Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bikerin Sabine Spitz holt Silber

DOSB-Spitze verteidigt Zielvorgaben für Olympioniken

Die deutsche Crossfahrerin Sabine Spitz erkämpft sich in London Silber auf dem Mountainbike. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Die deutsche Crossfahrerin Sabine Spitz erkämpft sich in London Silber auf dem Mountainbike. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Mountainbikerin Sabine Spitz hat ihre olympische Medaillensammlung vervollständigt. Die 40-Jährige musste lediglich Olympiasiegerin Julie Bresset aus Frankreich den Vortritt lassen und krönte mit Silber ihre Erfolgskarriere.

Im hohen Sportler-Alter von 40 Jahren und 228 Tagen schaffte es Sabine Spitz bei den Sommerspielen in London im Mountainbike-Rennen noch einmal auf das Podium und machte nach Gold in Peking und Bronze in Athen ihren Medaillensatz komplett. Den Sieg holte sich nach sechs Runden und 29,26 Kilometern auf der Hadleigh Farm in der Grafschaft Essex die Französin Julie Bresset mit einem Vorsprung von 1:02 Minuten. Bronze ging an die Amerikanerin Georgia Gould.

Unterdessen haben die Spitzenfunktionäre des Deutschen Olympischen Sportbundes die Zielvorgaben für die deutschen Olympioniken verteidigt. "Wir müssen uns allerdings eingestehen, dass wir uns vielleicht im Namen vergriffen haben", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach bei einer Pressekonferenz im Deutschen Haus in London. "Wir müssen sie vielmehr Fördervereinbarung nennen", fügte Bach hinzu, um zu verdeutlichen, dass es darum gehe, "abstrakte Potenziale zu identifizieren und allen Athleten die Möglichkeit zu geben, eine Medaille gewinnen zu können." Der Anspruch sei es nicht, fügte der DOSB-Chef hinzu, "China anzugreifen oder gar zu überholen." Mann wolle das System beibehalten und die neuen Vereinbarungen für die Spiele in Rio de Janeiro im Januar 2013 festlegen.

Zielvereinbarungen: 28 goldene Medaillen für Deutschland

Michael Jung triumphiert doppelt (picture alliance / dpa Jochen Lübke)Reiter Michael Jung triumphierte doppelt in London (picture alliance / dpa Jochen Lübke)Gestern waren die Zielvereinbarungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund und seinen Fachverbänden veröffentlich worden. Dabei kam raus: Die deutschen Sportler haben die für London gesteckten Medaillenziele klar verfehlt. 86 Medaillen hätten es werden sollen, davon insgesamt 28 goldene. Kurz vor dem Ende der Olympischen Spiele hatten die deutschen Athleten aber noch nicht einmal die Hälfte der Medaillen erreicht.

Zugleich stellte Bach den deutschen Sportlern ein herausragendes Zeugnis aus. "Sie hat einen glänzenden Auftritt hingelegt, und meine persönlichen Erwartungen sogar übertroffen", sagte er über die deutsche Mannschaft. Im härtesten Wettbewerb aller Zeiten, habe sie mehr Medaillen gewonnen als vor vier Jahren in Peking. "Das hätte ich nicht erwartet. Das ist großartig. Wir sind stolz auf die Mannschaft", erklärte der DOSB-Präsident. In China hatte das Team am Ende 41 Medaillen erringen können, darunter 16 goldene.

Vesper zufrieden mit deutschen Erfolgen in London

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper (picture alliance / dpa / Andreas Gebe)Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper (picture alliance / dpa / Andreas Gebe)"Wir liegen voll im Soll", erklärte auch DOSB-Generaldirektor Michael Vesper: "Wir wollten uns an den Ergebnissen von Peking messen lassen. Das ist uns gelungen." Hocherfreut zeigte sich der Chef de Mission außerdem über die Tatsache, dass sich die deutsche Mannschaft erstmals wieder seit Barcelona 1992 gegenüber den Sommerspielen zuvor bezüglich der Medaillenanzahl steigern konnte. Nur manche Farbe der Medaillen hätte er sich anders gewünscht, sagte Vesper mit Blick auf zehn goldene und 18 silberne Medaillen.

Bereits gestern hatte Vesper die Vereinbarungen verteidigt. "Es handelt sich hierbei um Ziele, auf die sich jeder einzelne Sportfachverband mit dem DOSB zu Beginn des olympischen Zyklus vor vier Jahren verständigt hat", betonte er. "Dies als konkrete Medaillenplanwirtschaft zu interpretieren, wäre naiv und ginge an der Sachlage vorbei. Jeder, der sich im Sport auskennt, weiß, dass sich erfahrungsgemäß nur ein Teil der zuvor identifizierten Medaillenchancen realisieren lässt."

