Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Brüderle wird Spitzenkandidat, Rösler bleibt FDP-Chef

Die Liberalen nach der Niedersachsenwahl

Rösler: "Brüderle wird FDP-Gesicht auf Wahlplakaten." (dpa / Uli Deck)
Rösler: "Brüderle wird FDP-Gesicht auf Wahlplakaten." (dpa / Uli Deck)

FDP-Chef Philipp Rösler wird trotz seines Rücktrittsangebots Parteichef der Liberalen bleiben. Fraktionschef Rainer Brüderle soll aber Spitzenkandidat für die Bundestagswahl werden.

Während der gemeinsamen Pressekonferenz gaben sich die Rivalen als Team. FDP-Chef Philipp Rösler will zusammen mit Fraktionschef Rainer Brüderle die Liberalen in die Bundestagswahl führen. Brüderle werde als Spitzenmann das Gesicht für die Wahl im Herbst sein, sagte Rösler in Berlin. Seine eigene Aufgabe sehe er darin, das Team zusammenzubinden und die Kampagnenfähigkeit zu verbessern. Als Parteivorsitzender komme ihm dabei eine Führungsrolle zu.

Brüderle sprach von einer sinnvollen Lösung. Er betonte, dass er Rösler nicht den Parteivorsitz habe streitig machen wollen. Über diese Vorschläge soll auf einem vorgezogenen FDP-Bundesparteitag Anfang März endgültig entschieden werden. Zuvor hatte Rösler im FDP-Präsidium Brüderle überraschend den Parteivorsitz angeboten.

Kein Ende der Debatte

Nach der umstrittenen "Leihstimmen-Kampagne" und dem Verlust der Macht in Niedersachsen hatten sich die unmittelbar nach dem Wahlausgang von einigen Liberalen für gestoppt erklärten Diskussionen um Rösler fortgesetzt. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel hatte in der Zeitung "Die Welt" darauf beharrt, den Parteitag der Liberalen vorzuziehen. Zwar seien auch die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen erfreulich verlaufen, meinte er, die Situation der Bundespartei habe sich aber nicht verbessert.

Döring bemüht sich um Rückendeckung für Rösler

Unterdessen hatte FDP-Generalsekretär Patrick Döring dem Parteichef demonstrativ den Rücken gestärkt. Der Erfolg der FDP in Niedersachsen sei ein Erfolg Röslers, sagte Döring im Deutschlandradio Kultur. Auch der schleswig-holsteinische Landesparteichef Heiner Garg stellte sich hinter Rösler. Er sagte der Deuschen Presse-Agentur: "Ich würde mich an seiner Stelle nicht länger von bestimmten Persönlichkeiten aus dem Amt mobben lassen."

Auch die Opposition befeuerte die Debatte

Die Debatte um Rösler wird auch von Seiten des politischen Gegners befeuert. Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, nannte die derzeitige Situation bei den Liberalen "albern". "Da werden manche staunen in der FDP und nicht glücklich sein", wenn "Herr Rösler mit der erfolgreichen Zweitstimmen-Kampagne, die auch Herr McAllister mit angezettelt hat" im Amt bleibe, sagte Künast im Deutschlandfunk. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, meinte, ohne die Leihstimmen der CDU-Wähler (Erststimme für einen CDU-Direktkandidaten, Zweitstimme für die FDP) hätte Röslers FDP in Niedersachsen nur drei Prozent bekommen. Außerdem habe FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle vor dem Wahltag bereits "den Dolch" gegen Rösler "gezückt".

