Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

BND-Agenten sollen Verteidigungsplan Saddams an USA übergeben haben

Zentrale des Bundesnachrichten- dienstes (AP)
Zentrale des Bundesnachrichten- dienstes (AP)

Die USA sollen einen Monat vor Beginn des Irak-Krieges Verteidigungspläne des Regimes Saddam Hussein durch die beiden BND-Mitarbeiter in Bagdad erhalten haben. Die <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="199804" text="&quot;New York Times&quot;" alternative_text="&quot;New York Times&quot;" /> meldet unter Berufung auf eine bislang geheime Studie des US-Militärs, die Agenten hätten sich eine Kopie der Planungen für die Hauptstadt Bagdad verschafft.

Einen Monat vor der US-geführten Invasion im März 2003 seien diese Dokumente an Vertreter des amerikanischen Militärgeheimdienstes weitergegeben worden. So sei die US-Armee dank deutscher Hilfe an wichtige Informationen gelangt, etwa dazu, wo die irakische Führung besonders loyale Truppen in Stellung bringen wollte.

Bundesregierung: Darstellung trifft nicht zu

Der Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, wies den Bericht der "New York Times" zurück. Die Darstellung sei falsch, sagte Wilhelm in Berlin. Die Behauptung, die beiden BND-Mitarbeiter hätten den Plan des irakischen Machthabers zur Verteidigung Bagdads beschafft und einen Monat vor Kriegsbeginn den USA übermittelt, treffe nicht zu.

Der Sprecher fügte hinzu, weder dem BND noch der Bundesregierung sei ein solcher Plan bekannt. Er wies zugleich darauf hin, dass alle Berichte der beiden BND-Agenten Gegenstand der Unterrichtung des Parlamentarischen Kontrollgremiums gewesen seien.

Stadler: Dramatische Wendung

Max Stadler (FDP), Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium zur Kontrolle der Geheimdienste (FDP)Max Stadler (FDP), (FDP)Der FDP-Innenpolitiker und stellvertretende Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Max Stadler, sagte, sollten sich die Berichte der "New York Times" bewahrheiten, wäre dies eine dramatische Wendung. Ob die FDP einen Untersuchungsausschuss fordert, werde die Fraktion dennoch wie geplant erst Anfang kommender Woche entscheiden, betonte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk. Linkspartei und Grüne haben sich bereits für einen solchen Ausschuss ausgesprochen.

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach nannte die Informationen der "New York Times" gravierend. Dies müsse Anlass für eine ausführliche Klärung im Parlamentarischen Kontrollgremium sein, sagte Bosbach der Netzeitung.

Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, bezeichnete den Regierungsbericht zu den Aktivitäten des BND als fehlerhaft. Sie forderte die FDP dazu auf, einem Untersuchungsausschuss zuzustimmen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:15 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

EU und der Westsahara-KonfliktHandel mit Afrikas letzter Kolonie Marokko

CVRIA der Europäische Gerichtshof (imago/Horst Galuschka)

Made in Marocco – mit diesem Label exportiert Marokko Produkte in die EU. In den 1970er-Jahren hat das Land die Westsahara annektiert. Ob die EU mit dem Handel eine widerrechtliche Annexion unterstützt, klärt nun der Europäische Gerichtshof.

Überwachung in DeutschlandHeiligt der Zweck die Mittel?

Polizisten von hinten. Sie tragen Helme. (Arno Burgi, dpa)

Im Februar 2011 demonstrieren rund 20.000 Menschen in Dresden gegen Neonazis. Die Polizei rechnet mit "schweren Straftaten" und besorgt sich die Mobilfunkverbindungen von Zehntausenden Bürgern per Funkzellenabfrage - eine juristisch fragwürdige Ermittlungsmethode.

Motivierend oder nervig?Die Fitness-Poser

Auf Instagram wird gestählt, gepumpt, geschwitzt. Spiegelselfies im Gym, Erfolgsmeldungen vom neuen Jogging-Rekord. Für die einen sind solche Postings Motivation pur. Für andere einfach nur nervig. Und authentisch? Schon gar nicht.

Debatte über Sexismus in der CDU"Das würde männlichen Kollegen schlichtweg nicht passieren"

Anne Wizorek spricht auf der Internetkonferenz republica am 7. Mai 2015 in Berlin (imago stock&people)

Die CDU-Politikerin Jenna Behrends ist nach eigenen Angaben vom Berliner Parteichef Frank Henkel als "große süße Maus" bezeichnet worden. Das sei kein Graubereich mehr, sondern Sexismus, sagte die Aktivistin Anne Wizorek im DLF. Sie nannte es erschreckend, dass sich die Frauen-Union nicht mit Behrends solidarisch zeige.

Erstes TV-Duell Clinton - TrumpPolitprofi trifft auf Seiteneinsteiger

Donald Trump und Hillary Clinton (AFP)

Mit rund 100 Millionen Zuschauern rechnen die Fernsehsender, wenn Hillary Clinton und Donald Trump in der Nacht zu Dienstag in ihrer ersten Fernsehdebatte gegeneinander antreten. Für die demokratische Kandidatin wie auch für ihren republikanischen Gegenspieler ist der Druck enorm.

ELEKTROAUTOSNoch liefern die Stinker die Waren

Laster und Transporter stinken unsere Städte und Autobahnen voll. Warum sind die ganzen Speditionen und Paketdienste eigentlich nicht mit Elektrofahrzeugen unterwegs?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Kolumbien  Regierung und Farc besiegeln Frieden | mehr

Kulturnachrichten

Kulturstaatsministerin will Literatur stärker fördern  | mehr

Wissensnachrichten

Tiere in der Stadt  Berlin ist eine Wildschwein-Insel | mehr