Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Blutiger Machtkampf in Kenia dauert an

Wahlkommission gesteht Unregelmäßigkeiten ein

Soldaten fahren durch Nairobi, der Haupstadt Kenias. (AP)
Soldaten fahren durch Nairobi, der Haupstadt Kenias. (AP)

Die internationale Gemeinschaft will eine weitere Eskalation der Gewalt nach der Präsidentschaftswahl in Kenia verhindern. Der Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), Ghanas Präsident John Kufuor, wurde für Mittwochabend zu Gesprächen in der Hauptstadt Nairobi erwartet. Der britische Premierminister Gordon Brown sagte der gemeinsamen Initiative von AU und Commonwealth "jede mögliche Unterstützung".

Auch Bischöfe haben in Kenia an die Menschen appelliert, auf Gewalt zu verzichten. Die 24 Mitglieder der kenianischen Bischofskonferenz verlangen in einem gemeinsamen Aufruf außerdem, dass das Ergebnis der Parlaments- und Präsidentschaftswahl auf Manipulationen überprüft wird.

Der Leiter der Wahlkommission, Samuel Kivuitu, hatte eingeräumt, von Regierungsseite unter Druck gesetzt worden zu sein. Man habe ihn wiederholt dazu aufgefordert, rasch ein Ergebnis vorzulegen und Amtsinhaber Mwai Kibaki zum Wahlsieger zu erklären. Die Europäische Union verlangte eine unabhängige Überprüfung der Stimmenauszählung. Es sei gegen wichtige Standards verstoßen worden, hieß es.

Die Regierungen in Washington und in London richteten einen Friedensappell an die rivalisierenden Kräfte. In einer gemeinsamen Erklärung verlangten US-Außenministerin Condoleezza Rice und ihr britischer Kollege David Miliband ein Ende der Gewalt.

Rund 75.000 Menschen sind nach Angaben des kenianischen Roten Kreuzes innerhalb des Landes auf der Flucht. Bei den Unruhen in dem ostafrikanischen Land wurden bislang mehr als 300 Menschen getötet.

Odinga will Demonstrationsverbot ignorieren

Der Ton zwischen Regierung und Opposition verschärfte sich am Mittwoch weiter. In einer Erklärung des Kabinetts war von Völkermord und ethnischen Säuberungen die Rede. Diese habe die Opposition detailliert geplant. Viele Opfer der Unruhen stammten vom gleichen Volk wie Kibaki. Dessen Herausforderer Raila Odinga kündigte an, sich über das Verbot einer für Donnerstag geplanten Kundgebung hinwegsetzen zu wollen.

Rolf Hofmeier, ehemaliger Direktor des Instituts für Afrika-Studien, warnte vor den Folgen eines politischen Chaos in Kenia. Das hätte "ganz dramatische Auswirkungen für große andere Teile in Afrika", sagte er im Deutschlandfunk Hofmeier hält nach den offensichtlichen Manipulationen bei der Stimmauszählung eine Neuwahl des Präsidenten für geboten. (Text/ MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Erdogans Referendum"In diesem Lande werden Menschenrechte mit Füßen getreten"

Die HDP-Abgeordnete Feleknas Uca (im Jahr 2015) (imago/ZUMA Press)

Die Türkei sei kein Rechtsstaat, sagte die Abgeordnete der kurdischen HDP, Feleknas Uca, im DLF. Weil sie auf Pressekonferenzen ihre Meinung gesagt habe, sei ihre Immunität aufgehoben worden. Dabei hätten 48 Prozent der Bevölkerung gegen das Referendum gestimmt. Uca hofft auf ein gemeinsames Vorgehen der oppositionellen Kräfte.

Renaissance des "Und was ist mit…?"Perfider Trick aus der Mottenkiste der Rhetorik

US-Präsident Donald Trump auf dem Weg ins Weiße Haus.  (picture alliance / Ron Sachs/Consolidated News Photos/Ron Sachs - Pool via CNP)

Donald Trump beherrscht ihn perfekt und auch viele Diskutanten in den sozialen Medien: Mit "Und was ist mit…?" kann man jede Debatte torpedieren und als Sieger hervorgehen. Doch die Strategie lässt sich auch entlarven.

Schlafstörungen"Ein Wunder, dass man überhaupt noch schlafen kann"

Eine Frau liegt in einem Bett und schläft. Sie liegt dabei auf dem Bauch und streckt einen Arm zur Seite aus. (imago stock&people)

80 Prozent der Arbeitnehmer schlafen schlecht, so eine neue Krankenkassen-Studie. Er gehe zwar von einer niedrigeren Zahl aus, sagt Schlafforscher Peter Clarenbach. Dass aber vor allem Arbeiter und Angestellte betroffen seien, liege an Entwicklungen in der Arbeitswelt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundeswehr  Soldat unter Terrorverdacht | mehr

Kulturnachrichten

Barberini öffnet im Mai auch am Dienstag  | mehr

 

| mehr