Der 39-jährige Wirtschaftsminister und Vizekanzler Rösler führt die Partei seit Mai 2011. Gestern holte die FDP bei der Niedersachsen-Wahl - auch dank vieler Leihstimmen aus der CDU - mit 9,9 Prozent ihr bestes Ergebnis seit der Bundestagswahl 2009. Schwarz-Gelb wurde dennoch abgewählt. In bundesweiten Umfragen liegt die FDP seit Monaten unter der Fünf-Prozent-Marke.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Musikforum

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:30 Uhr Studio 9 kompakt

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

TarifeinheitsgesetzFesseln für die kleinen Gewerkschaften

Mitglieder der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) demonstrieren mit Transparenten und Trillerpfeifen in Berlin vor der Zentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz (picture alliance / dpa/ Sören Stache)

Seine unheilvolle Wirkung hat das Gesetz zur Tarifeinheit schon entfaltet, bevor es überhaupt in Kraft ist. Es spaltet statt zu einen. Es verschärft Tarifkonflikte, statt sie zu befrieden, kritisiert Gerhard Schröder mit Blick auf den Streik der GDL.

Suizidprävention in GefängnissenSchutz vor dem Strick

Ein Haftraum in der Justizvollzugsanstalt Koblenz am 01.12.2011 mit Schrank, Bett, Tisch, Stuhl, Regal und Waschbecken. (dpa / picture alliance / Thomas Frey)

53 Menschen haben sich im vergangenen Jahr in deutschen Gefängnissen das Leben genommen. Dennoch gilt die Suizidprävention im deutschen Strafvollzug als erfolgreich. Ein prominenter Häftling brachte den Schutz vor Suizid jedoch wieder in den Schlagzeilen.

EU-Osteuropa-Gipfel in RigaKleinster gemeinsamer Nenner

Die Staats- und Regierungschefs beim Abschlussfoto beim EU-Gipfel in Riga (AFP  / JANEK SKARZYNSKI)

Nach harten Ringen haben sich die EU und ihre östlichen Partner am Freitag in Riga auf eine Abschlusserklärung geeinigt. Die territoriale Einheit eines jeden Landes müsse geschützt werden, heißt es darin − deutliche Kritik an der Politik Moskaus.

Irak und Syrien"IS ist in der Tat mittlerweile ein Staat"

Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt in Mainz (dpa / picture alliance / Peter Pulkowski)

Die militärisch-strategischen Erfolge des "Islamischen Staats" zeigten, dass die Strukturen der Terrormiliz funktionieren, sagte der Arabien-Experte Günter Meyer im DLF. Der IS kontrolliere inzwischen ein großes Gebiet, erhebe dort Steuern und rekrutiere Soldaten.

HSV im AbstiegskampfDie neue Nüchternheit in Hamburg

Ernst Schmidt posiert in seinem Hamburger Salon, an der Wand ein Gemälde des HSV-Vereinspräsidenten Dietmar Beiersdorfer. (Deutschlandradio / Axel Schröder)

Wenigstens einer bleibt seinem Verein treu: Friseur Ernst Schmidt ist 80 Jahre alt und hofft immer noch, dass der Hamburger SV sich vor dem Abstieg retten kann. Andere Fans sind da weniger optimistisch.

SeniorenstudiumGeistesblitze unter grauen Haaren

Studierende nehmen am 24.03.2015 in einem Hörsaal der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) am Seniorenkolleg mit dem Vortrag zum Thema "Königspfalzenland Sachsen-Anhalt" teil. Seit Jahrzehnten haben wissbegierige Menschen ab dem 50. Lebensjahr die Möglichkeit in Magdeburg derartige Angebote der Hochschule zu nutzen. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Immer mehr ältere Menschen zieht es an die Universitäten. 55.000 sind es derzeit deutschlandweit. Sie nehmen als Gasthörer an regulären Studiengängen teil oder sitzen in Seminaren speziell für ältere Semester. Obwohl die Unis ohnehin Mühe haben, alle Studenten unterzubringen, bauen sie das Angebot für Senioren aus.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Saudi-Arbien  IS bekennt sich zu Anschlag auf Moschee mit 22 Toten | mehr

Kulturnachrichten

Kunstprojekt auf Venedig-Biennale muss schließen  | mehr

Wissensnachrichten

Wiederauferstehung  Italiener plant erste Kopf-Transplantation | mehr