Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

BP schließt Bohrloch im Golf von Mexiko

Ölkonzern warnt aber vor verfrühter Euphorie: "Test hat gerade erst begonnen"

BP hat endlich eine gute Nachricht.
BP hat endlich eine gute Nachricht.

Nach knapp drei Monaten ist das Bohrloch im Golf von Mexiko geschlossen. Doch BP betont, dass abzuwarten bleibt, ob der Abdichtzylinder dem Druck des aufschießenden Öls standhalten kann.

Zum ersten Mal seit dem 20. April strömt kein Öl mehr aus dem Bohrloch im Golf von Mexiko. Dem britischen Konzern BP ist es gelungen, alle Ventile eines Auffangzylinders in der Tiefe zu schließen. Dies ist der erste wirkliche Durchbruch im Kampf gegen die Ölpest vor der amerikanischen Südküste.

"Kein Öl mehr in den Golf von Mexiko"

Allerdings warnte BP vor zu optimistischen Erwartungen. Das Leck soll vorerst nur zu Testzwecken geschlossen bleiben. Dabei soll geklärt werden, ob das Steigrohr in der Tiefe dem Druck standhält.

Die Explorationsplattform "Deep Water Horizon" geriet am 20. April in Brand und sank am 22.Die Explorationsplattform "Deep Water Horizon" geriet am 20. April in Brand und sank am 22. (US Coast Guard)"Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, dass kein Öl mehr in den Golf von Mexiko fließt", sagte BP-Vizepräsident Kent Wells bei einer Pressekonferenz (pdf-Dokument in englischer Sprache), "ich freue mich sehr. Aber wir haben gerade erst mit dem Test begonnen und ich will keine falsche Euphorie wecken. Wir müssen die richtigen Schlüsse aus dem Test ziehen."

Nun soll maximal zwei Tage lang beobachtet werden, ob das Bohrloch durch den Abdichtzylinder geschlossen werden kann. Durch die Kraft des aus der Tiefe aufschießenden Öls könnten neue Lecks in die defekte Fördervorrichtung in 1,5 Kilometer Meerestiefe gerissen werden. Wegen dieser Befürchtung war der Start der Tests bereits zwei Mal verschoben worden.

Falls der Einsatz der neuen Abdichtvorrichtung scheitert, sollen Entlastungsbohrlöcher Abhilfe schaffen, die jedoch erst im August fertig sein werden. Während der Testreihe will BP mit seismischen Messungen am Meeresboden verhindern, dass sich das Öl unter erhöhtem Druck andere Wege an die Oberfläche sucht. Der britische Konzern hofft, mit der neuen Abdichtvorrichtung endlich der seit knapp drei Monaten andauernden Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko ein Ende zu setzen.

Links zur Ölpest im Golf von Mexiko auf dradio.de und DRadio Wissen:

Interview mit Matthias Reich, Experte für Bohrtechnik an der TU Bergakademie Freiberg

Kein Ende in Sicht: Das Öl fließt und fließt

Ungestopfte Löcher und bohrende Fragen: Am Golf von Mexiko trifft die Ölpest auf die Bürokratie

Das letzte Loch: Wie die Entlastungsbohrungen das Desaster der Deepwater Horizon" zu Ende bringen sollen

Anspruch und Wirklichkeit: BP-Chef Tony Hayward bleibt Antworten schuldig

Immer tiefer, immer breiter? Reihe "Schwarzes Gold, schwarze Pest": Die Zukunft der Erdölförderung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Edward SnowdenEnde des Asyls in Russland?

Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

Der Ex-Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP),hat kein Verständnis für die jüngsten Äußerungen des Bundesjustizministers Heiko Maas (SPD), Edward Snowden solle in die USA zurückkehren.

Sanktionen gegen Russland"Deutsche Banken müssen sich keine Sorgen machen"

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken.

Die Sanktionen der EU und der USA im Finanzsektor seien durchaus spürbar in Russland, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Banken, im DLF. Sie könnten aber keine Finanzkrise auslösen.

Vor 100 Jahren"Warum haben sie Jaurès getötet?"

Soldaten der französischen Armee im Ersten Weltkrieg.

Jean Jaurès hatte immer wieder vor dem ersten Weltkrieg gewarnt - und sich damit mächtige Feinde gemacht. Heute vor 100 Jahren wurde der französische Politiker und Pazifist in Paris erschossen.

RusslandAbrechnung mit alter Heimat

Yuriy Gurzhy (l) und der Autor Wladimir Kaminer haben die Reihe Russendisko gegründet.

Handelsbeschränkungen hätten noch nie etwas zum Positiven in der Welt gewendet, kritisiert der russischstämmige Autor Wladimir Kaminer. Die Katastrophe in der Ukraine sei einer "Kette von politischen Fehlentscheidungen" Putins geschuldet.

SiemensEin Riese vor dem Umbau

Schild mit Aufschrift "Siemens" auf einem Gebäude

Siemens steht vor einem massiven Umbau. Vorstandschef Joe Kaeser will die Struktur des Industriekonzerns zerschlagen, das Unternehmen schlanker machen, das angekratzte Image aufbessern. Doch die Mitarbeiter sind verunsichert. Denn von dem Umbau sollen laut IG Metall Tausende Stellen betroffen sein.

Katharina Wagner"Kann ich nicht kommentieren"

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bei einer Pressekonferenz vor Beginn der Bayreuther Festspiele im vergangenen Jahr.

Wie fast jedes Jahr sorgen die Bayreuther Festspiele für kontroverse Diskussionen. Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, zeigt sich von der Kritik unbeeindruckt und reagiert gelassen auf persönliche Vorwürfe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ukraine  ruft eintägige Waffenruhe aus | mehr

Kulturnachrichten

Katharina Wagner:  Wer Castorf engagiert, bekommt auch Castorf | mehr

Wissensnachrichten

Tourismus  New York hat Ärger mit rüpelnden Superhelden | mehr