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Bomben treffen Gaddafis Bürogebäude

Nato setzt die Luftangriffe auf Tripolis fort

Ein verwüsteter Innenraum in einem Palast, den Muammar al-Gaddafi in Tripolis genutzt hat (picture alliance / dpa)
Ein verwüsteter Innenraum in einem Palast, den Muammar al-Gaddafi in Tripolis genutzt hat (picture alliance / dpa)

Die NATO hat in der Nacht die Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt fortgesetzt. In Tripolis solle es mehrere schwere Explosionen gegeben haben. Teile der Residenz von Staatspräsident Muammar al-Gaddafi wurden getroffen.

Nach Angaben der BBC handelt es sich um den heftigsten Beschuss seit Beginn des internationalen Kampfeinsatzes gegen den libyschen Machthaber. Laut Regierungsbeamten und Augenzeugenberichten wurde ein Bürogebäude auf dem Gelände seiner Residenz völlig zerstört; auch Teile eines Konferenzraums wurden stark beschädigt.

Von dem mehrstöckigen Gebäude, in dem sich Büros und eine Bibliothek befunden haben sollen, sei lediglich noch ein rauchender Trümmerhaufen aus zerbrochenen Betonplatten, verbogenen Stahlverstrebungen und zerstörten Möbeln übrig geblieben, berichtet Linda Staude in der Ortszeit im Deutschland Radio Kultur. In einem anderen Gebäude, das Gaddafi für Empfang ausländischer Staatsgäste genutzt haben soll, explodierten Fensterscheiben und Türen.

Ob Gaddafi sich zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Gebäudekomplex aufhielt, ist unklar. Insgesamt sollen 45 Menschen bei den Angriffen verletzt worden sein, 15 von ihnen schwer. Das Programm der drei staatlichen Fernsehsender sei während des Beschusses für eine halbe Stunde unterbrochen worden, hieß es.

Misrata weiter schwer umkämpft

Rebellen dringen am 24. April 2011 in ein Haus in Misrata ein, in dem sich Pro-Gaddafi-Truppen verschanzt hatten (picture-alliance / dpa)Rebellen dringen in ein Haus in Misrata ein, in dem sich Pro-Gaddafi-Truppen verschanzt hatten. (picture-alliance / dpa)Neben der libyschen Hauptstadt sind am frühen Montagmorgen auch NATO-Angriffe auf Misrata Angriffe geflogen worden. Die Hafenstadt ist weiter schwer umkämpft. Ununterbrochen explodieren Raketen und werden Maschinengewehrsalven abgefeuert. Die Armee sei bei ihrem Rückzug aus Misrata von Rebellen angegriffen worden und habe sich zur Wehr gesetzt, sagte der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim dem Fernsehsender Al Dschasira.

Gestern sollen bei den Kämpfen mindestens 16 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt worden sein. Die Rebellen hatten in der Stadt Misrata in den vergangenen Tagen militärische Erfolge für sich verbucht. Zuvor hatte der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi angekündigt, seine Truppen aus Misrata zurückzuziehen und den Stämmen der Region den Kampf gegen die Aufständischen zu überlassen.

Stadt nur auf dem Seeweg erreichbar

Die drittgrößte libysche Stadt wird seit Wochen von den Truppen des Gaddafi-Regimes und den Rebellen hart umkämpft. Die Versorgungslage der Bevölkerung ist dramatisch. Einzige Möglichkeit die in der Stadt eingeschlossene Bevölkerung zu erreichen, ist der Seeweg. Linda Staude berichtete am Samstag, unter welchen Gefahren sich die Einwohner in den Feuerpausen mit dem Nötigsten versorgen. Viele wollen die Stadt verlassen. Zwei Schiff mit 1400 Evakuierten sind bereits gestern in Bengasi eingetroffen. Ein weiteres Schiff ist heute im Hafen von Misrata eingetroffen und bringt dringend benötigtes Trinkwasser und Medikamente.


Mehr zum Thema:
Was kommt nach Gaddafi? - Der Westen kann nicht alle Diktatoren stürzen
Interview zur Situation in Libyen: "Eine Massenflucht hat eigentlich keine Chance"


Alle Beiträge im Überblick:
Der arabische Aufstand

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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