Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundesrat befürwortet Pläne zur Energiewende

AKW-Gegner kritisieren Grüne

Ein Offshore-Windpark - umweltfreundlicher Strom, wie ihn die Regierung will. (AP)
Ein Offshore-Windpark - umweltfreundlicher Strom, wie ihn die Regierung will. (AP)

Beim heutigen Treffen der Länderkammer herrschte überwiegend Konsens, dass die Energiewende unausweichlich ist. Die Gesetzesplanung der Bundesregierung aber wird wohl nicht so bleiben, wie sie vorliegt.

Beschlüsse zu dem Gesetzespaket werden erst am 8. Juli gefasst. Die Zustimmung gilt als relativ sicher - doch die Kammer will auch grundlegende Änderungen durchsetzen. Unter anderem soll der Bund die Mittel für die geplante Steuervergünstigung zur Sanierung älterer Gebäude in Höhe von 1,5 Milliarden Euro übernehmen.

Der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte, es gebe die Chance für einen Konsens in der Energiepolitik. Diese müsse auch genutzt werden. Der bayerische Regierungschef Horst Seehofer (CSU) verlangte deutlich mehr Mittel für die Gebäudesanierung. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günter Kretschmann (Bündnis90/Grüne) meinte, ohne Nachbesserungen werde es hundert Jahre dauern, bis der Altbestand saniert sei.

Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen (Deutschlandradio - Bettina Straub)Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen (Deutschlandradio - Bettina Straub)Grünen-Chefin Claudia Roth warb für einen Atomausstieg zum Jahr 2022, was ihr heftige Kritik aus der Anti-AKW-Bewegung einbrachte. Wer einem Weiterbetrieb der Reaktoren bis 2022 und reduzierten Sicherheitsanforderungen zustimmt, der verliert seine Glaubwürdigkeit, warnt Jochen Stey, Sprecher der Organisation "ausgestrahlt". Auch Aktivisten aus Gorleben mobilisieren gegen die Grünen, berichtet Frank Capellan im Deutschlandfunk. Der klimapolitische Sprecher im Bundestag, Hermann Ott, hält es für "unverantwortlich, den endgültigen Ausstieg bis 2022 hinauszuzögern und spricht vom "Trauma" der Laufzeitverlängerung.

Zur Diskussion standen heute 22 Anträge und über 200 Empfehlungen der Ausschüsse. Anfang Juni hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder auf einen stufenweisen Atomausstieg geeinigt, kurz darauf stimmte auch das Bundeskabinett zu.

Es handelt sich dabei um ein Gesetzespaket, das die stufenweise Abschaltung der Kernkraftwerke bei gleichzeitiger Förderung von erneuerbaren Energien und dem Ausbau der Stromnetze sowie den Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken und Maßnahmen für Energieeinsparungen beinhaltet.

Anatomie einer atomaren Rolle rückwärts

Der Atom-GAU von Fukushima hat das globale Verhältnis zur Atomkraft verändert - am nachhaltigsten wohl die schwarz-gelbe Regierungskoalition. Sie bewegte sich von einer Laufzeitverlängerung um durchschnittlich zwölf Jahre im Herbst zum - geplant - weltweit schnellsten Umstieg auf Erneuerbare Energie. Der "Hintergrund" im Deutschlandfunk analysiert die "atomare Rolle rückwärts".

Weitere Links auf dradio.de:

Interview mit dem Deutschen Mieterbund: Energiewende wird "Kaltmieten steigen lassen"

Thema: Atomkraft (dradio.de-Sammelportal)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:42 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:10 Uhr Marktplatz

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Ehe für alle"Das entfernt sich vom christlichen Eheverständnis"

Markus Blume ist seit 2008 CSU-Abgeordneter im Bayerischen Landtag.  (dpa / M.C.Hurek)

Der CSU-Politiker Markus Blume hält die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare für "Gleichmacherei". Dies gehe vielen zu weit und entferne sich vom christlichen Eheverständnis, wonach die Ehe auf Mann und Frau angelegt sei, sagte Blume im Dlf. Die CSU befürworte aber die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften.

Ehe für alleDas Ideal der "Normalität" ist eine Zumutung

Zwei weibliche Hände berühren sich, sitzend, weißes Hochzeitskleid (imago / Christine Roth)

Die Ehe für alle ist gerade groß in der Diskussion - sie verspricht Normalität für Schwule und Lesben. Doch sollten sich diese überhaupt Normalität wünschen? Die Polit-Tunte Patsy l’Amour laLove findet: Auf keinen Fall.

Migranten in ItalienDie neuen Sklaven Europas

Migranten aus Afrika warten darauf, als Erntehelfer auf den Zitrusfeldern in Gioia Tauro in Kalabrien eingesetzt zu werden. In der Landwirtschaft Süditaliens schuften viele Flüchtlinge für einen Hungerlohn. (AFP/ Filippo Monteforte)

In Italien, das mit großem Einsatz Migranten aufnimmt, werden dieselben Migranten gnadenlos ausgebeutet. Große Teile der Landwirtschaft leben von diesen Ausgebeuteten. Nicht nur in Süditalien - aber dort funktioniert das System besonders perfide.

documenta-echo: Alina SzapocznikowFragiles für die Ewigkeit

Alina Szapocznikows Arbeit "Souvenir" im Nationalen Museum für Zeitgenössische Kunst in Athen. (documenta 14 / Yiannis Hadjiaslanis)

Wie kann man die Zeit festhalten? Den Körper in der Zeit? Das eigene Sein? Alina Szapocznikows Werk kreist um diese Fragen. Für ihre Arbeiten formte sie den eigenen Körper ab, zerlegte diesen Abdruck und setzte ihn neu zusammen.

Amelia Earharts versuchte ErdumrundungVerschwunden im Pazifik

Die Flugpionierin Amelia Earhart 1928 in Hollywood, Kalifornien. (imago / Cinema Publisher Collection)

Bei dem Versuch, die Erde im Flugzeug zu umrunden, verschwand Amelia Earhart auf rätselhafte Weise über dem Pazifik. Am 29. Juni 1937 landete sie zum letzten Zwischenstopp in Neuguinea. Bis heute suchen Forscher nach Spuren der verschollenen Pilotin.

ANTI-CAFÉSBezahlt wird pro Minute

Eine Stunde macht drei Euro im Café Be'kech in Berlin. In dieser Stunde könnt ihr so viel essen und trinken, wie ihr wollt. Denn dieses Anti-Café will auch sozialer Treffpunkt sein. Kann das funktionieren?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Konjunktur  Mehr offene Stellen, weniger öffentliche Schulden | mehr

Kulturnachrichten

Bunte Kleidung schon vor 3000 Jahren  | mehr

 

| mehr