Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Berliner Polizei fasst zwei Terrorverdächtige

Beschuldigte sollen Bombenanschlag geplant haben

Polizisten vor einem islamischen Kulturverein in Berlin Wedding (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Polizisten vor einem islamischen Kulturverein in Berlin Wedding (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Die Berliner Polizei hat offenbar einen Anschlag verhindert. Spezialkräfte nahmen zwei mutmaßliche Terroristen fest. Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen 24-jährigen Deutschen libanesischer Herkunft und einen 28-Jährigen aus dem Gazastreifen.

Die Polizei hat offenbar eine Terrorzelle in Berlin zerschlagen und einen Bombenanschlag in der Hauptstadt verhindert. Spezialkräfte drangen am Vormittag in die Wohnungen von zwei mutmaßlichen Terroristen in Berlin Neukölln und Kreuzberg ein. Die Beschuldigten wurden in Gewahrsam genommen.

Außerdem durchsuchten Polizisten einen islamischen Kulturverein im Bezirk Wedding, in dem sich die Männer häufig aufgehalten und auch übernachtet haben sollen. Gegen den Verein als solchen werde aber nicht ermittelt, hieß es von der Polizei. Insgesamt waren 230 Beamte im Einsatz.

Der 24-jährige Deutsche libanesischer Herkunft und sein mutmaßlicher Komplize, ein 28-Jähriger aus dem Gazastreifen, sollen einen Bombenanschlag geplant haben. Die Männer werden verdächtigt, eine "schwere staatsgefährdende Gewalttat" vorbereitet zu haben.

Wie der Tagesspiegel und die Berliner Morgenpost berichten, sollen die Verdächtigen schon vor mehreren Monaten größere Mengen an Kühlelementen bestellt haben. In Verbindung mit einer bestimmten Säure eignet sich das darin enthaltene Gel zum Bau einer Bombe.

Verdächtige wurden seit Monaten überwacht

Zwei Firmen aus Berlin und Baden-Württemberg sollen das Berliner Landeskriminalamt auf die Männer aufmerksam gemacht haben. Mitarbeiter der Betriebe hatten sich über die Menge der bestellten Chemikalien gewundert. Unter dem Codenamen "Regenschauer" sollen die Verdächtigen seit Monaten rund um die Uhr von der Polizei observiert worden sein.

Polizisten betreten das Wohnhaus eines der Verdächtigen im Bezirk Neukölln in Berlin (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)Polizisten betreten das Wohnhaus eines der Verdächtigen im Bezirk Neukölln in Berlin (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)"Uns standen kaum noch Kräfte des mobilen Einsatzkommandos für andere Aufgaben zur Verfügung, weil alle Kräfte für die Terrorzelle benötigt wurden", sagte einer der Ermittler dem Tagesspiegel. Auch Beamte des Staatsschutzes sind an den Ermittlungen beteiligt.

Über mögliche Anschlagsziele der Verdächtigen ist bislang nichts bekannt. Auch für einen Zusammenhang mit dem zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2011 gibt es bislang keine Hinweise, sagte ein Polizeisprecher.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sind die Festnahmen ein Beleg dafür, dass sich die Terrorgefahr in Deutschland nach wie vor auf einem hohen Niveau befindet. "Wer glaubt, dass sich zehn Jahre nach dem furchtbaren Anschlägen in den USA und nach dem Tode Osama bin Ladens die Lage normalisiert habe, ist erneut eines Besseren belehrt worden", heißt es in einer Erklärung des GdP-Vorsitzenden Bernhard Witthaut.


Mehr zum Thema bei dradio.de:

Landeskorrespondentin Dorothea Jung berichtet über dieFestnahmen in Berlin

Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen zum Thema "Berliner Polizei fasst zwei Terrorverdächtige" in unseren Nachrichten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Kontrovers

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:07 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Karl Lamers (CDU) zum Brexit"Diese Krise ist keine Katastrophe"

Der langjährige CDU-Europapolitiker Karl Lamers (imago/stock&people/Gerhard Leber)

Der frühere CDU-Außenpolitiker Karl Lamers sieht in dem Brexit-Referendum eine Chance für Europa. "Diese Krise ist keine Katastrophe, sie sollte genutzt werden, um Europa innerlich voranzubringen", sagte er im DLF - und forderte ein Europa der zwei Geschwindigkeiten.

Orthodoxe ChristenWas hat das Konzil auf Kreta gebracht?

Bischöfe mehrerer christlich-orthodoxer Kirchen feiern (19.6) in einer Kirche auf der griechischen Insel Heraklion gemeinsam eine Messe. (AFP PHOTO/COSTAS METAXAKIS)

Ist es gescheitert - oder setzt es Impulse? Das erste Panorthodoxe Konzil ist am Wochenende zu Ende gegangen. Im Vorfeld waren die Erwartungen hoch - dann stiegen mehrere orthodoxe Kirchen aus und blieben dem Konzil auf Kreta fern. Dabei ist es nicht nur für die rund 300 Millionen Christen weltweit wichtig, es ist auch ein Politikum.

Schauspieler wurde 77 Jahre altGötz George ist gestorben

Der Schauspieler Götz George bei der Verleihung "GQ Mann des Jahres 2013" in der Komischen Oper in Berlin. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Der Theater- und Filmschauspieler Götz George ist tot. Er wurde 77 Jahre alt und starb laut "Bild"-Zeitung bereits am 19. Juni. In unzähligen Rollen spielte er sich in die Herzen der Zuschauer. Seine Rolle als "Tatort"-Kommissar Schimanski machte ihn unsterblich.

Peter Altmaier"Es wird für kein Land eine Sonderbehandlung geben"

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU). (AFP/Berry)

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) hat davor gewarnt, Großbritannien bei den EU-Austrittsverhandlungen einen Bonus einzuräumen. "Wir sollten klarmachen – und das haben wir klargemacht –, dass man dieses Referendum nicht benutzen kann, um einen besseren Deal oder etwas Ähnliches zu verhandeln", sagte er im Interview der Woche des DLF.

Sahra Wagenknecht"Europa ist wesentlich unsozialer und brutaler geworden"

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht. (Imago / Metodi Popow)

Nach dem britischen Votum für einen Brexit hat die Linken-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Sahra Wagenknecht, ein sozialeres Europa angemahnt. Gerade Regionen mit einer hohen Arbeitslosigkeit hätten für den Austritt aus der EU gestimmt, sagte sie im DLF. Der Sozialstaat dürfe nicht weiter zerstört, sondern müsse wiederhergestellt werden.

Schule hinter GitternWie Lernen im Knast funktioniert

Mehrere Häftlinge der Justizvollzugsanstalt (JVA) Ravensburg stehen am 18.03.2014 an der geschlossenen Eingangstür zum Schultrakt. (picture alliance / dpa / Felix Kästle)

Die Gefangenen sitzen hier nicht nur ihre Strafe ab: Die JVA Berlin-Tegel ermöglicht es ihnen, ihren Schulabschluss nachzuholen. Viele Inhaftierte können sich hinter Gittern erstmals auf den Unterricht und auf das Lernen konzentrieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit  Johnson: Großbritannien wird weiter Zugang zum Binnenmarkt haben | mehr

Kulturnachrichten

New York warnt Touristen vor falschen Mönchen  | mehr

Wissensnachrichten

Fukushima  Radioaktiver Glasregen | mehr