Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bücher in einer Zeit des Umbruchs

Die 64. Frankfurter Buchmesse ist eröffnet

Die neusten Bücher in den Händen halten: Besucher auf der Frankfurter Buchmesse 2012
Die neusten Bücher in den Händen halten: Besucher auf der Frankfurter Buchmesse 2012 (picture alliance / dpa / Nicolas Armer)

Mehr als 7000 Aussteller aus über 100 Ländern präsentieren in Frankfurt bis Sonntag ihre Neuerungen aus der Buchbranche. Die Veranstalter rechnen mit über 300.000 Besuchern - für sie ist ein großer Umbruch in der Branche spürbar.

Die 64. Frankfurter Buchmesse ist am Abend offiziell eröffnet worden. Bei der Auftaktveranstaltung sprach sich Außenminister Guido Westerwelle für einen besseren Schutz des geistigen Eigentums aus. Auch der neuseeländische Premierminister Simon William English und die beiden Autoren Joy Cowley und Bill Manhire standen auf der Rednerliste. Am Mittwoch öffnet die Messe zunächst für das Fachpublikum, am Wochenende dann für alle Interessierten.

Gastland Neuseeland

Neuseeland ist in diesem Jahr Ehrengastland. Der Auftritt steht unter dem Motto "Bevor es bei euch hell wird". Mehr als 300 der insgesamt 3000 Veranstaltungen drehen sich um Neuseeland. Rund 70 Autorinnen und Autoren sowie 100 Künstler sind in Frankfurt vertreten, darunter bekannte Namen wie Anthony McCarten, Paul Cleave, Alan Duff, Witi Ihimaera und Paddy Richardson.

Auch andere international bekannte Autoren wie Donna Leon, Hakan Nesser, Simon Beckett und Martin Suter habe ihr Kommen zugesagt.

Buchmesse-Direktor Boss: Branche in größter Umbruchphase

Die weltweit größte Messe für Bücher, Medien und digitale Inhalte befinde sich in der größten Umbruchsphase seit Einführung der Druckerpresse, sagte Direktor Juergen Boos. "In unserer Branche kommen täglich neue Mitspieler hinzu, es entstehen vollkommen neue Zusammenhänge, Produktideen und Geschäftsmodelle." Am deutlichsten zeigten sich die Veränderungen bei den Kinder- und Jugendmedien. Das sei der Grund, warum die Messe dem Thema dieses Jahr mit rund 1500 Ausstellern und 340 Veranstaltungen einen eigenen Schwerpunkt widmet.

Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, bezeichnete den deutschen Buchmarkt als einen der stabilsten weltweit. Besonders erfreulich sei die Verdoppelung der E-Book-Verkäufe von einem auf zwei Prozent in diesem Jahr.

Probleme hätten allerdings die stationären Buchhändler und insbesondere die großen Ketten mit ihren "überdimensionierten Läden". Deren Umsätze seien in diesem Jahr um mehr als vier Prozent zurückgegangen. Honnefelder forderte von der Politik ein klares Bekenntnis zu den traditionellen Buchläden vor Ort. "Eine Bildungsnation braucht den stationären Buchhandel", sagte er in Frankfurt. Jeder fünften Buchhandlung droht derzeit das Aus.

Schwerpunkt Bildung, Reise-Literatur

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema Bildung. In einem "Klassenzimmer der Zukunft" können Besucher erleben, wie Schüler einmal lernen werden: nämlich dreidimensional mit Multimedia-Brillen, interaktiv und mit digital aufbereiteten Lernmaterialien, mit Riesenmonitor ("Powerwall") und Moderationstafel ("Whiteboard").

Zum ersten Mal gibt es in diesem Jahr auch eine "Travel-Gallery". Auf 180 Quadratmetern findet man hier neben Stadt- und Reiseführer-Verlegern auch dichtende Globetrotter sowie Botschafter von Sehnsuchtsorten.

Auf der Messe werden traditionell der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen. Am Montag erhielt die Autorin Ursula Krechel den Deutschen Buchpreis für ihren Roman "Landgericht".


Programmhinweis:

"Bevor es bei Euch hell wird" - <br> Bei der Frankfurter Buchmesse steht Neuseeland im Mittelpunkt

Gesamtübersicht: Unser Programm zur Frankfurter Buchmesse - <br> Alle Infos zur Buchmesse auf dradio.de

Gespräche auf dem Blauen Sofa <br> Live von der Frankfurter Buchmesse (DKultur)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Gasstreit"Wir haben eine Vertrauensgrundlage geschaffen"

EU-Energiekommissar Günther Oettinger während einer Pressekonferenz am 24. Juni 2014 in der EU-Kommission in Brüssel, Belgien

Nach der Einigung im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hofft EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) nun auf eine dauerhafte Zusammenarbeit beider Länder. Durch die Vertrauensgrundlage könnten nun womöglich die nachbarschaftlichen Beziehungen neu geordnet werden, sagte er im DLF.

MahlzeitBedenklicher schwarzer Tee

Eine Tasse Ceylon-Tee, zubereitet mit einem Tee-Ei

Die Stiftung Warentest warnt die Verbraucher vor krebserregenden Stoffen in schwarzem Tee. Udo Pollmer ruft zu Gelassenheit auf. Viele der Stoffe kämen nur in unbedenklichen Spuren vor. Aber es wurde auch ein echtes Gift gefunden.

GesichtserkennungWer lacht, zahlt

Ein Comedy-Theater in Barcelona hat Eintrittspreise abgeschafft. Stattdessen zahlen die Zuschauer pro Lacher - abgerechnet wird mit Hilfe von Gesichtserkennungssoftware.

Oskar Lafontaine blickt zurück auf 1989"Damals wurde ich nicht verstanden“

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der neuen Bundestagsfraktion "Die Linke" im Bundestag

Oskar Lafontaine fühlt sich von der Geschichte bestätigt. Vor 25 Jahren warnte er vor den Folgen der deutsch-deutschen Währungsunion und galt vielen auch generell als Einheits-Skeptiker. Im DLF sagte Lafontaine nun, er habe 1989/90 Recht gehabt. Darauf komme es an, trotz der Wahlniederlage gegen Helmut Kohl im Dezember 1990.

Brigitte Rieger-JähnerWas macht "ostdeutsche" Kunst aus?

Brigitte Rieger-Jähner, die langjährige Direktorin des Museums Junge Kunst in Frankfurt / Oder

Fast 25 Jahre lang leitete Brigitte Rieger-Jähner das Museum Junge Kunst in Frankfurt an der Oder, und das sehr erfolgreich. Mit ihr sprechen wir über Kunst aus dem Osten Deutschlands, die Aufgaben eines Museums - und ihren prominenten Vater.

Unisex-UnterwäscheFrauen lieben den Eingriff

Weite Jeans und Männerhemden - Frauen lieben den Boyfriend-Look. Das gilt jetzt auch für untendrunten: Frauen tragen da am liebsten Boxershorts - aus der Männerabteilung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Staatschefs begrüßen  Einigung im Gasstreit | mehr

Kulturnachrichten

Forscher wollen Goethes Gesamtwerk  online stellen | mehr

Wissensnachrichten

Sexuelle Phantasien  Was ist normal? | mehr