Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundesregierung prüft angebliche Waffenlieferung nach Syrien

Deutsches Frachtschiff im Mittelmeer gestoppt

Foto des deutschen Frachters "Atlantic Cruiser" - die Aufnahme zeigt das Schiff unter seinem letzten Charternamen "BBC Italy", unter dem es bis 2011 unterwegs war. (picture alliance / dpa / Dietmar Hasenpusch)
Foto des deutschen Frachters "Atlantic Cruiser" - die Aufnahme zeigt das Schiff unter seinem letzten Charternamen "BBC Italy", unter dem es bis 2011 unterwegs war. (picture alliance / dpa / Dietmar Hasenpusch)

Das Bundeswirtschaftsministerium prüft einen möglichen Verstoß gegen das EU-Waffenembargo gegen das Assad-Regime. Hintergrund sind Berichte über ein deutsches Schiff, das mit einer Waffenlieferung in Richtung Syrien unterwegs gewesen sein soll.

Wie "Spiegel Online" berichtet, handelt es sich bei dem Schiff um die "Atlantic Cruiser" der Reederei Bockstiegel aus Emden. Das Schiff habe bereits vor einigen Tagen im Hafen von Dschibuti militärisches Gerät und Munition aus dem Iran übernommen. Die Lieferung soll angeblich für das Assad-Regime in Syrien bestimmt gewesen sein.

Am Freitag sollte die Fracht in der syrischen Hafenstadt Tartus gelöscht werden, heißt es in dem Bericht weiter. Durch syrische Oppositionelle soll die brisante Ladung dann jedoch bekannt gemacht worden sein. Angeblich handelt es sich um 7200 Tonnen Waffen. Die "Atlantic Cruiser" soll daraufhin ihren Kurs geändert haben. Neues Ziel sei der türkische Mittelmeerort Iskenderun gewesen.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte inzwischen, dass ein möglicher Verstoß gegen das EU-Waffenembargo gegen Syrien geprüft werde. Nach derzeitiger Erkenntnis handele es sich bei dem Frachter um "ein Schiff eines deutschen Eigentümers", das von der Reederei verchartert worden sei und unter der Flagge eines Drittstaates fahre.

"Wir haben das Schiff gestoppt, nachdem wir Hinweise auf die Waffenladung erhielten", zitiert "Spiegel Online" einen Schiffsmakler von der C.E.G. Bulk Chartering, die für die Befrachtung der "Atlantic Cruiser" verantwortlich ist. Es habe sich um eine sogenannte Kaltcharter gehandelt, der Frachter sei an eine ukrainische Firma vermietet worden. Diese wiederum bestreitet die Vorwürfe.

Die syrische Opposition hat dem Regime unterdessen vorgeworfen, die seit Donnerstag geltende Waffenruhe verletzt zu haben. Die Protesthochburg Homs sei beschossen worden. Bei landesweiten Protesten sollen vier Menschen getötet worden sein. Der UN-Sicherheitsrat berät derweil über eine Beobachtermission für Syrien.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Trügerische Ruhe in Syrien - Syrien-Aktivist sieht Erfolgsaussichten des Annan-Friedensplans skeptisch (Interview)

Brok: Es ist immer bitter, Diktatoren davonkommen zu lassen - Europaparlamentarier blickt pessimistisch auf die Lage in Syrien (Interview)

Annan hat Vertrauen verdient (Kommentar)

Humanitäre Situation in Syrien "ist offensichtlich katastrophal" - SPD-Außenpolitiker Mützenich über die Chancen des Annan-Friedensplans (Interview)

Lüders: Russland hält nach wie vor an Assad fest - Nahostexperte ist skeptisch zum Besuch des russischen Außenministers in Syrien (Interview)

Polenz: Annan-Plan offenbar gescheitert - UN-Ultimatum für Waffenruhe in Syrien ist abgelaufen (Interview)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:35 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Debatte um Flugsicherheit"Piloten sind keine Supermenschen"

Zwei Piloten arbeiten am 05.06.2014 auf dem Flughafen in Hamburg im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. (dpa / picture-alliance / Daniel Reinhardt)

Der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt warnt vor voreilig gezogenen Konsequenzen aus dem Germanwings-Unglück. "Schnellschüsse" führten lediglich zu Scheinsicherheit, sagte er im DLF. Und psychische Krankheiten könne man nie ausschließen - zumal bisher nicht sicher sei, ob der Pilot Suizid begangen habe.

Ausstellung aus Tel Aviv in BerlinSammeln aus Leidenschaft

Die Installation "Wenn Diktatoren wüten" (2013) von Michal Helfman ist am 26.03.2015 im Martin-Gropius-Bau in Berlin in der Ausstellung "Jahrhundertzeichen" des Tel Aviv Museums zu sehen. (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)

Sie sind erstmals in Europa zu sehen: Das Tel Aviv Museum zeigt in der Berliner Ausstellung "Jahrhundertzeichen" rund 70 Meisterwerke. Daneben erklärt die Schau auch, wie ein armes Museum zu einer rekordverdächtigen Kollektion kommt.

NetzpolitikDas Ende des Geoblocking?

Bei manchen Inhalten im Netz sind die Länder-Grenzen noch nicht offen. EU-Kommissar Andrus Ansip will dieses "Geoblocking" abschaffen. Ein schweres Unterfangen.

Berichterstattung zum Absturz"Andere Themen wurden vernachlässigt"

Kamerateams stehen auf einer Wiese. (dpa/picture alliance/Daniel Karmann)

Die deutschen Medien haben nach Ansicht des Journalistik-Professors Horst Pöttker zuviel über den Absturz der Germanwings-Maschine berichtet. Andere ebenso wichtige Themen seien dabei in den Hintergrund gerückt, sagte er im DLF. 

Zum 70. Geburtstag des SchriftstellersBernstein würdigt Rowohlt

Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler Harry Rowohlt  (picture alliance / dpa / Susannah V. Vergau)

Harry Rowohlt ist ein Tausendsassa: Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator und Schauspieler. Zu seinem 70. Geburtstag sprechen wir mit dem Karikaturisten FW Bernstein über Rowohlt.

Familie und BerufGehetzte Eltern leiden unter Vereinbarkeitslüge

Ein Baby auf einem Computerbildschirm im Büro (dpa / picture alliance / Jens Büttner)

Irgendwann müsse mit der Vereinbarkeitslüge Schluss sein, meint Marc Brost: Arbeitende Eltern seien permanent gehetzt und übermüdet. Nicht nur Karrieristen würden darunter leiden, Job und Familie nicht unter einen Hut zu bekommen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Luftfahrt-Bundesamt  fordert Akte von Co-Pilot der Germanwings-Maschine an | mehr

Kulturnachrichten

Archiv von Günter Figal  geht nach Marbach | mehr

Wissensnachrichten

Pressefreiheit  Armbänder für gefangene Journalisten | mehr