Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

BP will für Schäden aufkommen

Konzern übernimmt Verantwortung für Ölpest im Golf von Mexiko

Präsident Obama informiert sich bei seinem Besuch über die Lage im Golf von Mexiko (AP)
Präsident Obama informiert sich bei seinem Besuch über die Lage im Golf von Mexiko (AP)

Der Energiekonzern BP hat angekündigt, die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko zu übernehmen. Man werde alle legitimen Forderungen prüfen und die verursachten Schäden bezahlen, heißt es auf der Internetseite des Konzerns.

Zuvor hatte US-Präsident Obama seine Kritik am BP-Konzern wegen der Ölpest im Golf von Mexiko verschärft. BP sei für das Leck an der gesunkenen Bohrinsel verantwortlich, und BP werde die Rechnung für die Schäden begleichen müssen, sagte Obama bei einem Besuch in der Katastrophenregion. Zugleich sicherte er zu, alles Menschenmögliche zu unternehmen.

Der von der Ölpest betroffene US-Bundesstaat Louisiana hatte bereits vor dem Besuch bemängelt, das der Ölkonzern BP, dem die explodierte Ölplattform "Deepwater Horizon" gehört, noch immer kein Konzept für den Küstenschutz vorgelegt hat. Die Justizminister von Louisiana und vier anderen US-Küstenstaaten wollen nun über mögliche rechtliche Schritte gegen BP und andere Firmen beraten.

Der Ölteppich erstreckt sich mittlerweile über fast 10.000 Quadratkilometer. Wegen des hohen Wellengangs sind bislang alle Bemühungen, ihn einzudämmen, erfolglos geblieben.

Auch die US-Regierung selbst ist in Kritik geraten. Erst Anfang April hatte Obama dafür geworben, künftig Ölvorkommen vor den US-Küsten aggressiver anzubohren - von der Atlantikküste bis nach Alaska.

Öl fließt weiterhin unvermindert aus

Hilferuf an Obama (AP)Hilferuf an Obama (AP) Seit in der vergangenen Woche die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko gesunken ist, fließen täglich über 800.000 Liter Öl aus einem Bohrloch in 1500 Meter Tiefe ins Meer. Alle Bemühungen, das Leck mit Hilfe von Tauchrobotern zu schließen, scheiterten bislang. Auch der Versuch der US-Küstenwache, Teile des Ölteppichs in Brand zu setzen, konnte seine Ausbreitung nicht verhindern.

Detlev Schulz-Bull vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung sieht nur noch wenig Handlungsspielraum bei der Bekämpfung der Ölpest vor der US-Küste. Seine düstere Prognose: "Wenn das Öl alles an die Küste schwappt, wird es Jahre dauern, bis sich das System wieder stabilisiert und erholt hat", betonte der Meereschemiker im Deutschlandfunk.

Erste Ausläufer des Ölteppichs haben bereits am Freitag die Küste von Louisiana erreicht, die für ihre Fischgründe und Rückzugsgebiete für Vögel berühmt ist. Auch das Mississippi-Delta ist stark gefährdet. Experten erwarten Schäden in Milliardenhöhe.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Wirtschaftsexperte zum Brexit"Die Briten sind in dieser Situation schlechter gestellt"

Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft. (imago / Jürgen Heinrich)

Nach dem Brexit-Beschluss Großbritanniens müsse es jetzt darum gehen, die Interessen der Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, sagte Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft. 

US-Podcast "S-Town"Ein exzentrischer Uhrmacher im White-Trash-Amerika

Brian Reed bei Aufnahmen für seinen Podcast "S-Town". (Photo Credit: Andrea Morales)

Der Podcast "S-Town" ist die neue Produktion des Teams hinter dem US-Erfolgspodcast "Serial". Die Ansprüche der Hörserien-Fans sind deswegen groß. Können die sieben Folgen über einen angeblichen Mord in Alabama die Erwartungen erfüllen?

Axel Scheffler über den Brexit"Wütend und enttäuscht"

Der Autor Axel Scheffler posiert in Köln vor einer Lesung im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Cologne. (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Seit 35 Jahren lebt der deutsche Illustrator Axel Scheffler ("Der Grüffelo") mit seiner Familie in Großbritannien. Jetzt, da es mit dem Brexit ernst wird, fühlt er sich unsicher: Wird er bleiben können? Von seinem Gastland ist Scheffler enttäuscht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Koalitionsrunde  Einigung in mehreren Streitfragen | mehr

Kulturnachrichten

G7-Ministerkonferenz startet in Italien  | mehr

 

| mehr