Nur Tischtennis und Kanuslalom im Soll

Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov (picture alliance / dpa / Marius Becker)Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov gewann zweimal Bronze in London (picture alliance / dpa / Marius Becker)Den gestern veröffentlichten Unterlagen zufolge haben von den 23 in London vertretenen Sportarten bisher lediglich Tischtennis und Kanuslalom das anstrebte Ziel erreicht. Als große Verlierer kehren vor allem die Schwimmer, Fechter und Schützen nach Hause zurück. Im Fußball, Basketball und Handball hatten sich die Deutschen erst gar nicht qualifiziert. Spekuliert wurde allerdings mit einer Goldmedaille im Handball, die Schwimmer sollten acht Medaillen holen. Die Zielvorgaben waren im Herbst 2008 nach dem Ende der Olympischen Spiele in Peking getroffen worden.

Unterdessen fordern Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestages vom DOBS eine grundlegende Veränderung in der Sportförderung. "Wir stehen vor einer Zäsur in Deutschland. Ein ‚Weiter so’ darf es nicht geben. Der DOSB kann nach den Spielen nicht zur Tagesordnung übergehen", sagte der CSU-Politiker Stephan Mayer, der Mitglied des Bundestags-Sportausschusses ist. Für den sportpolitischen Sprecher der SPD, Martin Gerster, ist sogar vorstellbar, dass eine unabhängige Kommission eine umfassende Bestandsaufnahme in der Spitzenförderung übernehmen könnte, "weil dem DOSB für eine selbstkritische Analyse die Kraft fehlt, um benötigte Umstellungen vorzunehmen". Forderungen nach mehr Geld erteilte Gerster allerdings eine Absage.

Mehr zu den Olympischen Sommerspielen in London gibt es auf dem Olympia-Portal.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Terror-Risiko Smart CitysWenn nichts mehr sicher ist

Zahlreiche Menschen strömen durch eine Einkaufsstraße in Myeongdong (dpa / picture alliance / Daniel Kalker)

Terroristen können Kraftwerke hacken, Autos und Bahnen lahmlegen, Ampelanlagen und Telefonnetze manipulieren – heute schon. Zukünftig werde das Risiko digitaler Angriffe aber drastisch wachsen, schreibt Florian Rötzer in "Smart Cities im Cyberwar". 

Thomas Krüger "Diktatur-Aufarbeitung ist ein Generationen-Projekt"

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Thomas Krüger posiert lachend für ein Pressefoto. (picture-alliance / dpa / Tim Brakemeier)

Etliche ländliche Regionen in Sachsen seien unter den Einfluss des organisierten Rechtsextremismus geraten, sagt Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung. Das Bundesland habe aber bisher versäumt, durch Aufklärung und Aufarbeitung gegenzusteuern.

WeberameisenNachhaltige Schädlingsbekämpfer

Voll bio und supergünstig: Weberameisen machen Schädlingen gründlich und nachhaltig den Garaus. Viel besser als Pestizide. Die Chinesen nutzten Ameisen schon vor 1.700 Jahren  als Schädlingsbekämpfer.

Flüchtlingsdebatte"Die sollen ihre Klappe halten"

Der Theologe und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner". (imago/Müller-Stauffenberg)

Das von Bundespräsident Gauck verwendete Wort "Dunkeldeutschland" suggeriere, dass der Osten die dunkle Seite und der Westen die helle Seite Deutschlands sei, kritisierte Friedrich Schorlemmer im DLF. Auch anderen Wortbeiträgen erteilte der DDR-Bürgerrechtler eine Absage.

Frage des TagesWie wird rechte Gewalt von Youtubern kommentiert?

Videoproduzent LeFloid alias Florian Mundt (picture alliance / dpa / Britta Pedersen)

Im Fernsehen, in den Zeitungen oder im Radio wird von der rechten Gewalt in Deutschland berichtet - aber wie sieht es auf Youtube aus? Denn Youtube ist auch längst ein Massenmedium geworden, ein Massenmedium für ein junges Publikum.

KlimaschutzObamas Vermächtnis

Barack Obama arbeitet an seinem Vermächtnis als 44. Präsident der USA. Aktuell ist er in Alaska. Im nördlichsten Bundesstaat der USA sind die Auswirkungen des Klimawandels am deutlichsten zu spüren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flüchtlinge  Merkel hat "nicht die Spur Verständnis" für Fremdenfeindlichkeit | mehr

Kulturnachrichten

"Hart aber fair" zurück in der Mediathek  | mehr

Wissensnachrichten

Gesellschaft  Fremdgeh-Portal boomt trotz Hacker-Affäre | mehr