präsident Baschar Assad.

Die mutmaßlichen Entführer erklären in dem Video, es handele sich um Iraner, unter denen sich auch Angehörige der Revolutionsgarde befänden. Das hätten Befragungen der Geiseln ergeben. Nach iranischen Angaben handelt es sich bei den Entführten um muslimische Pilger. Teheran forderte inzwischen die Türkei und Katar auf, sich für die Freilassung der Geiseln einzusetzen. Beide Länder sollen gute Verbindungen zu den syrischen Rebellen haben und diese unterstützen.

Assad bittet Russland um Geld

Der stellvertretende syrische Regierungschef Kadri Dschamil beklagt einen Mangel an Erdölprodukten. (picture alliance / dpa/Sharifulin Valery)Die westliche Sanktionen gegen Syrien zeigen anscheinend Wirkung, denn Syrien hat seinen Verbündeten Russland um Hilfe gebeten. Nach russischen Medienberichten beklagte der stellvertretende syrische Regierungschef Kadri Dschamil bei Gesprächen in Moskau vor allem einen Mangel an Erdölprodukten wie Diesel. Die syrische Delegation bat außerdem um finanzielle Zuwendungen, etwa als Kredit. Die Strafmaßnahmen der EU und der USA seien illegal, wurde Dschamil zitiert. Er erhoffe sich in den nächsten Wochen von Russland konkrete Schritte. Die Sanktionen hätten einen negativen Einfluss auf Syriens Wirtschaft. Russland gilt als einer der letzten Verbündeten des syrischen Regimes.



Mehr zum Thema:
Interview mit Ex-Staatssekretär Chrobog - Kein Nachfolger für Annans Syrienmission in Sicht
Israel blickt besorgt auf Syrien - Golan-Höhe gerät in den Fokus der Entwicklung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Klassik-Pop-et cetera

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Literarische SpurensucheRomane über die mittlere Generation Ost

Skateboard-Fahrer auf dem Berliner Alexanderplatz

Der Mauerfall ist der biografische Dreh- und Angelpunkt für die "mittlere Generation Ost". Wofür stehen Schriftsteller dieser Generation, was macht sie aus, welche Geschichten haben sie zu erzählen? Eine literarische Spurensuche.

GesichtserkennungWer lacht, zahlt

Ein Comedy-Theater in Barcelona hat Eintrittspreise abgeschafft. Stattdessen zahlen die Zuschauer pro Lacher - abgerechnet wird mit Hilfe von Gesichtserkennungssoftware.

Präsidentschaftswahl in RumänienKampf um ein Amt mit wenig Macht

Rümänische Fußgänger passieren eine Reihe Straßenlaternen, an denen Wahlplakate der Bewerber für die rumänische Präsidentschaftswahl hängen.

In Rumänien hat der Staatspräsident nur wenige Machtbefugnisse, wird am Sonntag aber direkt vom Volk gewählt. Für die Sozialdemokraten geht Premierminister Victor Ponta ins Rennen, mit dem scheidenden Amtsinhaber Basescu verbindet ihn eine herzliche Feindschaft. 

Outing von Tim CookDer Apple-Chef könnte ein Vorbild sein

Apple-Chef Tim Cook ist schwul, na und? Ist doch heutzutage kein Problem mehr. René Behr ist Vorsitzender des Bundesverbandes schwuler Führungskräfte Völklinger Kreis und Personalchef der Hugo Boss AG – und sieht das anders: Es gebe noch viel Aufklärungsbedarf.

SportstudiumHöchstleistung trotz Behinderung

Die englische Sportlerin Danielle Bradshaw sitzt auf der Tartanbahn des East Cheshire Harriers running club in Großbritannien.

Fünf Semester lang hat Marcel Wienands wie jeder andere seine Prüfungen im Sportstudium absolviert, als ihn eine rätselhafte Krankheit aus der Bahn warf. Er ließ sich trotz der daraus resultierenden Behinderung nicht irritieren und blieb bei seinem Fach. Das Sportstudium ist trotz Handicaps möglich.

Unisex-UnterwäscheFrauen lieben den Eingriff

Weite Jeans und Männerhemden - Frauen lieben den Boyfriend-Look. Das gilt jetzt auch für untendrunten: Frauen tragen da am liebsten Boxershorts - aus der Männerabteilung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Steinmeier: Russland  muss in Ukraine-Politik Taten folgen lassen | mehr

Kulturnachrichten

Forscher wollen Goethes Gesamtwerk  online stellen | mehr

Wissensnachrichten

Zensur  Facebook will helfen Internetblockaden zu umgehen | mehr