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Betroffenheit über Tod von Christoph Schlingensief

Der Regisseur Christoph Schlingensief (AP)
Der Regisseur Christoph Schlingensief (AP)

Politiker wie Künstler haben betroffen auf den Tod von Regisseur Christoph Schlingensief reagiert. Kulturstaatsminister Neumann sagte, die Kulturszene habe einen ihrer vielseitigsten und innovativsten Künstler verloren.

Der frühere Intendant der Münchner Kammerspiele, Baumbauer, bezeichnete Schlingensief als "großartigen Wachrüttler". Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek erklärte, Schlingensief habe als Künstler eine neue Gattung geprägt, die sich jeder Einordnung entzogen habe.

"Es gibt jetzt leider ein paar harte Neuigkeiten, denen sofort nachgegangen werden muss!" Mit diesen Worten hatte Christoph Schlingensief nach einer neuerlichen schweren Krebsdiagnose Anfang Juli seine Produktion "S.M.A.S.H." für die RuhrTriennale abgesagt. Sie hätte ursprünglich am 21. August Premiere feiern sollen - an diesem Tag starb Schlingensief im Kreise seiner Familie.

Schlingensief sollte auch den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2011 gestalten. Im Deutschlandfunk-Interview im Mai dieses Jahres sagte Schlingensief: "Also da jetzt was Hektisches hinzuknallen und zu sagen, bloß damit es knallt, bin ich gut dabei, das ist irgendwie vorbei." "Eine grobe Idee habe ich schon": Allround-Talent Schlingensief in Venedig

Im Februar dieses Jahres erfüllte sich für Schlingensief ein Traum: Er legte den Grundstein für das von ihm erdachte Operndorf in Burkina Faso. Das Dorf solle Kunst und Leben zusammenbringen. "Und deshalb wird hier nicht das Bayreuth imitiert oder nachgebaut, das braucht Burkina beim besten Willen nicht". Schlingensief sah das Vorhaben auch als Hinterlassenschaft.

Wie kaum ein anderer deutscher Künstler hat Schlingensief unterschiedlichste Ausdrucksformen für sein Werk eingesetzt. Eberhard Spreng erinnert in "Kultur heute" an das Theaterschaffen des Regisseurs, Dieter David Scholz an seine Operninszenierungen.

"Die Distanz der Freundlichkeit"

Christoph Schlingensief habe sich durch seine sehr freundliche, ja liebenswürdige Art die Möglichkeit erworben, auch schwierige Tabuthemen wie den Nationalsozialismus aufzugreifen, sagt der Ästhetikprofessor Bazon Brock im Deutschlandradio Kultur.

"Wir gedenken dem zukünftig Verstorbenen, der vieles leisten wollte, kaum dass er schon wieder weg war." Schon im Mai 2009 auf dem Berliner Theatertreffen befasste sich Christoph Schlingensief mit seiner damals überwunden gehofften Krankheit, dem Tod. Jürgen König hat mit dem Regisseur am 1.5.2009 ein längeres Interview über den Krebs geführt.

tagesschau.de erinnert in einem umfangreichen Dossier an den Künstler.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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