Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundestag verabschiedet Kinderförderungsgesetz

Familienministerin von der Leyen: Ausbau der Kleinkinderbetreuung ist ein "Meilenstein"

Ursula von der Leyen warb für das  Kita-Gesetz  (AP)
Ursula von der Leyen warb für das Kita-Gesetz (AP)

Der Bundestag in Berlin hat mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen das neue Kinderförderungsgesetz beschlossen. Damit gibt es künftig einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. In der Debatte hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zuvor erklärt, dieses Vorhaben werde das Land spürbar verändern.

Das Ziel, bis 2013 Betreuungsplätze für jedes dritte Kind unter drei Jahren zu schaffen, sei ein "Meilenstein" für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. 2007 habe es in Westdeutschland durchschnittlich Betreuungsplätze für jedes zehnte Kind gegeben, sagte die Ministerin. Damit sei man noch "weit von einem bedarfsgerechten Angebot" entfernt.

Sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass in manchen Gemeinden im Westen Deutschlands gerade mal für fünf Prozent der Kleinkinder ein Kitaplatz zur Verfügung stehe. "Ein steiler Weg liegt noch vor uns."

Außerdem plädierte sie für einheitliche Bildungsrichtlinien und eine bessere Vergütung von Tagesmüttern. Die Betreuung bei Tagesmüttern müsse raus aus dem Schwarzmarkt, sagte von der Leyen.

Sager: "Bildungspolitisches Armutszeugnis"


Kritik an dem Gesetz kam von der Opposition. Von anspruchsvollen Ideen seien nur butterweiche Formulierungen übrig geblieben, erklärte die FDP-Abgeordnete Miriam Gruß. Auch die Grüne-Vizefraktionschefin Krista Sager lehnte das Gesetz ab: "Das Betreuungsgeld ist ein bildungspolitisches Armutszeugnis."

Die Linken-Abgeordnete Diana Golze kritisierte, die vom Bund zugesagten vier Milliarden Euro reichten nicht aus. Es sei zu befürchten, dass die Kommunen die Rechnung begleichen müssen (über die Entscheidung im Bundestag berichtete Andreas Baum in den "Informationen am Mittag" im Deutschlandfunk MP3-Audio).

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Pastorentöchter und gute Hirten Von der Kunst des Regierens

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) in einer Bildkombo (AFP Photo / Odd Andersen / Fred Tanneau)

Bis zum letzten Moment kämpfen die Parteien um die Wähler. Programme, Themen und Personen sollen noch schnell in den Köpfen der Bürger verankert werden. Aber was heißt es genau, gut zu regieren? Wir fragen den Soziologe Ulrich Bröckling.

Techcrunch-KonferenzUS-Start-ups entdecken künstliche Intelligenz

Blaupause für einen roboterhaften vitruvianischen Mann (imago/Ikon Images)

Die Start-up-Konferenz Techcrunch Disrupt in San Francisco ist ein Spiegelbild der angesagten Themen im Silicon Valley. Etwa 100 Unternehmen präsentierten hier ihre Themen. Immer mehr Geschäftsideen setzen dabei auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Raubkunst im Humboldt Forum?Haus der Weißen Herren

Benin Büsten im Museum Dahlem (Lorenz Rollhäuser)

Wie viel koloniale Arroganz steckt in der Planung des Humboldtforums? Eine Recherche in Deutschland und Nigeria.

Bundestagswahl 2017Brauchen wir eine Wahlpflicht?

Auf einem Schild steht "Zum Wahllokal", darunter ein roter Pfeil. (imago / CHROMORANGE)

Am Sonntag ist es wieder soweit: Rund 61,5 Millionen Bürger sind aufgerufen, einen neuen Bundestag zu wählen. Aber wie viele werden ihr Wahlrecht wahrnehmen? Immer weniger machen ihr Kreuzchen. Wie kann man der Wahlunlust entgegensteuern?

Die EU und der Brexit"Das Ziel ist, kein Scheitern zu sehen"

Sir Sebastian Wood, britischer Botschafter in Deutschland. (pa/dpa/Carstensen)

Am 1. April 2019 soll es soweit sein: Dann verlässt Großbritannien die EU. Die Uhr ticke, sagte der britische Botschafter Sebastian Wood im Dlf. Nun gehe es darum, über die Zukunft zu sprechen und dabei die Interessen der Bürger und Unternehmen zu berücksichtigen. Ziel sei es, einen guten Deal für beide Seiten auszuhandeln.

Unabhängigkeitsreferendum im Irak"Daumenschrauben für Bagdad"

Jochen Hippler, Politologe und Friedensforscher an der Universität Duisburg (Imago / Metodi Popow)

"Ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, dass nach dem Referendum wirklich die Unabhängigkeit ausgerufen wird", sagte der Politologe Jochen Hippler im Dlf. Die Abstimmung der nordirakischen Kurden am Montag sei eher ein Hebel, um Bagdad zu Zugeständnissen zu bewegen. Die Eskalationsgefahr sei aber hoch.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Bundestagswahl  4.800 Kandidaten, 598 Mandate | mehr

Kulturnachrichten

Berliner Volksbühne bleibt besetzt  | mehr

 

| mehr