Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Blut- und Tränen-Programm" soll Griechenland helfen

Euro-Finanzminister fordern Sparerfolge

Griechenlands Finanzminister Papaconstantinou (rechts, hier mit EZB-Präsident Trichet) muss sparen. (AP)
Griechenlands Finanzminister Papaconstantinou (rechts, hier mit EZB-Präsident Trichet) muss sparen. (AP)

In einer Abschlusserklärung ihres Treffens in Brüssel fordern die Finanzminister der Europäischen Union von Griechenland deutliche Anstrengungen bei der Sanierung seines Haushalts. Die Regierung müsse bis zum 16. März zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sei, das Defizit von derzeit 12,7 Prozent um vier Punkte zu senken. Griechenland ist das erste EU-Mitgliedsland, dessen Haushalt unter Kontrolle der EU steht.

Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker, forderte nach der Entscheidung zusätzliche Anstrengungen bei der Konsolidierung des Haushalts. Das Land werde unter Beweis stellen müssen, dass es in der Lage sei, sein Haushaltsdefizit in diesem Jahr um vier Prozentpunkte zu senken, sagte Juncker im Deutschlandfunk.

"Sollte Griechenland dies nicht schaffen, wird die Eurogruppe durch Mehrheitsbeschluss Griechenland zusätzliche Auflagen erteilen", erklärte Juncker weiter. Die Europäer würden die Haushaltsführung Griechenlands eng überwachen und kontrollieren.

Die Regierung in Athen wird in dem Programm zwar nicht umgehend zu einer Mehrwertsteuererhöhung gezwungen. Sollte sich aber bis Mitte März herausstellen, dass das "Blut- und Tränen-Programm", wie es in EU-Wirtschaftskreisen bereits genannt wird, nicht ausreicht, kann die Europäische Union von dem Land weitere Sparschritte fordern.

"Griechenland ist selbst zuständig für die Konsolidierung"

Der amtierende EU-Ratsvorsitzende und Ministerpräsident von Luxemburg, Jean-Claude Juncker (AP)Juncker fordert Sparerfolge Griechenlands. (AP)Über mögliche EU-Hilfen sagte Juncker: "Griechenland ist selbst zuständig für die Konsolidierung seiner öffentlichen Finanzen." In der vergangenen Woche hatten die Staats- und Regierungschefs entschieden, dass die Europäische Union dem Land vorerst keine Finanzhilfen zur Verfügung stellt.

Dagegen rechnet der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, damit, dass die EU-Staaten dem Land künftig auch finanziell helfen werden. Allerdings müsse diese mit strengen Auflagen geschehen, sagte Sinn im Deutschlandfunk.

In Griechenland kamen in den vergangenen Jahren Rekordschulden zusammen. Zuletzt lag die Neuverschuldungsrate bei 12,7 Prozent. Außerdem belasten Staatsschulden von 300 Milliarden Euro den Euro und den Zusammenhalt des Währungsgebiets.

Nach dem verordneten Sparprogramm nehmen in Griechenland die Befürchtungen zu, es könne zu Ausschreitungen kommen. Das Vertrauen in die Regierung, die Krise meistern zu können, ist gering, wie Ulrich Pick bei tagesschau.de berichtet.


Links auf dradio.de:

Kommentar: Stabile Politik für einen stabilen Euro

Hintergrund: Wahl in Krisenzeiten: Griechenland stimmt über ein neues Parlament ab

Europa heute: Feuerprobe für Griechenland

Europa heute: Griechenland - Staatsverschuldung und die Korruption im Gesundheitswesen

Europa heute: "Die Regierung ist schuld!" - Reaktionen in Griechenland auf drohenden Staatsbankrott

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:05 Uhr Gesichter Europas

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:05 Uhr Lesart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

München"Brutale und menschenverachtende Bluttat"

Eine Hand legt eine Blume auf einer Mauer neben Kerzen nieder. (dpa)

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat mit Trauer und Entsetzen auf die tödlichen Schüsse in einem Münchener Einkaufszentrum reagiert. Ein 18-jähriger Deutsch-Iraner hatte gestern neun Menschen und danach sich selbst getötet. Auch auf Bundesebene beraten nun die Sicherheitsbehörden.

Nach MünchenWie gehen wir mit unserer Angst um?

Rettungs- und Polizeifahrzuge stehen in München nahe dem Hauptbahnhof. Bei Schüssen am Olympia-Einkaufszentrum in München hat es Tote und Verletzte gegeben (picture alliance / dpa)

Nach Paris und Nizza ist die bayerische Hauptstadt von einer blutigen Tat erschüttert worden. Klaus Pokatzky diskutiert darüber mit dem Psychologen Prof. Dr. Werner Greve von der Universität Hildesheim und Gudula Geuther, Hauptstadtkorrespondentin des Deutschlandradios.

Terror-Experte Krause"Den Medien fehlte die Gelassenheit"

Sie sehen Marcus da Gloria Martins, den Pressesprecher der Polizei München, auf den viele Mikrofone gerichtet sind. (picture-alliance / dpa / Matthias Balk)

Der Terrorismus-Experte Joachim Krause sieht es kritisch, wie die Medien mit den Ereignissen von München umgegangen sind. Im DLF sprach er von einer "Hysterie" - und prangerte auch an, dass viele Nutzer die sozialen Medien missbraucht hätten, um Falschinformationen unterzubringen. Die Polizei dagegen sei gelassen geblieben.

Fantasy und SexismusSex, Gewalt und Game of Thrones

Weltweit ist "Game of Thrones" eine der beliebtesten Fernsehserien, produziert vom US-Bezahlsender HBO. Die Mittelalter-Fantasy-Geschichte basiert auf der Romanreihe "A Song of Ice and Fire" von George R.R. Martin. Doch wie werden in der Fantasy-Serie Sexualität, Gewalt und Machtverhältnisse dargestellt? Und welche Frauen- und Männerrollen können wir sehen?

MahlzeitDer "Insektenburger" ist ethisch problematisch

Speisebohnenkaefer (imago stock&people)

Bei der Suche nach der ethisch, politisch oder sonstwie korrekten Nahrung wird im Netz inzwischen häufig der Insektenburger empfohlen. Doch es gibt Bedenken: Wo bleibt da das Tierwohl? Udo Pollmer ist gespannt, wie die Motten- und Läusesaga weitergeht.

Erdogans Erzfeind Wer ist Fethullah Gülen?

Fethullah Gülen (dpa/picture-alliance)

Für den türkischen Staatspräsidenten hat der Putschversuch einen eindeutigen Urheber: Fethullah Gülen. Der islamische Prediger lebt seit vielen Jahren in den USA und gilt als Hauptfeind Erdogans. Dabei schritten beide lange Seit an Seit - bis es zum großen Zerwürfnis kam. Ein Porträt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Uhl (CSU)  Polizeieinsatz in München professionell | mehr

Kulturnachrichten

"The Sphere" zurück an Ground Zero  | mehr

Wissensnachrichten

Politiker in Deutschland  Regierungsbänke ohne Muslime | mehr