Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundesregierung setzt Verlängerung der AKW-Laufzeiten aus

Angela Merkel gibt bekannt, dass die Verlängerung der Laufzeiten für AKWs ausgesetzt wird. (picture alliance / dpa)
Angela Merkel gibt bekannt, dass die Verlängerung der Laufzeiten für AKWs ausgesetzt wird. (picture alliance / dpa)

Angela Merkel (CDU) hat in einer Pressekonferenz mitgeteilt, dass die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke in Deutschland vorerst ausgesetzt wird. Die Bundeskanzlerin sprach von einem drei Monate langen Moratorium.

Zudem hatt Merkel angekündigt, dass alle deutschen Kernkraftwerke einer umfassenden Sicherheitsprüfung unterzogen werden sollen.

"Es gibt bei dieser Sicherheitsprüfung keine Tabus", sagte Merkel.

Während des dreimonatigen Moratoriums wolle die Regierung ausloten

"wie wir den Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien forcieren und dieses Ziel noch schneller erreichen", erklärte Merkel.

Die ältesten Kernkraftwerke müssten sofort abgeschaltet werden

Gleichzeitig betonte sie, dass ein gänzliches Abschalten deutscher Kernkraftwerke nicht die Antwort der Bundesregierung auf die Ereignisse in Japan sein könne und dürfe.

"Wir wissen, wie sicher unsere Kraftwerke in Deutschland sind", so Merkel. Auf die Nutzung der Kernenergie als Brückentechnologie könne in Deutschland noch nicht verzichtet werden.

Fünf vor Zwölf für deutsche Atomkraftwerke? (picture alliance / dpa)Fünf vor Zwölf für deutsche Atomkraftwerke? (picture alliance / dpa)Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte die Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert (MP3-Audio), dass alle deutschen Meiler einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen würden. Es liege der Verdacht nahe, dass es der Kanzlerin lediglich um die Beruhigung vor den Landtagswahlen gehe. Er betonte, das Atomzeitalter sei zu Ende.




Am Dienstag wolle Merkel mit den Ministerpräsidenten jener Bundesländer, in denen Kernkraftwerke betrieben werden, weitere Maßnahmen beraten. Zudem sagte die Bundeskanzlerin, dass die ältesten deutschen Kernkraftwerke voraussichtlich sofort abgeschaltet werden müssen.

Erst im vergangenen Herbst hatte die schwarz-gelbe Koalition beschlossen, die Laufzeiten für die insgesamt 17 Atomkraftwerke in Deutschland um durschnittlich zwölf Jahre zu verlängern.

CDU-Europapolitiker: In drei Monaten mindestens drei Atomkraftwerke abgeschaltet
Neue "Sicherheitsphilosophie" notwendig - Soziologe fordert Umdenken bei Reaktorsicherheit
"Das Ende der Atomkraft" - Bremer Umweltsenator fordert Sofort-Abschaltung alter Reaktore
"Den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung entgegengesetzt" - Greenpeace kritisiert Laufzeitverlängerung und mangelnde Sicherheitsstands deutscher AKW
"Auch das Unwahrscheinliche kann passieren" - Risikoforscher zur Gefahr der Kernenergie

Der Deutschlandfunk berichtet punktuell und stündlich über die Vorgänge in Japan. Reguläre Sendungen folgen im Anschluss bzw. entfallen je nach Nachrichtenlage.

Hier geht es zum Live-Stream der Programme:

Deutschlandfunk Live-Stream Flash
Deutschlandradio Kultur Live-Stream Flash
DRadio Wissen Live-Stream Flash


Sammelportale zum Thema Energie

Atomkraft - nun doch (dradio.de-Sammelportal)
Energiepolitik am Scheideweg (dradio.de-Sammelportal)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:50 Uhr Internationale Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

CDU und doppelte Staatsbürgerschaft"Ein Parteitag der Angst"

Grünen-Parteichef Cem Özdemir  (picture alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Grünen-Chef Cem Özdemir hat CDU-Parteitagsbeschluss zur doppelten Staatsbürgerschaft kritisiert. Die Grünen wären nicht bereit, die bisherigen Regeln dazu rückgängig zu machen, sagte der Parteivorsitzende Özdemir mit Blick auf eine mögliche schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl.

Regisseur Richard FleischerDer Meister der B-Movies

Der Regisseur Richard Fleischer (1916-2006) während Dreharbeiten hinter der Filmkamera (undatiert) (picture alliance / dpa / Bert Reisfeld)

"Die phantastische Reise", "Conan der Zerstörer", "20.000 Meilen unter dem Meer": Richard Fleischers Filme verströmen schon im Titel den Willen zum Entertainment. Er war ein besessener Handwerker Hollywoods und zeigte, dass auch Unterhaltungsfilme zur Gesellschaftskritik taugen.

BürokratieWoher kommt diese Wut?

Stempel in einer Amtsstube (dpa/Robert B. Fishman)

Woher kommt diese Wut, die uns nicht nur in den Internetforen und auf Demonstrationen, sondern auch im Alltag begegnet? Das psychologische Konzept der Selbstwirksamkeit bietet da Erklärungsansätze, sagt die Pädagogin und Psychotherapeutin Astrid von Friesen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Abgasskandal  EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Deutschland | mehr

Kulturnachrichten

Leipziger Buchpreis für Mathias Enard  | mehr

Wissensnachrichten

Rauchvergiftung  Medizin gegen Kohlenmonoxid | mehr