Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bürger sollen entscheiden, ob sie Organe spenden wollen

Gesundheitsminister regeln Transplantationsgesetz neu

Ein Organspender-Ausweis war bislang das Dokument, das eine Organentnahme ermöglichte (picture alliance / dpa - Daniel Karmann)
Ein Organspender-Ausweis war bislang das Dokument, das eine Organentnahme ermöglichte (picture alliance / dpa - Daniel Karmann)

Mindestens einmal im Leben könnten künftig alle Deutschen gefragt werden, ob sie nach ihrem Tod Organe spenden möchten. Auf diese sogenannte Entscheidungslösung haben sich die Gesundheitsminister der Länder verständigt. Bislang galt die Zustimmungslösung.

Bei der zweitägigen Konferenz in Frankfurt am Main war eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes Hauptthema. Vorausgegangen war eine intensive Debatte über die Organspendemodelle. In Deutschland warten jährlich etwa 12.500 auf ein Spenderorgan, bis zu 1000 davon sterben mangels Transplantation.

Bislang können einem Verstorbenen nur Organe entnommen werden, wenn er oder sie einen Organspendeausweis ausgefüllt und unterschrieben hat - das sogenannte Zustimmungsmodell. Es sieht vor, dass ein Mensch schon zu Lebzeiten einer Organspende von sich aus zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten damit einverstanden sein müssen.

Auch eine dritte Variante wurde in Frankfurt diskutiert: die Widerspruchslösung. Danach müsste ein Mensch noch zu Lebzeiten ausdrücklich einer Organentnahme widersprechen. Ist das nicht der Fall, könnten Organe ohne weitere Zustimmung für Transplantationen genutzt werden. Diese Variante wurde von den Gesundheitsministern verworfen.

Nun soll die Entscheidungslösung kommen, bei der die Bürger offiziell um Zustimmung oder Ablehnung zu einer Organspende gebeten werden. Die Bereitschaft könnte im Personalausweis und/oder Führerschein sowie Krankenkassenkarten festgehalten werden.

Die Regelung muss zunächst noch als Gesetzesvorlage dem Bundestag vorgelegt werden.

Hintergrund: Der Spenderorgan-Mangel ist seit Jahren ein immer wieder diskutiertes Problem in Deutschland Schwerkranke müssen oft monatelang - wenn nicht vergebens - auf ein lebensrettendes Organ warten (Reportage aus 2008).



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:10 Uhr Büchermarkt

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Islamexperte Ahmad Mansour"Antisemiten sind selbstbewusster geworden"

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy (Imago / Jens Jeske)

Der Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein nationales Konzept für den Umgang mit Antisemitismus. Judenfeinde seien selbstbewusster geworden und hätten weniger Hemmungen sich zu äußern, sagte der Psychologe im Dlf. Den aktuellen Antisemitismus hält er für herkunftübergreifend.

Vor 30 Jahren Warum ein Verkehrsunfall zur Gründung der Hamas führte

Anhänger der Hamas demonstrieren am 14.12.2016 in Gaza-Stadt. (dpa / EPA / Mohammed Saber)

Ein tragischer Verkehrsunfall und Gerüchte waren der Auslöser für die Gründung der Hamas am 14. Dezember 1987. Seitdem kämpft die radikal-islamische Bewegung für das palästinensische Volk und "seine Freiheit, seine Rückkehr und seine Unabhängigkeit im Namen Gottes".

Anke Engelke über "Sowas wie Angst"Gefühle sind stärker als Statistiken

Die Schauspielerin und Autorin Anke Engelke schaut 01.12.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nach einem dpa-Gespräch im die Kamera. (zu dpa «Anke Engelke: «Habe mich als Kind schon supergern verkleidet»» vom 03.12.2017) Foto: Henning Kaiser/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

In einer WDR-Dokumentation macht sich die Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke auf die Suche nach der Angst in unserer Gesellschaft. Sie sagt, die Kriminalstatistik könnte einem eigentlich die Angst nehmen, aber bei Vielen seien die Gefühle eben stärker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Gipfel  Merkel kritisiert Tusks Einlassung zu Flüchtlingsquoten | mehr

Kulturnachrichten

Widerstand gegen Gebühr für "Spiegel-Bestseller"-Siegel | mehr

 

| mehr