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BND half den USA doch mehr als Bundesregierung behauptet

Neuer Bericht der New York Times

Von unserem Korrespondenten Siegfried Buschschlüter

BND-Mitarbeiter sollen Einsatzpläne Saddam Husseins weitergegeben haben. (AP)
BND-Mitarbeiter sollen Einsatzpläne Saddam Husseins weitergegeben haben. (AP)

Der Bundesnachrichtendienst hat nach Informationen der New York Times den USA im Vorfeld des Irakkriegs wertvollere Hilfe geleistet als das bisher von der Bundesregierung öffentlich zugegeben wurde. Die Zeitung begründet diese Einschätzung mit einer Geheimstudie des US-Militärs, aus der hervorgeht, dass zwei BND-Agenten in Bagdad in den Besitz einer Kopie des Verteidigungsplans für die irakische Hauptstadt gelangten, und diese Kopie einen Monat vor der US-geführten Invasion des Irak von einem deutschen Nachrichtendienstler amerikanischen Befehlshabern übergeben wurde.

Dieser Plan habe den US-Militärs einen außergewöhnlichen Einblick in die Beratungen der irakischen Militärspitze gegeben, einschließlich der Einsatzpläne Saddam Husseins für seine zuverlässigsten Truppen, schreibt die Times auf der Webseite ihrer Montagsausgabe.

Die Übergabe der Kopie habe im Februar 2003 in Qatar stattgefunden. Ihr Empfänger sei ein Mitarbeiter des Geheimdienstes des US-Verteidigungsministeriums gewesen, der im Hauptquartier von General Tommy Franks beschäftigt war. Die Kopie des Verteidigungsplans hätten die deutschen Geheimdienstler von einer ihrer Quellen in Bagdad erhalten, schreibt die Times und beruft sich dabei auf die geheime Studie des US-Militärs. Die Identität der BND-Informanten sei nicht bekannt.

"Als die ersten Bomben fielen, stellten die Agenten ihre Operationen ein und begaben sich zur Französischen Botschaft", zitiert die Zeitung aus dem Geheimbericht. Mit diesen Details untermauert die Times ihre Einschätzung, wonach sich diese Darstellung der deutschen Hilfe für die USA von den öffentlichen Stellungnahmen der Bundesregierung unterscheide.

In diesem Zusammenhang erinnert die Zeitung an eine Erklärung von Bundesaußenminister Walter Steinmeier, in der er Medienberichte, wonach BND-Agenten Ziele für amerikanische Luftangriffe ausgewählt hätten, als absurd bezeichnete. In dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Bundesregierung über die BND-Affäre sei kein Hinweis auf Saddams Verteidigungsplan für Bagdad oder seine Weitergabe an das US-Militär enthalten gewesen, so die Times. Der Sprecher der Bundesregierung, Ulrich Wilhelm, habe eine Stellungnahme zur Rolle der BND-Agenten am Sonntag abgelehnt.

Laut US-Geheimstudie sollen die BND-Agenten eine Kopie des Verteidigungsplans für Bagdad "in ihrer Kommandokette nach oben weitergereicht" haben. Wen sie erreicht hat und wer in der Bundesregierung davon unterrichtet war, dass US-General Tommy Franks zu den Empfängern zählte, geht aus dem Zeitungsbericht nicht hervor.

Die Times zitiert jedoch einen namentlich nicht genannten Pentagon-Beamten mit dem Hinweis, dass Deutschland den Irakkrieg zwar lautstark kritisiert, die militärischen Vorbereitungen der USA aber nicht behindert und sogar begrenzte Kooperation angeboten habe. Deutschland sei daher in einer geheimen Liste der Staaten der "Koalition der Willigen" als nicht der Koalition angehörend, aber "kooperierend" bezeichnet worden.

Bei dem Verteidigungsplan soll es sich um eine neue Version gehandelt haben, die bei einem Strategiegespräch Saddam Husseins mit seinen Militärbefehlshabern am 18. Dezember 2002 vorgestellt wurde. Dies erfuhren die Amerikaner bei Verhören ehemaliger irakischer Offiziere und Regierungsmitglieder. Teil des Plans seien Anweisungen Saddams gewesen, mehrere Verteidigungsringe in der Nähe der Hauptstadt durch Truppen zu verstärken. Dazu gehörte auch eine "rote Linie", die von den Republikanischen Garden bis zum Schluss gehalten werden sollte.

Regierung weist neue Vorwürfe gegen BND zurück - <br> Agenten sollen Verteidigungsplan Saddams an USA übergeben haben



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:15 Uhr

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