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Berlin plant 40 Militärausbilder für Mali

"Vive la France"-Rufe bei Besuch des französischen Präsidenten in Timbuktu

Militärische Hilfe für Mali: Auch Deutschland will mitmachen (picture alliance / dpa / Nic Bothma)
Militärische Hilfe für Mali: Auch Deutschland will mitmachen (picture alliance / dpa / Nic Bothma)

Die deutsche Hilfe für den Anti-Terror-Einsatz in Mali wird konkret: Neben der Luftbetankung französischer Kampfjets wird die Bundeswehr ab März voraussichtlich mit etwa 40 Soldaten die europäische Ausbildungsmission unterstützen. Frankreichs Präsident Hollande wurde derweil bei einer Visite von Einheimischen umjubelt.

Die Vertreibung islamistischer Terroristen in Mali ist vorläufig abgeschlossen. Nun geht es um "die schwierige und langwierige Aufgabe der dauerhaften Stabilisierung" des westafrikanischen Wüstenstaates, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Stärkung der Regierung und der territorialen Integrität solle "mit afrikanischen Partnern in der Schlüsselverantwortung" geschehen.

Doch auch die Europäer wollen sich einer dauerhaften Lösung des Konfliktes annehmen. Das Bundeskabinett werde am 19. Februar über die Entsendung von etwa 40 Militärausbildern nach Mali entscheiden, sagte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Die Ausbildung der malischen Soldaten könne im Rahmen eines EU-Einsatzes im März beginnen. Die Bundesregierung will für dieses erweiterte deutsche Engagement den Bundestag um ein Mandat bitten. Die Bundeswehr ist bereits mit zwei Transallmaschinen im Krisengebiet, um Soldaten zu transportieren.

Schwerpunkt der deutschen Militärhilfe soll - wie schon in den vergangenen Jahren - die Ausbildung von Pionieren sein, um die Abwehr von Minen und Sprengfallen zu verbessern. Darauf könnten es Aufständische, so die Vermutung des Militärs, nach der Vertreibung durch französische Kampftruppen absehen, insbesondere an strategisch wichtigen Brücken über den Niger-Fluss. "Wir und alle anderen in der EU sind der Auffassung", sagte de Maizière in München, "das kann auf Dauer keine französische, auch keine EU-Aufgabe sein, sondern das muss zunächst der Afrikaner und dann der malischen Sicherheitskräfte selbst sein".

Tänze und Trommeln in Timbuktu

Frankreichs Präsident Hollande und Malis Interimspräsident Traoré (picture alliance / dpa)Frankreichs Präsident Hollande und Malis Interimspräsident Traoré (picture alliance / dpa)Frankreichs Staatschef François Hollande hat sich unterdessen erstmals selbst in Mali ein Bild von der Lage gemacht, rund drei Wochen nach Beginn der Offensive "Serval". In der Oasenstadt Timbuktu feierten bis zu 3000 Menschen den Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte, die maßgeblich die 50.000-Einwohner-Stadt weitgehend von Terroristen befreit hatte. Bereits am Flughafen wurde Hollande von Tänzern und Sängern sowie mit "Vive la France"-Rufen empfangen. Frankreich war von 1883 bis 1960 Kolonialmacht in Mali. Ein Händler bezeichnete Hollande nun als "Befreier" von den islamistischen "Banditen"; sie hatten Menschen gefoltert, gesteinigt, erschossen. "Wir, die Frauen von Timbuktu, wir danken François Hollande unendlich", rief die 53-jährige Fanta Diarra, eingehüllt in eine französische Flagge.

Gemeinsam mit Malis Übergangspräsident Dioncounda Traoré besichtigte Hollande zudem eine Moschee, die zum Weltkulturerbe gehört - Terroristen hatten einige Kulturgüter zerstört, bevor sie vor dem Militär geflohen sind.

Mit seinem raschen Handeln hat Hollande international an Ansehen gewonnen. "Wir haben einen großen Dorn aus dem Fuß gezogen, aber natürlich ist noch nicht alles geregelt", räumte ein französischer Diplomat bei dem eintägigen Besuch ein. Die gut bewaffneten Islamisten haben sich in die schwer zugänglichen Gebirgsregionen im Norden Malis oder in angrenzende Staaten wie Algerien oder den Niger zurückgezogen. Obwohl die Aufgabe der Franzosen in Mali noch nicht beendet sei, würden die afrikanischen Staaten den Einsatz bald weiterführen, sagte Hollande. "Es gibt keinen Teil von Mali, der der Kontrolle der legitimen Behörden entgehen darf."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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