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Bonität der USA hat nicht mehr die Bestnote

Standard & Poor's stuft Kreditwürdigkeit auf AA+ herab

Die absolute Kreditwürdigkeit der USA steht im Zweifel (picture alliance / dpa)
Die absolute Kreditwürdigkeit der USA steht im Zweifel (picture alliance / dpa)

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Vereinigten Staaten die Bestnote entzogen und bewertet ihre Kreditwürdigkeit nur noch mit AA+. Auf die Herabstufung hat die Regierung der USA mit Unverständnis reagiert und sprach von einem Rechenfehler.

Die schlechte Nachricht kam vergangene Nacht: Es gebe Risiken, dass Washington nicht die nötigen Maßnahmen ergreifen würde, um das riesige Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen, erklärte die Ratingagentur Standard & Poor's - und stufte die Kreditwürdigkeit der USA auf ein AA+ herab . Die Agenturen Fitch und Moody's bewerten die USA weiter mit der Bestnote.

US-Regierung spricht von Rechenfehler

Auf die Herabstufung der Bonität hat die US-Regierung mit Unverständnis regiert. In Washington warf ein Sprecher des Finanzministeriums der Ratingagentur Standard & Poor's vor, sich bei der Bewertung um zwei Billionen Dollar verrechnet zu haben. Der größte Gläubiger der USA, China, forderte die Regierung in Washington auf, bei den Militär- und Sozialausgaben zu kürzen. In einem Kommentar der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hieß es, wegen der großen Verbindlichkeiten habe China das Recht, auf der Sicherung seiner Dollar-Anlagen zu bestehen.

Spekulation über die Folgen für die Märkte

Die Herabstufung der US-Bonität könnte nun erneut für Unruhe auf den Finanzmärkten sorgen, nachdem sich der US-Aktienindex Dow Jones nach einem turbulenten Börsentag gestern Abend kurz vor Handelsschluss wieder stabilisiert hatte.

Die Anleger seien stark verunsichert, ob die "riesengroße" Verschuldung der Staaten noch zu lösen sei, sagte Birger Priddat, Professor für Politische Ökonomie an der Universität Witten-Herdecke, im Deutschlandfunk. Viele Börsianer könnten in dieser unübersichtlichen Lage die Risiken nicht mehr einschätzen.

Italiens Premierminister Silvio Berlusconi im Parlament in Rom (AP / Mauro Scrobogna)Italiens Premierminister Silvio Berlusconi im Parlament in Rom. (AP / Mauro Scrobogna)

Beruhigungsversuche in Europa

Grund für das Ende der Dow-Jones-Talfahrt waren unter anderem Nachrichten aus Italien: Nach einer der schwärzesten Wochen seit Langem für die italienische Börse hatte Regierungschef Silvio Berlusconi gestern Abend stärkere und schnellere Schritte gegen die Schuldenkrise angekündigt. Einige Punkte des italienischen Sparpakets sollen auf kommendes Jahr vorgezogen werden. Berlusconi schlug zudem ein vorgezogenes Sondertreffen der G7-Finanzminister mit dem Ziel eines gemeinsamen Aktionsplans vor.

Aus dem Krisentelefonat von gestern zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Spaniens Regierungschef José Luis Zapatero sind keine Details bekannt geworden. Angela Merkel ließ mitteilen: Man sei sich einig, dass das vor zwei Wochen beschlossene Euro-Krisenpaket schnell umgesetzt werden müsse. Die Politiker hatten weitere Schritte abstimmen wollen, nachdem EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Währungskommissar Olli Rehn eine erneute Ausweitung des Euro-Rettungsschirms ins Spiel gebracht hatten. Das hatte die Börsen-Achterbahn weiter angetrieben.

CDU-Europaparlamentarier Elmar Brok kritisierte die EU-Kommission im Deutschlandfunk. Brüssel habe in der vergangenen Woche die Nerven verloren und ungeschickt reagiert, sagte er. Allerdings seien auch die Märkte völlig irrational: Ausgerechnet jetzt, wo die Politik handele, reagiere der Finanzsektor negativ.

Frankreichs Finanzminister François Baroin war gestern um Gelassenheit bemüht. Der Rettungsplan sei ein exzellenter Plan, es brauche nur eine Weile, bis er greife, sagte er in einem Radiointerview. Er forderte die Märkte dazu auf, die Umsetzung abzuwarten.

Blick auf die Märkte in Ostasien

Harm Bandholz von der Bank Unicredit sagte im Deutschlandfunk: "Wir denken trotzdem nicht, dass wir in der zweiten Jahreshälfte in eine Rezession abgleiten werden." Die Situation in Deutschland hänge stärker davon ab, was in Ostasien passiere, als davon wie sich die Krise in Südeuropa weiterentwickle. Die deutschen Exporteure hätten in den vergangenen Monaten von der starken Nachfrage aus Ostasien profitiert. Doch auch diese Wachstumslokomotive verliere derzeit etwas an Fahrt.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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