Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone schrumpft um 0,6 Prozent

Bericht von Eurostat in Luxemburg

Der Aufwärtstrend ist vorest gestoppt. (picture alliance/ dpa/ Frank Rumpenhorst)
Der Aufwärtstrend ist vorest gestoppt. (picture alliance/ dpa/ Frank Rumpenhorst)

Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone haben den Anlegern an den Aktienmärkten die Laune verdorben. Die Volkswirtschaften in Deutschland und Italien waren im vierten Quartal 2012 stärker geschrumpft als Analysten erwartet hatten.

Insgesamt ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Euro-Zone um 0,6 Prozent zurück. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Experten hatten ein Minus von 0,4 Prozent prognostiziert. Dies belastete vor allem den Euro, der rund einen US-Cent auf 1,3330 Dollar abrutschte. Der Dax fiel um ein Prozent auf 7640 Punkte.

Ökonomen weisen allerdings darauf hin, dass die Abweichung zur alten Prognose kein Anlass für Panik sei, beispielsweise Stefan Schneider, Volkswirt der Deutschen Bank: "Ein, zwei Zehntel bei Quartalsprognosen - das ist eigentlich Rauschen und sollte nicht überinterpretiert werden."

Das Transportschiff "Atlantic Osprey" trifft im Hafen von Nordenham ein (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)Wichtiger Wachstumsmotor ist weiterhin der Export. Hier ein Schiff im Hafen von Nordenham. (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)Sinkende Exporte und Investitionen hatten auch die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal mit minus 0,6 Prozent so stark schrumpfen lassen wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise nicht mehr, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

In den ersten drei Quartalen 2012 war die deutsche Wirtschaft noch gewachsen. "Ausschlaggebend für den Rückgang der Wirtschaftsleistung zum Jahresende 2012 der vergleichsweise schwache Außenhandel", heißt es in der Mitteilung des Statistischen Bundesamts. Das BIP sei im Schlussquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zurückgegangen. Der Einbruch war der stärkste seit Anfang 2009. Insgesamt bleibt die Bilanz des Jahres 2012 positiv. Die Statistiker bestätigten einen Anstieg von 0,7 Prozent.

Bessere Aussichten für 2013

Doch der Abwärtstrend wird sich nach Einschätzungen von Analysten in diesem Jahr in Deutschland nicht fortsetzen. "Im ersten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft wieder merklich wachsen", prognostizierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geht ebenfalls davon aus, dass die Konjunktur bereits im ersten Quartal 2013 wieder anzieht. "Die Industrie hat das Tief durchschritten und ist gut in das Jahr gestartet", sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Die Exporte hätten sich stabilisiert, die Auftragseingänge, auch aus dem krisengeschüttelten Euroraum, seien wieder gestiegen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte sich Anfang der Woche in seinem monatlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage ähnlich zuversichtlich gezeigt. "Die Perspektiven hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin." Dennoch reduzierte die Bundesregierung ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,0 auf 0,4 Prozent.

Mehr:

Volkswirt: Haushaltsüberschuss ist vor allem eine Folge der guten Konjunktur <br>Clemens Fuest spricht sich für eine "verlässliche Politik" aus, die die Ausgaben konstant hält
Damoklesschwert hängt über US-Wirtschaft - US-Notenbank veröffentlicht Konjunkturbericht
Widerstandsfähige Wirtschaft - Statistisches Bundesamt veröffentlicht Zahlen zur Konjunktur in Deutschland



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:05 Uhr Presseschau

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Eine Familie, drei starke MarkenDeutschlandradio-Programme ab 1. Mai mit neuen Namen

Dr. Willi Steul, Intendant von Deutschlandradio (© Deutschlandradio/B. Fürst-Fastré )

Deutschland funkt unter neuen Namen: Mit einer neuen Markenführung soll Hörern und Nutzern der drei nationalen Hörfunkprogramme zukünftig die Zuordnung und Orientierung erleichtert werden. Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova werden ab Mai die gemeinsame Marke auf allen Ausspielwegen vertreten. Im Zuge der neuen Namensgebung wurde auch der optische Auftritt angepasst.

Ausländische PflegekräfteWie gut sind Vermittlungsagenturen?

Pflegerin hält die Hand einer Seniorin. (imago / allOver-MEV)

Um eine ausländische Pflegekraft für einen Angehörigen zu finden, greifen Angehörige oft auf Vermittlungsagenturen zurück. Doch wer glaubt, damit einen verlässlichen und kompetenten Ansprechpartner an seiner Seite zu haben, der sollte vor der Unterzeichnung des Vermittlungsvertrages einiges beachten.

100. Geburtstag von I.M.Pei Der große Architekt der Kontraste

Der Louvre in Paris mit der von dem Architekten I.M.Pei konzipierten Glaspyramide. (Undatierte Aufnahme). Foto: Didier Saulnier/Maxppp (dpa / picture alliance / Maxppp Didier Saulnier)

In vielen Bauten des chinesisch-amerikanischen Architekten I.M. Pei - wie etwa der Eingangspyramide des Pariser Louvre - stecke etwas "Verzaubertes", sagt Architekturkritiker Nikolaus Bernau. Pei stehe für eine im 20. Jahrhundert seltene Kunst. Nun wird er 100 Jahre alt.

Netanjahus Absage"Mehr ein Zeichen der Schwäche als der Stärke"

Der frühere Botschafter Israels in Deutschland, Shimon Stein. (imago/Thiel)

Der frühere israelische Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, warnt davor, das abgesagte Treffen von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) überzubewerten. Netanjahus Gründe seien innenpolitisch motiviert, sagte Stein im DLF. Die Besatzungspolitik spalte die israelische Gesellschaft - Netanjahus Absage beweise das.

EuGH vs. BVerfG?Auf ein gutes Zusammenspiel der höchsten Gerichte

©PHOTOPQR/L'EST REPUBLICAIN ; INSTITUTION - COUR DE JUSTICE DE L'UNION EUROPEENNE - CJUE - CURIA - COURT OF JUSTICE OF THE EUROPEAN UNION - LOI - LOIS - LEGISLATION EUROPEENNE. Luxembourg 24 novembre 2016. La Cour de justice de l'Union européenne et les drapeaux de tous les pays membres de l'Union Européenne. PHOTO Alexandre MARCHI. 161212 Since the establishment of the Court of Justice of the European Union in 1952, its mission has been to ensure that "the law is observed" "in the interpretation and application" of the Treaties. | (picture alliance / dpa / Alexandre Marchi)

Der Europäische Gerichtshof stellt den Jahresbericht 2016 vor: Arbeitsreiche zwölf Monate, in denen über 1600 Rechtssachen erledigt wurden. Zu viele, finden Kritiker, die einen Bedeutungsverlust des nationalen Rechts fürchten. Alles halb so wild, meint der Jurist Lars S. Otto.

AUSBILDUNG DER ZUKUNFT Skills, Skills, Skills

Vielleicht seid ihr Banker oder Anwältin, vielleicht seid ihr auch Lehrer oder Grafikdesignerin oder vielleicht seid ihr auch Kfz-Mechanikerin oder Schreiner. Die Frage ist, ob das alles Berufe sind, die es so in der Zukunft noch geben wird - vor allem was die Ausbildung angeht. Ein paar kanadische Forscher glauben, dass sich das ändern wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Freihandel  USA bleiben Teil von Nafta | mehr

Kulturnachrichten

Kulturpreise für gelungene Integration  | mehr

 

| mehr