Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Botschafter für deutsche Sprache und Kultur

Das Goethe-Institut feiert 60. Geburtstag

Werbung auf einem Bus in Tel Aviv für die Deutschkurse im Goethe-Institut (dpa, Goethe-Institut Tel Aviv)
Werbung auf einem Bus in Tel Aviv für die Deutschkurse im Goethe-Institut (dpa, Goethe-Institut Tel Aviv)

Das Goethe-Institut wurde 1951 gegründet, um Deutschland und seiner Sprache wieder ein besseres Ansehen in der Welt zu geben. Neben dem Engagement in Afrika und im Nahen Osten müsse Europa seinen Stellenwert behalten, betont Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Netzwerks.

In den 50er-Jahren sei es vor allem darum gegangen, nach dem Krieg wieder eine Sympathie für Deutschland zu entwickeln, sagt der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Die 60er- und 70er-Jahre seien sehr spannend gewesen, weil das Goethe-Institut es verstanden hätte, die innenpolitischen Turbulenzen und Debatten in seine Kulturpolitik im Ausland zu integrieren. Die Öffnung der Mauer habe dem Institut 1989 eine "wunderbare Aufbruchstimmung" beschert. Europa müsse trotz der weltweiten Ausrichtung allerdings seinen Stellenwert behalten, so Lehmann.

Der Kölner Musikproduzent, DJ und Autor Hans Nieswandt war für das Goethe-Institut als Kulturbotschafter schon in Brasilien, Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten. Aufgefallen ist ihm dabei, "was für ein positives Bild von Deutschland vielerorts herrscht".

Wofür steht Deutschland? Mit dieser und anderen Fragen startete das Goethe-Institut das Projekt "Deutschland-Liste", eine europaweite Online-Umfrage. Deutschlandradio Kultur veröffentlichte die Ergebnisse.

Auf charmante Weise vermittelt das Goethe-Institut die hiesige Kultur nicht autoritär, sondern kooperativ, meint Jürgen König in seinem Beitrag für Deutschlandradio Kultur. Daneben sei es längst ein Akteur deutscher Bildungspolitik geworden. Zu seinem Jubiläum stünde es glänzend da.

Dass die Vermittlung von Sprache und Kultur nicht immer reibungslos klappt, hat Stephan Nobbe in den 80er-Jahren im Iran des Ajatollah Khomeini erfahren müssen. Wegen diplomatischer Verstimmungen um einen lustig gemeinten Beitrag im deutschen Fernsehen zum achten Jahrestag der Islamischen Revolution musste er den Iran sogar verlassen. Nobbe war 36 Jahre lang für das Goethe-Institut in vielen Ländern vor Ort aktiv.

Auf einem Archivbild von 1976 lernen Frauen in Lomé, Hauptstadt von Togo, im Goethe-Institut. (Goethe-Institut)Auf einem Archivbild von 1976 lernen Frauen in Togo deutsch. (Goethe-Institut)

Mit Sprachkursen fing alles an

Deutschkurse für ausländische Lehrer an kleinen attraktiven Orten in Deutschland anzubieten, war zunächst die Idee. Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte man wieder ein positives Bild von Land und Leuten vermitteln. Die erste Unterrichtsstätte wurde 1953 im bayerischen Bad Reichenhall eröffnet. Heute kann man in Deutschland in 13 Städten und weltweit in 80 Ländern im Goethe-Institut die deutsche Sprache erlernen.

"In den ersten Jahren nach der Gründung des Goethe-Instituts 1951 ging es darum, durch Sympathiewerbung und Vertrauensaufbau der jungen Bundesrepublik die Rückkehr in die internationale Staatengemeinschaft zu ermöglichen", heißt es in der Pressemitteilung des Goethe-Institus zum 60. Geburtstag.

Inzwischen wurde das 150. Goethe-Institut in der Hauptstadt von Zypern eröffnet. Das Kulturzentrum liegt auf der Trennlinie zwischen dem türkischen und dem griechischen Teil Nikosias. (MP3-Audio)

Werbekampagne des Goethe-Instituts Paris für Deutschunterricht: hier werben die Deutsche Tanja und ihr französischer Freund Pierre (Goethe-Institut Paris)Werbekampagne des Goethe-Instituts Paris für Deutschunterricht 2004 (Goethe-Institut Paris)

Förderung des internationalen Kulturaustauschs

Später kam zu den Sprachkursen ein umfassender Kulturaustausch hinzu. Ob bei Christoph Schlingensiefs Operndorf Afrika oder beim Theaterprojekt "After the Fall - Europa nach 1989" - überall war das Goethe-Insitut federführend.

