Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundestag beschließt Bundeswehreinsatz gegen Piraten

EU-Mission "Atalanta" soll Handelsrouten vor Somalia sichern

Ein französischer Soldat an Bord der Luxusyacht "Le Ponant" hält Ausschau nach Piraten. Im Hintergrund  die Fregatte "Jean de Vienne". (AP/Ecpad)
Ein französischer Soldat an Bord der Luxusyacht "Le Ponant" hält Ausschau nach Piraten. Im Hintergrund die Fregatte "Jean de Vienne". (AP/Ecpad)

Der Bundestag hat mit breiter Mehrheit die Beteiligung der Bundeswehr an der Piraten-Bekämpfung vor der Küste Somalias beschlossen. Deutschland wird sich an der EU-Mission "Atalanta" mit bis zu 1400 Soldaten und einer Fregatte beteiligen.

Ziel ist es, die Handelsroute durch den Golf von Aden sowie die internationale Hilfe für die somalische Bevölkerung zu sichern. Das Mandat soll zunächst für ein Jahr gelten. Die Kosten für den Einsatz werden auf 45 Millionen Euro veranschlagt.

Die Soldaten werden zunächst für ein Jahr mit der Abschreckung, Verhütung und Beendigung seeräuberischer Handlungen oder bewaffneter Raubüberfälle beauftragt. Der Marine soll es erlaubt sein, zur Erfüllung ihres Auftrags die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Das schließt den Einsatz von Gewalt ein. Die europäischen Kriegsschiffe sollen zudem sicherstellen, dass Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms nach Somalia durchkommen.

Küste vor Somalia ist wichtige Handelsroute

Die Kaperung internationaler Schiffe hat System. Rund 100 Angriffe vor den Küsten Somalias sind dem Schifffahrtsbüro IMB in London seit Jahresbeginn gemeldet worden, dreimal so viele wie im Vorjahr und zuletzt auch Versuche, riesige Kreuzfahrtschiffe zu entführen. Gemeldet wurden weiterhin Kaperungen von mehr als drei Dutzend Frachtern und Tankern, die meisten von ihnen im Golf von Aden, vor der somalischen Nordküste. Das ist die Passage für jährlich mehr als 20.000 Schiffe auf dem Weg durch den Suezkanal nach Europa. Die Passage am Horn von Afrika ist von herausragender Bedeutung: Sie ist der wichtigste Handelsweg zwischen Asien und Europa. Etwa ein Drittel des weltweiten Ölhandels wird durch diese Gewässer abgewickelt (DLF Hintergrund).


Der entführte Tanker "Sirius Star" (AP)Der entführte Tanker "Sirius Star" (AP)Für Aufsehen gesorgt hatte die Kaperung des saudiarabischen Tankers "Sirius Star" am 15. November. Allein für dieses Schiff verlangten die Piraten ein Lösegeld von 25 Millionen Dollar.

Michael Stehr, Piraterie-Experte beim Deutschen Marine Institut in Bonn, hält die Mission "Atalanta" der Europäischen Union für geeignet,die Piraten am Golf von Aden zu bekämpfen. Man müsse die Piraten aktiv jagen und ihnen das Leben in den Basen schwer machen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Für die Handelsroute zwischen Asien und Europa sei das wichtig, denn schon jetzt würden Reeder den längeren und teueren Umweg über Kapstadt nehmen.

Professor Rüdiger Wolfrum, Direktor des Max-Planck-Instituts für Völkerrecht und ehemals Präsident des Internationalen Seegerichtshofes in Hamburg, sieht keine rechtlichen Schwierigkeiten beim Kampf gegen die Piraterie. Die Idee eines internationalen Gerichtshofes zur Aburteilung von Piraten halte er hingegen für absurd. Es handele sich um Kriminelle, die nach deutschem Strafrecht verfolgt werden könnten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SprachforschungWhatsApp als Tagebuch der Postadoleszenz

Zwei Männer und ein Smartphone  (imago/Westend61)

Erst Party machen, dann prahlen. Der Sprachwissenschaftler Nils Uwe Bahlo hat sich die Kommunikation von jungen Männern genauer angeschaut und herausgefunden: Die letzte Partynacht wird im WhatsApp-Chat reflektiert.

SPD-Sonderparteitag"Es geht um die Frage der Existenz der Sozialdemokratie"

Rote Fahne der SPD im Wind auf dem Dach der Parteizentrale Willy-Brandt-Haus in Berlin. (imago / IPON)

"Es gibt Notwendigkeiten, sich zu erneuern als SPD, in der Regierung oder in der Opposition", so der SPD-Politiker Alexander Schweizer im Dlf. Es sei das "zentrale politische Projekt" der nächsten Jahre, dass die Sozialdemokratie attraktiver werde und ihre Glaubwürdigkeit wieder erreiche.

Die Irrationalität in der Ökonomie"Wir haben ein sexualisiertes, ein gläubiges Verhältnis zum Geld"

Auge mit Euo-Zeichen (imago/blickwinkel)

"Potente" Unternehmen "befriedigen" ihre Gläubiger – allein die Sprache mache deutlich, welche Rolle Sexualität und Religion in unserem Verhältnis zum Geld spielen, sagt der Philologe Jochen Hörisch. Auch die Wirtschaftswissenschaft sei höchst irrational.

GroKo – ja oder nein? Martin Schulz hat die SPD ins Abseits geführt

SPD-Bundesvorsitzender Martin Schulz (picture alliance/dpa/Foto: Michael Kappeler)

SPD-Chef Martin Schulz warnt die Genossen vor den Folgen eines Neins zur Großen Koalition. Doch der Riss innerhalb der SPD will nicht kleiner werden. Auch die Umfragewerte sinken. Alles keine guten Aussichten, meint Moritz Küpper.

Erfahrungen in den NiederlandenRekordverdächtig lange ohne Regierung

Der Schriftzug "Alles komt goed" (deutsch: Alles wird gut) ist vor dem niederländischen Parlamentsgebäude in Den Haag zu sehen.  (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

In Deutschland ist es die längste Regierungsbildung der Geschichte. Im europäischen Ausland dagegen kennt man sich damit schon besser aus. Rekordhalter ist Belgien, aber auch die Niederlande haben ihre Erfahrungen in dem Bereich gesammelt – zuletzt sieben Monate lang.

Tagebücher verfolgter JudenSo tragisch, so literarisch wie bei Anne Frank

Ein Foto von Anne Frank, entstanden um das Jahr 1941. Anne Frank war damals ungefähr 11 Jahre alt. (picture-alliance / dpa / Anne Frank Fonds Basel)

Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den bekanntesten Zeugnissen verfolgter Juden im Nationalsozialismus. Doch neben ihr schrieben Hunderte anderer junger Juden über ihre Erlebnisse.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Leitantrag der SPD-Spitze  Schulz zeigt sich offen für Änderungen | mehr

Kulturnachrichten

Facebook: Nutzer entscheiden über Medienqualität | mehr

 

| mehr