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Bufdis, angetreten!

Heute beginnen die ersten Bundesfreiwilligen ihren Dienst

Ein Zivildienstleistender - heute nennt sich das Bundesfreiwilligendienst oder "Bufdi" (AP)
Ein Zivildienstleistender - heute nennt sich das Bundesfreiwilligendienst oder "Bufdi" (AP)

Die Wehrpflicht gilt seit heute nicht mehr, und mit ihr endet auch der Zivildienst. Stattdessen startet nun der sogenannte Bundesfreiwilligendienst. Für die Umsetzung blieb nur ein knappes halbes Jahr Zeit - zum Leidwesen der Sozialverbände und karitativen Einrichtungen.

<p>Die müssen sehen, wo sie kurzfristig Ersatz für 90.000 Zivis pro Jahr herbekommen. Das ehrgeizige Ziel: 35.000 freiwillige "Bufdis" <em>(abgeleitet von Bundesfreiwilligendienst)</em> sollen gegen ein geringes Taschengeld künftig die Arbeit in Altenheimen, bei Fahrdiensten oder in Behindertenwerkstätten übernehmen. 350 Millionen Euro sollen dafür pro Jahr zur Verfügung stehen - und damit 50 Millionen mehr als noch beim Zivildienst. Dem Bundesfamilienministerium zufolge startet der neue Dienst mit 17.300 Freiwilligen, wobei die meisten ehemalige Zivildienstleistende sind, die ihren Dienst verlängert haben.<br /><br />Der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="100238" text="Bundesfreiwilligendienst" alternative_text="Bundesfreiwilligendienst" /> soll trotz holprigen Starts das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr ergänzen. Ob die "Bufdi-Zeit" wie der frühere Zivildienst <papaya:link href="http://wissen.dradio.de/zivilgesellschaft-was-der-dienst-den-freiwilligen-bringt.39.de.html?dram:article_id=10988" text="etwas für den Lebenslauf bringt," title="DRadio Wissen: Was bringt der Bundesfreiwilligendienst?" target="_blank" />ist noch unklar. Experten warnen aber davor, sich nur aus strategischen Gründen für den Dienst zu entscheiden. <br /><br /><papaya:media src="af5ed5f499e461d34a9770bdc4bd4342" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Bundeswehrsoldaten stehen anlässlich des feierlichen Gelöbnisses auf dem Marienplatz in München." popup="yes" /></p><p><strong>Wehrpflicht wurde 1956 eingeführt</strong></p><p>Im Jahr 1956 hatte der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht beschlossen. Die ersten rund 10.000 Grundwehrdienstleistenden traten laut Bundeswehr am 1. April 1957 ihren damals noch 12-monatigen Wehrdienst an. Seither haben mehr als acht Millionen junge Männer ihren Wehrdienst geleistet. <br /><br />Im vergangenen Dezember beschloss das Bundeskabinett auf Initiative des damaligen Verteidigungsministers zu Guttenberg <papaya:link href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/048/1704821.pdf" text="ein Wehränderungsgesetz" title="Entwurf des Wehränderungsgesetzes 2011 (pfd-download)" target="_blank" /> <LE_60123> (pdf-Dokument der Bundesregierung) und legte den Entwurf im Februar dieses Jahres vor. Ziel ist es, eine auf circa 180.000 Soldaten verkleinerte Berufsarmee mit etwa 7500 freiwilligen Rekruten jährlich aufzubauen. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr beanspruchen mittlerweile derart viel rotierendes Personal, dass auch die bisherigen Rekruten-Ausbilder turnusmäßig im Einsatz gebraucht werden: Insoweit ist der Wegfall der Wehrpflicht eine Stärkung der Truppe. Die Wehrpflicht kann im Verteidigungsfall jederzeit wieder in Kraft gesetzt werden.<br /><br />Mit dem Ende der Wehrpflicht könnte die Bundeswehr künftig <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70250" text="aus dem Bewusstsein der Gesellschaft verschwinden," alternative_text="aus dem Bewusstsein der Gesellschaft verschwinden," /> meint der Politologe Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität München. Auch der Wille, dem Allgemeinwohl zu dienen, werde extrem abgeschwächt.<br /><br />Es wird kaum jemanden geben, der rückblickend gerne zur Bundeswehr gegangen ist oder sich gefreut hat, endlich seinen Zivildienst antreten zu dürfen. Dennoch waren es wichtige Schritte auf dem Weg zum Erwachsenwerden, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="96322" text="meint DLF-Redakteur Jonas Reese." alternative_text="meint DLF-Redakteur Jonas Reese." /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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