Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundestag debattiert 60 Jahre Grundgesetz

Kauder: Gesetz ist Konsequenz unserer Geschichte

Erstes Kabinett Kanzler Adenauer (AP)
Erstes Kabinett Kanzler Adenauer (AP)

Der Bundestag in Berlin hat heute auf das 60-jährige Bestehen der Bundesrepublik Deutschland und ihres Grundgesetzes zurückgeblickt. Unionfraktionsschef Volker Kauder würdigte das Regelwerk als unmittelbares Resultat der deutschen Erfahrungen der Jahrzehnte zuvor.

Kauder erinnerte an die Entstehung des Grundgesetzes. Der Satz aus Artikel Eins: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" sei eine unmittelbare Konsequenz aus der deutschen Geschichte. Der CDU-Politiker nannte in diesem Zusammenhang das Scheitern der Weimarer Republik sowie die NS-Diktatur und den Holocaust. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges habe man nicht damit rechnen können, dass Deutschland wieder so schnell ein geachtetes Mitglied der Völkergemeinschaft werde.

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sagte, das Wichtigste sei, dass über sechs Jahrzehnte neben dem Frieden auch die Freiheit gewährleistet worden sei. Die Grünenpolitikerin Renate Künast meinte, Deutschland habe vor 60 Jahren seine Würde wiedererlangt. Heute bestehe aber die Gefahr, dass die garantierten Freiheitsrechte etwa durch das BKA-Gesetz immer weiter eingeschränkt würden. Der Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, betonte, am 60. Geburtstag sei die Versuchung groß, mit Stolz zurückzublicken. Allerdings müsse man auch einen kritischen Blick auf die Gegenwart werfen, weil die Wirtschaftsordnung zu immer größeren Ungleichheiten führe.

Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz beschlossen, kurz darauf, am 23. Mai, die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Wir feiern in diesem Jahr also ein 60-jähriges Doppeljubiläum. Grund genug für dradio.de, Rückschau zu halten auf die bewegenden Momente in der Geschichte dieser jungen Demokratie und unserer Gesetzgebung.

Mit der Vereinigung 1990 wurde der Geltungsbereich des Grundgesetzes auf die ostdeutschen Länder ausgedehnt. Artikel 146 des Grundgesetzes jedoch verweist ausdrücklich auf das Fehlen einer vom deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossenen gesamtdeutschen Verfassung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Kultur heute

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:30 Uhr Nachspiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Einhundert

Aus unseren drei Programmen

Le Pen und die Frauen"Es fehlen weibliche Rollenbilder bei den klassischen Parteien"

Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen Front National, steht bei einem Kongress der Partei im südfranzösischen Frejus mit ausgebreiteten Armen auf der Bühne. (AFP / Franck Pennant)

Frauen seien in Frankreichs politischem Bild in den letzten Jahren kaum vorgekommen, sagte die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot im DLF. Marine Le Pen besetze Themen wie Lohngleichheit, Homo-Ehe und verspreche Frauen vor dem Islamismus zu schützen. Damit habe sie Erfolg - auch wenn ihre Politik sehr stark ins Emotionale und Symbolische gehe, so Guérot.

EingebundenFliegende Blätter gefangen

Die Buchseiten eines Liebesromans sind in Herzform geklappt. (picture alliance / dpa / Susannah V. Vergau)

Was wäre die Menschheit ohne ihre Bücher oder deren Vorläufer? Wahrscheinlich noch immer ein Haufen Höhlenbewohner, die ihre Tage mit Sammeln und Jagen verbringen. Wort, Sprache und Schrift haben die Welt verändert – und jetzt im 21. Jahrhundert verändert sich das Buch.

Europa und USA"Die Rechten bieten sich heute als Schutzmacht der kleinen Leute an"

Mehrere tausend Pegida-Anhänger demonstrieren am 16.10.2016 auf dem Theaterplatz in Dresden (Sachsen).  (dpa / Oliver Killig)

Die politische Rechte in Europa und den USA habe vor allem in den unteren gesellschaftlichen Schichten Anhänger gefunden, sagte der Soziologe Sighard Neckel im DLF. Das liege unter anderem daran, dass sich die Rechten als Schutzmacht der kleinen Leute anbieten würden und die linken Parteien aus dieser Rolle ausgetreten seien.

Saudi-ArabienDie Zeit nach dem Öl

Blick auf die King Abdullah Economic City (KAEC) in der Nähe von Jeddah in Saudi-Arabien. (AFP PHOTO / Omar Salem)

In King Abdullah Economic City wohnen etwa 7.000 Menschen. Die Stadt soll auf die Zeit nach dem Öl vorbereiten. Und sie steht für eine gesellschaftliche Modernisierung des Landes. Es gibt aber starke Kräfte, die das Projekt gefährden könnten.

BangkokDas Ende der Garküchen

Für die rund 15 Millionen Menschen in und um Bangkok sind die Garküchen ein Lebensmittelpunkt. Die thailändische Militärrjunta hält sie für unhygienisch und will sie abschaffen.

Krankheit und HeilungBefund und Befindlichkeit

ILLUSTRATION - Ein Stethoskop liegt am 01.04.2015 in Berlin auf einem Notenblatt der 4. Sinfonie in d-Moll von Robert Schumann.  (dpa / picture-alliance / Jens Kalaene)

Weltweit steigt die Zahl der therapieresistenten chronischen Krankheiten. Immer mehr Patienten wenden sich komplementären Heilverfahren zu. Sind Körper und Seele feiner verwoben als die Schulmedizin annimmt?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Parteitag in Köln  AfD wählt Spitzenduo und beschließt Wahlprogramm | mehr

Kulturnachrichten

"Welttag des Buches": 100 Verlage öffnen ihre Tore  | mehr

 

| mehr