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Blockupy-Demonstranten belagern EZB

Aktionstage in Frankfurt haben begonnen

Demonstranten und Polizisten stehen sich gegenüber (picture alliance / dpa / Andreas Arnold)
Demonstranten und Polizisten stehen sich gegenüber (picture alliance / dpa / Andreas Arnold)

Mit einem dreistündigen Protest vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt hat das Blockupy-Bündnis gegen die Krisenpolitik der EU demonstriert. Zahlreiche Kapitalismusgegner versammelten sich bei strömendem Regen vor dem zentral gelegenen Gebäude in der Innenstadt.

Während Blockupy von etwa 3000 Teilnehmern sprach, zählte die Polizei 1000 bis 1400 Protestierende. Umstritten war auch, ob es tatsächlich zu einer Blockade kam. Das Blockupy-Bündnis hatte verkündet, dass das Gebäude der EZB sei "umzingelt und abgeriegelt", der Geschäftsbetrieb "erfolgreich gestört". Die Polizei dementierte die Angaben. Der Zugang zum Gebäude sei für die Mitarbeiter weiterhin möglich. Die EZB ist für die Demonstranten ein Symbol für die Krisenpolitik der EU.

"Bisher ist, mal abgesehen von einzelnen Aktionen, alles friedlich", erklärte ein Polizeisprecher. Demonstranten hatten offenbar mehrfach versucht, die Absperrungen rund um die EZB zu durchbrechen. Die Einsatzkräfte verhinderten dies. Dabei habe zum Teil Pfefferspray eingesetzt werden müssen, sagte der Sprecher. Die Sicherheitsbehörden hatten den Platz an der EZB weiträumig abgesperrt. Die Demonstranten hielten Schilder mit Aufschriften wie "EZB - Echt ätzend" hoch und machten lautstark mit Rufen und Trommeln auf sich aufmerksam. Die EZB begeht am 1. Juni den 15. Jahrestag ihrer Gründung.

Die EZB-Blockade ist Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die unter dem Motto "Widerstand im Herzen des Europäischen Krisenregimes" stehen.

Aktivisten dürfen gegen Abschiebung demonstrieren

Neben der EZB-Belagerung gab es noch weitere Aktionen. So demonstrierten mehrere Hundert Menschen am Flughafen gegen die Abschiebungspolitik Deutschlands und der Europäischen Union. Dabei müssen sie einer festgelegten Route folgen, wie der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel gestern Abend rechtskräftig entschied. Er wies Beschwerden von Stadt und Blockupy gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichts zurück. Vor der Deutschen Bank gab es Proteste gegen Nahrungsmittelspekulationen. Auf der Einkaufsstraße Zeil gab es mehrere Aktionen für faire Kleidung und faire Arbeitsbedingungen.

Bereits am Mittwoch wurde abseits der Innenstadt ein großes Camp eingerichtet, das Platz für rund 1000 Aktivisten bietet. Morgen ist eine Großdemonstration geplant, zu der die Veranstalter bis zu 20.000 Menschen erwarten. Vor einem Jahr hatten die ersten Blockupy-Tage Frankfurt tagelang in einen Ausnahmezustand versetzt.

"Blockupy" setzt sich aus den englischen Begriffen "block" (blockieren) und "occupy" (besetzen) zusammen. Rund 40 Organisationen unterstützen die Proteste, darunter die Partei Die Linke, die globalisierungskritische Organisation Attac und die Gewerkschaft ver.di.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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