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Buchmesse in Frankfurt eröffnet

7.500 Aussteller aus 110 Ländern - Gastland in diesem Jahr ist Island

Bundesaußenminister Westerwelle und der isländische Präsident Grimsson bei der Eröffnung der Buchmesse (picture alliance / dpa - Arne Dedert)
Bundesaußenminister Westerwelle und der isländische Präsident Grimsson bei der Eröffnung der Buchmesse (picture alliance / dpa - Arne Dedert)

Bis zum kommenden Sonntag werden zur größten Bücherschau der Welt rund 1.000 Autorinnen und Autoren sowie 280.000 Besucher erwartet. Unter anderem wird es um die Frage gehen, wie die Branche mit der Herausforderung durch neue Medien und digitale Angebote umgehen wird.

Laut Messe Frankfurt werden bei der 63. Buchmesse rund 7.500 Aussteller aus 110 Ländern vertreten sein. Ausstellerzahl und vermietete Fläche würden sich auf dem Stand des Vorjahres bewegen. Zur Eröffnung am Nachmittag sprachen Bundesaußenminister Westerwelle und der isländische Präsident Grimsson, dessen Land in diesem Jahr als Gastland in Frankfurt vertreten ist.

Westerwelle forderte angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise eine Stärkung Europas und würdigte zugleich die Bedeutung von Kultur und Bildung. Sie seien "keine Nischenthemen, sondern unabdingbar für gegenseitiges Verständnis", sagte der FDP-Politiker.

Von Mittwoch bis Freitag öffnet die Frankfurter Buchmesse für die Fachbesucher. Am Wochenende ist der internationale Branchentreff für das breite Publikum zugänglich. Die Veranstalter rechnen mit rund 280.000 Besuchern. Verlage aus über 100 Ländern präsentieren ihre Produkte.


Ein Messebauer hängt auf der Buchmesse in Frankfurt am Main am Stand des Gastlandes Island ein "Island-Plakat" auf. (picture alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)Ein Plakat wirbt auf der Messe für die isländische Literatur. (picture alliance / dpa / Fredrik Von Erichsen)

"Sagenhaftes Island"

Das Gastland Island rückt unter dem Titel "Sagenhaftes Island" sowohl die alten Sagas und Eddas als auch die jungen literarischen Stimmen des Landes in den Fokus. Vorgestellt werden mehr als 200 Neuerscheinungen aus dem Inselstaat.





Der Schriftsteller Eugen Ruge wurde mit mit Deutschen Buchpreis 2011 ausgezeichnet. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)Der Schriftsteller Eugen Ruge, Träger des Deutschen Buchpreises 2011 (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Vergabe von Literaturpreisen

Im Vorfeld der Buchmesse wurde am Montagabend der Schriftsteller Eugen Ruge für seinen Debüt-Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Ruge ist 57 Jahre alt, von Hause aus eigentlich Mathematiker, und hat vor seinem Roman-Erstling bereits viel fürs Theater geschrieben..

Am Sonntag wird der algerische Schriftsteller Boualem Sansal zum Abschluss der Messe den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten.


E-Books noch ein Nischenprodukt

Ob die Buchbranche weiter steigende Umsätze verbuchen kann, bleibt abzuwarten. So war der Umsatz des gesamten Buchmarktes in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen und betrug im Jahr 2010 rund 9,7 Milliarden Euro - gegenüber 2009 war dies immer noch ein Plus von 0,4 Prozent. In diesem Jahr dagegen ist erstmals seit langem ein Minus von zwei bis drei Prozent zu erwarten, sagt Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes gibt jeder private Haushalt in Deutschland jährlich runf 400 Euro für Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und ähnliche Druckerzeugnisse aus

Anders als in den USA sind elektronische Bücher, die auf Tablet-PCs oder speziellen Lesegeräten gelesen werden, in Deutschland noch ein Nischenprodukt. Doch das könnte sich bald ändern. Der Umsatz mit E-Books könnte in fünf bis zehn Jahren auf fünf bis zehn Prozent des Gesamtumsatzes steigen, glaubt Honnefelder.

Im ersten Halbjahr 2011 lag der Anteil der E-Books am gesamten deutschen Buchmarkt laut einer GfK-Erhebung bei 0,7 Prozent. Insgesamt haben die Deutschen zwischen Januar und Juni rund 1,4 Millionen elektronische Bücher gekauft - zur Jahreshälfte waren dies immerhin schon 60 Prozent des 2010 erreichten Volumens.


Virales Marketing auf dem Vormarsch

Neue Vermarktungschancen hat die Branche im Internet erkannt. Mit seinen sozialen Netzwerken bietet es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Literatur an den Leser zu bringen, ob in gedruckter oder in elektronischer Form. Autoren und Verlage könnten die virtuelle Nähe zu ihren Lesern entsprechend nutzen, sagt Ralph Möllers vom Kinder- und Jugendmedienverlag Terzio:

"Wir machen aus Büchern etwas, was man im Internet Widgets nennt. Also kleine 'stand-alone'- Applikationen, in denen man in einem Buch blättern kann, in denen ich ein Buch mit Video, mit Audio verknüpfen kann, in denen ich den Leuten die Möglichkeit gebe, mit ein, zwei Klicks über Facebook, oder Twitter, oder einer Website, allen Freunden über dieses Buch zu erzählen. Um so ein virales Marketing für Bücher möglich zu machen."


Die Buchmesse für dradio-Hörer

Der Messestand vom Deutschlandradio auf der Frankfurter Buchmesse (Deutschlandradio - Markus Mirschel)Der Messestand vom Deutschlandradio (Deutschlandradio - Markus Mirschel)Deutschlandradio berichtet in seinen beiden Programmen Deutschlandradio Kultur und Deutschlandfunk ausführlich vom Messegeschehen. Wir haben für Sie alle Sendungen auf einen Blick zusammengestellt.

Auch in diesem Jahr gibt es im Deutschlandradio Kultur wieder die Gespräche auf dem Blauen Sofa - Live von der Frankfurter Buchmesse




Links bei dradio.de:

Island-Sagas: Wikinger, Bauern und andere Helden

Abschied von Gutenberg? Das Überleben des Buchhandels in Zeiten der Digitalisierung

Wie Schriftsteller schreiben

Geheimnisvoller Mord im hohen Norden <br> Arni Thorarinsson: "Ein Herz so kalt", Droemer & Knaur, München 2011, 411 Seiten

Wirtschaft am Mittag 2011-10-11 Ist die Zukunft digital? <br>Der Buchhandel zum Start der Frankfurter Buchmesse

Elektronische Welten 2011-10-11 - Der Leser als Verleger im Web 2.0 <br> Innovative Spielarten von Literaturmarketing

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:44 Uhr

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