Vor allem der Austausch mit dem Nahen Osten soll verstärkt werden. Kürzlich zeigte das Goethe-Insitut in Berlin mit "Arab Shorts" eine Reihe von Filmen, in der sich der arabische Frühling bereits vor den historischen Umbrüchen ankündigte. Auch in Afrika ist das Goethe-Insitut präsent. Den "Aufbau von Zivilgesellschaften" nannte die Leiterin des Goethe-Instituts in der sudanesischen Hauptstadt Khartum das Ziel des kulturellen Engagements.

Beim Festakt in der Berliner Gemäldegalerie am Kulturforum wird unter anderen Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprechen. Nach dem offiziellen Teil wird der Dokumentarfilm "Planet Goethe - 60 Jahre Goethe-Institut" von Maren Niemeyer (MP3-Audio) für das breite Publikum im Freiluft-Kino vor der Gemäldegalerie gezeigt. Dort bildet im Anschluss das Open-Air-Konzert "Abend voller Glück" des jungen Berliner Musikers Jens Friebe den Abschluss.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

EU-Krise"Keine dieser Aufgaben kann ein Nationalstaat alleine bewältigen"

Der Europa-Abgeordnete Elmar Brok während einer Tagung zum Thema Europa in Tutzing (imago / Oryk Haist)

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament blickt Elmar Brok mit Sorge in die Zukunft der EU. Man habe selten vor so vielen Herausforderungen gestanden. Kein Nationalstaat könne diese Aufgaben noch alleine bewältigen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

US-Protektionismus"Ein Trend, mit dem wir uns beschäftigen müssen"

US-Präsident Donald Trump mit dem Dekret zum Ausstieg aus dem Handelsabkommen TPP (pa/dpa/AP/Vucci)

Trumps Wirtschaftspolitik wird die Globalisierung verlangsamen, prophezeit der Ökonom Michael Burda. Aber sie werde der Weltwirtschaft zunächst einen gewissen Schub verpassen. Auch für die EU könnte sich der US-Protektionismus als vorteilhaft erweisen.

Männerbewegung in der katholischer Kirche Auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit

Schulpfarrer Philippe de Maistre befürwortet Geschlechtertrennung im Unterricht und Initiationsrituale für Jungen. (Bettina Kaps)

Eine neue Männerbewegung breitet sich unter französischen Katholiken aus. Ihre These: In Gottesdiensten und in der Seelsorge würden vor allem weibliche Tugenden propagiert, Männlichkeit habe ein negatives Image. Und so gibt es immer mehr Angebote für katholische Männer, ihre Maskulinität zu entdecken.

Mögliche Verlegung der US-BotschaftStein: "Für ernsthafte Gespräche kontraproduktiv"

Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Shimon Stein. (imago/Thiel)

Shimon Stein hat eine mögliche Verlegung der US-Botschaft in Israel nach Jerusalem kritisiert. Wenn Präsident Donald Trump Frieden im Nahen Osten stiften wolle, "wird er äußerst vorsichtig sein, eine derart provokante Entscheidung zu fällen", sagte der frühere Botschafter Israels in Deutschland im DLF.

MedienkritikTalkshow-Terror mit Trump-Effekt

(picture alliance / dpa / Karlheinz Schindler)

Flüchtlinge, Islam, Terror, Integration: Mit möglichst hohem Erregungsspiegel beackern Politik-Talkshows vor allem einen Themenkomplex, kritisiert Bodo Morshäuser. So arbeiteten sie vor der Bundestagswahl an einem deutschen Trump-Effekt, warnt der Schriftsteller.

"Tunnel 28" Spektakuläre Flucht von Ost nach West

Szene aus dem Film "Tunnel 28", der die spektakuläre Tunnelflucht von Ost- nach West-Berlin im Jahr 1962 beschreibt. (picture alliance / dpa)

75 Fluchttunnel, die nach dem Mauerbau zwischen Ost- und Westberlin gegraben wurden, sind dokumentiert. Durch den "Tunnel 28" flohen heute vor 55 Jahren fast 30 Menschen aus der DDR. Noch im gleichen Jahr kam die geglückte Flucht als Spielfilm in die Kinos.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brexit-Urteil  Britisches Parlament hat Mitspracherecht beim EU-Austritt | mehr

Kulturnachrichten

Filmemacher Werner Nekes gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Kanada  Frühe Schule - müde Schüler | mehr