Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundeswehr muss 31 Standorte schließen

Verteidigungsminister gibt Einzelheiten zur Bundeswehrreform bekannt

Die Bundeswehr wird erheblich reduziert. (picture alliance / dpa)
Die Bundeswehr wird erheblich reduziert. (picture alliance / dpa)

Die Streichliste steht jetzt fest: Verteidigungsminister Thomas de Maizière lässt 31 Standorte der Bundeswehr in den kommenden Jahren schließen. Betroffen sind zehn der 16 Bundesländer. Viele weitere Kasernen werden drastisch verkleinert.

Besonders hart trifft die Streichliste Schleswig-Holstein. Hier werden acht Standorte geschlossen. In Rheinland-Pfalz sind es fünf Kasernen. In Baden-Württemberg vier, in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen jeweils drei. Zwei Standorte werden in Nordrhein-Westfalen geschlossen und einer in Sachsen. Ausgenommen bleiben Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, das Saarland und Sachsen-Anhalt.

Neben den Schließungen von Standorten soll es auch zu einem erheblichen Personalabbau kommen. 33 Standorte sollen deutlich verkleinert werden. Geschuldet sind diese Maßnahmen der Abschaffung der Wehrpflicht sowie der geplanten Verkleinerung der Streitkräfte auf 185.000 Soldaten.

Bei den betroffenen Bundesländern lösen die Pläne Besorgnis aus. Um geschlossene Standorte in Zukunft zivil nutzen zu können, müsse der Bund Länder und Kommunen finanziell unterstützen, meint der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Dabei gehe es bundesweit um eine dreistellige Millionensumme. Die CSU-Landesgruppenchefin im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, fordert gemeinsame Hilfen von Bund, Ländern und Kommunen für die betroffenen Standorte.

Laut Kay Ruge vom Deutschen Landkreistag haben unter den Schließungen strukturschwache Gebiete im ländlichen Raum besonders zu leiden. Nun gehe es darum, die Kommunen bei der Nach- und Umnutzung der militärischen Gelände organisatorisch und finanziell zu unerstützen, sagte Ruge im Deutschlandfunk.

Änderung der Führungsstruktur

Von der Verkleinerung ist auch die Führungsstruktur nicht ausgenommen. Diese soll im Umfang reduziert werden. Zugleich werden die Sitze verlegt: Das Kommando Heer zieht nach Strausberg in Brandenburg, das Kommando Luftwaffe nach Berlin-Gatow und das Kommando Marine nach Rostock. Die Streitkräftebasis SKB hat ihren Sitz künftig in Bonn und der Zentrale Sanitätsdienst in Koblenz.

Auch das Verteidigungsministerium selbst wird von derzeit gut 3000 Mitarbeitern um ein Drittel auf 2000 reduziert. Erster Dienstsitz bleibt Bonn, doch sollen die meisten Dienstposten nach Berlin gehen, wo derzeit nur 500 Mitarbeiter tätig sind.

Milliardenschweres Beleitprogramm zur Reform

Wie de Maizière bereits in der vergangenen Woche bekanntgab, wird der Umbau der Bundeswehr die Steuerzahler bis 2015 rund eine Milliarde Euro kosten. Darin enthalten sind unter anderem Abfindungen für ausscheidende Soldaten, aber auch Prämien, mit denen hochqualifizierte Bundeswehrangehörige zum Verbleib in der Truppe animiert werden sollen.

Übersicht über die betroffenen Standorte bei Tagesschau.de

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Loveparade-KatastropheNotwendiges Neuland

Eine Gedenkstätte für das Loveparade-Unglück in Duisburg.  (dpa/Monika Skolimowska)

Die Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe von vor sechs Jahren sei in ein unwürdiges Schwarzer-Peter-Spiel ausgeartet, kommentiert Moritz Küpper. Warum nicht den Teufelskreis durchbrechen und eine unabhängige Untersuchungskommission einsetzen? Das wäre Neuland - und ein Zeichen an die Opfer.

Medienreform in PolenWackelt die vierte Gewalt im Staat?

Demonstration gegen Polens umstrittenen Medien- und Justizgesetze in Brüssel am 18. Januar 2016. (picture alliance / dpa  - Laurent Dubrule)

Die amtierende PiS-Regierung in Polen plant für den 1. Juli eine Reform der Medien. Die öffentlichen-rechtlichen Medien sollen in nationale verwandelt werden. Wegen internationaler Kritik hat die Regierung die Reform auf 2017 verschoben.

Darknet und Deep WebWarum Anonymität im Netz wichtig ist

Eine Illustration, bei der ein Mann im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam (Brandenburg) eine Hand auf einen Bildschirm mit dem visualisierten, weltumspannenden Internet hält. (dpa / Ralf Hirschberger)

Der Journalist und Autor Alexander Krützfeldt hält es für falsch, nach den jüngsten Gewalttaten nun die Möglichkeiten zu begrenzen, anonym im Internet zu surfen. Solche Software sei wichtig für Dissidenten, NGOs und Reporter, sagte er im DLF.

Unruhe vor Parteitag der DemokratenHat die Parteispitze Clinton bevorzugt?

Arbeiter bereiten den Saal im Wells Fargo Center in Philadelphia für den National Convention der US-Demokraten vor. (picture-alliance/ dpa/ epa/ CJ Gunther)

Ex-Außenministerin Hillary Clinton will ins Weiße Haus. Der Nominierungsparteitag der Demokraten in Philadelphia soll deshalb zu einer machtvollen Demonstration der Einheit werden. Doch ausgerechnet jetzt sorgen pikante und geleakte E-Mails aus dem Kreis der Parteispitze für Unruhe.

Autorin Stefanie SargnagelZwischen Depression und Größenwahn

Die Autorin Stefanie Sargnagel (picture alliance / dpa / Horst Ossinger)

Ihre literarische Karriere begann auf Facebook, ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie dieses Jahr mit einer Einladung zu den Bachmann-Tagen in Klagenfurt. Die Österreicherin Stefanie Sargnagel gilt als Kult-Autorin. Wir reden mit ihr über Depression und Größenwahn.

SchönheitsidealHilfe, mein Kinn ist nicht männlich!

Wenn ihr im Netz nach "Plastischer Chirurgie" sucht, findet ihr neben Nasen und Brüsten immer mehr Diskussionen über das Kinn. Junge Männer fragen sich: Sollte ich über ein Kinnimplantat nachdenken? DRadio Wissen hilft euch.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Japan  Zahlreiche Tote und Verletzte bei Messerattacke | mehr

Kulturnachrichten

Schärfere Kontrollen bei Konzerten  | mehr

Wissensnachrichten

Anti-Ransomware-Programm  Europol gegen Netz-Erpressungen | mehr