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Bundespräsident weist Vorwürfe zurück

Wulff wegen Privatkredit in der Kritik

Hat sich mit dem Darlehen über 500.000 Euro ein Haus finanziert: Christian Wulff. (AP)
Hat sich mit dem Darlehen über 500.000 Euro ein Haus finanziert: Christian Wulff. (AP)

Das Bundespräsidialamt hat auf Anschuldigungen gegen Bundespräsident Wulff reagiert. Ihm wird vorgeworfen, er habe als niedersächsischer Ministerpräsident falsche Angaben zu geschäftlichen Beziehungen gemacht.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, Wulff habe in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident verschwiegen, dass er und seine Frau Bettina ein Darlehen über eine halbe Million Euro vom Osnabrücker Unternehmer Egon Geerkens erhalten hatten. Mit dem Geld hatten die Wulffs ein Einfamilienhaus finanziert.

Die Grünen im niedersächsischen Landtag haben Bundespräsident Wulff Täuschung vorgeworfen, das berichtet Deutschlandfunk-Korrespondentin Susanne Schrammar. Fraktionschef Stefan Wenzel sagte in Hannover, offensichtlich sei das Landesparlament damals getäuscht oder nicht korrekt informiert worden.

Formell habe Wulff damals korrekt auf die Anfrage zu seinen Geschäftsbeziehungen geantwortet, sagt Wolfgang Jüttner, Anfang 2010 SPD-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Den Gehalt der Frage, die auf die moralische Integrität Wulffs abzielte, habe dieser allerdings bewusst ignoriert.

Rainer Burchardt, ehemaliger Chefredakteur des Deutschlandfunks, zeigte sich im Interview auf Deutschlandradio Kultur sicher, dass Wulffs Ansehen Schaden genommen habe. "Seine große Macht ist die politische Moral und diese Moral ist mindestens angekratzt." Auch einen Rücktritt des Bundespräsidenten schloss Burchardt nicht aus.

Der Unternehmer Geerkens bestätigte gegenüber "Spiegel Online", er habe keinerlei Geschäftsbeziehung zu Wulff unterhalten. Das Geld stamme von seiner Frau. Nach Informationen von "Stern Online" gehörte Geerkens allerdings in drei Fällen einer Wirtschaftsdelegation an, die den damaligen Ministerpräsidenten Wulff ins Ausland begleitet hatte.

Anfrage "korrekt beantwortet"

Um Schadensbegrenzung bemüht, wies das Bundespräsidialamt den Bericht der "Bild"-Zeitung zurück, demzufolge Wulff in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident falsche Angaben zu geschäftlichen Beziehungen gemacht haben soll.

Wulffs Sprecher Olaf Glaeseker machte deutlich, dass 2010 eine Anfrage von zwei Landtagsabgeordneten "korrekt beantwortet" worden sei. Weiter habe es zu dem genannten Unternehmen keine geschäftlichen Beziehungen gegeben.

Wulff kehrt Dienstagabend zurück

Die Vorwürfe gegen Christian Wulff wurden laut, während er durch die Golf-Region reiste. Bei seinem Besuch in Kuwait hatte sich der Bundespräsident für Presse- und Meinungsfreiheit eingesetzt. Sie seien die Grundlage für eine erfolgreiche gesellschaftliche Entwicklung, sagte er zum Abschluss seiner sechstägigen Reise in die Golfregion. Am Nachmittag flog Wulff nach Deutschland zurück, wo er am späten Abend ankommen soll.

Links bei dradio.de:

Außenstelle im Oman - RWTH Aachen betreibt Bildungsexport

"Politisch bleibt da schon was hängen" - Ehemaliger SPD-Fraktionschef in Niedersachsen über Vorwürfe gegen Bundespräsident Wulff

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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