Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Brüssel entscheidet über Zukunft der WestLB

EU-Kommission muss gleich drei Konzepte prüfen

Die Zentrale der WestLB in Düsseldorf. (AP)
Die Zentrale der WestLB in Düsseldorf. (AP)

Die EU ist bei der Sanierung der NRW-Landesbank WestLB ab sofort mit in der Pflicht. Die von ihr eingeforderten Sanierungsvorschläge liegen vor, teuer sind alle.

Keine Rettung in letzter Minute, aber eine Last-Minute-Einigung: Das Sanierungskonzept für die WestLB musste am gestrigen Abend bis Mitternacht in Brüssel vorliegen. Gerade noch rechtzeitig reichten der Bund, das Land NRW und die Sparkassen ihre Vorschläge für die Zukunft der nordrhein-westfälischen Landesbank ein.

Der Hintergrund: Die Europäische Union verlangt von den Besitzern und Deutschland, dass diese staatliche Hilfen für die WestLB in Höhe von 3,4 Milliarden Euro ausgleichen. Dazu sind erhebliche Einschnitte bei der WestLB, die etwa 5000 Beschäftigte hat, nötig.

Wie die WestLB Ende Jahres 2011 aussehen wird, das vermag sicher niemand zu sagen. Drei Varianten liegen dazu in Brüssel auf dem Tisch:

- die Aufteilung in vier Teilbetriebe zwecks späteren Verkaufs
- die Verkleinerung der WestLB um ein Drittel
- der Umbau zu einer so genannten Kernbank oder Verbundbank der Sparkassen

Noch nicht ganz vom Tisch ist die Option eines Verkaufs der WestLB. Das würde das Land Nordrhein-Westfalen um über eine Milliarde Euro entlasten, die im Nachtragshaushalt enthalten sind. Dieser Nachtragshaushalt steht jedoch ohnehin zur Disposition: Das Landesverfassungsgericht Münster prüft ihn seit Dienstag.

Als wahrscheinlicher gilt die Umwandlung der WestLB in eine Verbundbank der Sparkassen, die für diese solche Geschäfte übernimmt, für die die Sparkassen selbst zu klein oder zu sehr regional orientiert sind. Der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, sprach sich im Deutschlandfunk für diese Lösung und damit für den Erhalt der WestLB aus.

Entscheiden muss nun aber die EU-Kommission. Aus Brüssel war heute dazu lediglich zu hören, es sei ungewöhnlich, dass den Wettbewerbshütern statt einem tragfähigem Konzept gleich drei vorgelegt würden.

Die Landesbank war während der Finanzkrise in Schieflage geraten, weil sie auf risikoreiche Papiere gesetzt hatte. Ein Komplettzusammenbruch der WestLB mit ihrer Bilanzsumme von 242 Milliarden Euro - so der Stand 2009 laut Online-Geschäftsbericht der WestLB - hätte erhebliche Folgen für das Land Nordrhein-Westfalen, die Sparkassen und Landesbanken und den Bund, abgesehen vom Imageverlust des Bankenstandortes Deutschland.

Dazu in unserem Programm:
Sanierungsvorschläge für die WestLB - Ortszeit, DKultur, 16.2. 2011

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Börsenverein des Deutschen BuchhandelsLonglist für Deutschen Buchpreis veröffentlicht

Verlagsstand auf der Frankfurter Buchmesse (dpa / picture alliance / Boris Roessler)

Die Longlist für den Deutschen Buchpreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels steht fest. 20 Titel hat die Jury ausgewählt – hier zum Nachlesen.

FrankreichSarkozy will wieder Präsident werden

Nicolas Sarkozy (picture alliance/dpa/Olivier Hoslet)

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will es noch einmal wissen: Über Vertraute aus seinem Umfeld ließ er mitteilen, dass er 2017 in den Élysée-Palast zurückkehren will. Doch er ist nicht der Einzige, der mit seiner Präsidentschaftskandidatur für Aufsehen gesorgt hat.

Aktion von Feine Sahne Fischfilet"Keine Lust, sich mit Nazis zu arrangieren"

Der Sänger Jan "Monchi" Gorkow (l.) und der Bassist Kai Irrgang von der Band Feine Sahne Fischfilet. (Imago Stock & People)

Mit Rap und Punk gegen den Rechtsruck in Mecklenburg-Vorpommern - darum geht es dem Hip-Hop-Künstler Marteria und der Band Feine Sahne Fischfilet. Im Interview verrät der Bassist Kai Irrgang Details der aktuellen Aktion gegen Nazis.

Neues Zivilschutzkonzept CDU-Politiker verteidigt mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht

Ein Bundeswehrsoldat steht am 16.11.2015 im Wartezentrum Asyl in Erding (Bayern) vor Flüchtlingen. Im Wartezentrum für Migranten in Erding übernehmen Soldaten die Erstregistrierung von neu ankommenden Menschen und helfen bei Verpflegung und Unterkunft. (picture-alliance / dpa/Armin Weigel )

Der CDU-Innenpolitiker Ansgar Heveling hat verteidigt, dass im neuen Zivilschutzkonzept auch die Möglichkeit einer Wiedereinführung der Wehrpflicht durchgespielt wird. Dies sei lediglich ein Szenario und nicht auf eine aktuelle Situation ausgerichtet, sagte er im DLF. 

Soziale Spaltung Wovon Rechtspopulisten profitieren

Farbfoto, ein alter Mann sammelt Flaschen vor einem städtischen Müllbehälter (imago/photo2000)

Im Zuge der Globalisierung fühlen sich weite Bevölkerungsschichten als Verlierer, ohne dass diese Erfahrung ernst genommen würde. Wenn man diesen Menschen zuhören würde, hätten es Rechtspopulisten schwerer, meint der Politikwissenschaftler Peter Widmann.

FrankreichDie Halsbandaffäre, die ganz Europa erregte

Undatiertes Foto zeigt das Lustschlösschen Petit Trianon im Versailler Schlosspark, das der schillernden französischen Königin Marie Antoinette als Zufluchtstätte vor dem höfischen Leben diente. (picture alliance / dpa DB / Schloss Verailles)

Der Skandal um ein Halsband und der Ärger über die Prunksucht am französischen Hof lieferte um 1780 viel Gesprächsstoff. Königin Marie Antoinette und der höchste geistliche Würdenträger waren darin verwickelt. Die Urheberin der Affäre war Madame de La Motte, die heute vor 225 Jahren starb.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Mehrere Tote durch schweres Erdbeben | mehr

Kulturnachrichten

Brandenburger Landesmuseum für zeitgenössische Kunst  | mehr

Wissensnachrichten

Netzwelt  CCC entwickelt automatischen Abmahnbeantworter | mehr