Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundeswehr übergibt Feldlager in Kundus

Ende für Bundeswehreinsatz in afghanischer Provinz

Thomas de Maizière und Guido Westerwelle haben in Afghanistan an der feierlichen Übergabezeremonie teilgenommen.  (picture alliance / dpa)
Thomas de Maizière und Guido Westerwelle haben in Afghanistan an der feierlichen Übergabezeremonie teilgenommen. (picture alliance / dpa)

Es ist ein Meilenstein auf dem Weg der Bundeswehr zum Abzug aus Afghanistan: Unter großen Sicherheitsvorkehrungen wurde das Lager Kundus an die afghanischen Truppen übergeben. Bei Kämpfen in anderen Landesteilen starben derweil Zivilisten und NATO-Soldaten.

<p>Am Sonntag ist der Einsatz der Bundeswehr in der afghanischen Provinz Kundus offiziell beendet worden. Die Bundeswehr zieht aus der Region ab, etwa 900 deutsche Soldaten werden das Land verlassen. Mit dem Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) und dem Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sind gleich zwei deutsche Minister in das Land gereist, um an der feierlichen Zeremonie teilzunehmen, bei der das Lager an die örtlichen Sicherheitsbehörden <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/06/drk_20131006_1205_97157167.mp3" title="Übergabe des Feldlagers (MP3-Audio)"> übergeben wurde</a>. <br /><br />Spätestens Ende des Monats soll das Lager vollständig geräumt sein. Ganz wird es das für die Bundeswehr in Kundus aber nicht gewesen sein: Im Notfall, wenn die afghanischen Verbündeten Unterstützung brauchen, kann sie noch eine bis zu 300 Mann starke Eingreiftruppe aus dem Hauptquartier in Masar-i-Scharif nach Kundus schicken. <br /><br /></p><p><strong>Gemischte Bilanz</strong></p><p>Markus Kaim, Forschungsgruppenleiter in Sachen Sicherheitspolitik am Institut für Wissenschaft und Politik in Berlin, zog im <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/06/dlf_20131006_1311_10199d2f.mp3" title="Interview mit Markus Kaim (MP3-Audio)"> Deutschlandfunk eine gemischte Bilanz</a> des Einsatzes. So sei der Anti-Terrorkampf zu Beginn mit einer weitgehenden Zurückdrängung Al-Kaidas "vergleichsweise erfolgreich" gewesen. Allerdings habe es zuletzt "erhebliche Defizite beim Aufbau eines funktionierenden Staates" gegeben.<br /><br /></p><p><strong>"Das war eine Zäsur"</strong></p><p>In seiner Rede betonte Verteidigungsminister de Maizière die Bedeutung von Kundus nicht nur für Bundeswehr, sondern für das gesamte deutsche Volk: Kundus sei der Ort, an dem die Bundeswehr lernen musste zu kämpfen, sagte de Maizière. "Das war eine Zäsur, nicht nur für die Bundeswehr, sondern auch für die deutsche Gesellschaft." Bisher starben mehr als 30 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, die meisten in Kundus und in der Nachbarprovinz Baghlan. <br /><br />Außenminister Westerwelle betonte, dass sich das deutsche Engagement in Afghanistan bisher gelohnt habe und weiter fortgesetzt werde. "Vieles ist heute besser in Afghanistan, aber noch lange ist nicht alles gut", sagte der FDP-Politiker. "Wir kehren den Menschen in Afghanistan nicht den Rücken."<br /><br />An der Übergabezeremonie nahmen auch der afghanische Vize-Verteidigungsminister Nasrullah Nasari und Innenminister Umer Daudsai teil. Daudsai zeigte sich sicher, dass die afghanischen Kräfte alleine für die Sicherheit in Kundus sorgen könnten. "Jetzt haben wir eine starke Armee und eine starke Polizei in Afghanistan", sagte er. In das Bundeswehr-Lager soll künftig ein Bataillon afghanischer Soldaten und Bereitschaftspolizei einziehen.<br /><br /></p><p><strong>Mehrere Tote bei Kämpfen</strong></p><p>Derweil lief die Bewerbungsfrist für <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/06/drk_20131006_1211_78c20af1.mp3" title="Vor der Präsidentschaftswahl in Afghanistan (MP3-Audio)"> die Präsidentschaftswahlen im April 2014 </a>aus, bei denen Staatschef Hamid Karsai nicht mehr antreten darf. <br /><br />Bei einem NATO-Luftangriff im Osten Afghanistans starben in der Nacht zum Samstag nach örtlichen Behördenangaben mindestens fünf Zivilisten, unter ihnen drei Kinder. Im Süden des Landes wurden nach afghanischen Angaben vier US-Soldaten getötet. Die NATO bestätigte lediglich den Tod von vier Soldaten der internationalen Afghanistantruppe. Auch am Vortag starb ein westlicher Soldat, er wurde von einem Sicherheitsmann der verbündeten Truppen erschossen. Insgesamt ist die Sicherheitslage im Land sehr angespannt und hat sich in den vergangenen Monaten wieder verschlechtert. <br /><br /><strong>Mehr dazu bei Dradio.de:</strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="260878" text="Deutscher Kommandeur gab Befehl zu Luftangriff in Afghanistan" alternative_text="Deutscher Kommandeur gab Befehl zu Luftangriff in Afghanistan" /><br />ISAF-Flugzeug griff Aufständische an<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253584" text="De Maizière grundsätzlich für Verhandlungen mit Taliban" alternative_text="De Maizière grundsätzlich für Verhandlungen mit Taliban" /><br />Bundesverteidigungsminister zu Truppenbesuch in Afghanistan<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253590" text="&quot;Afghanistan wird nie ein ganz ruhiges sicheres Land werden&quot;" alternative_text="&quot;Afghanistan wird nie ein ganz ruhiges sicheres Land werden&quot;" /><br />Bundesverteidigungsminister zu Truppenbesuch in Afghanistan<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253161" text="Konkretes Angebot an Afghanistan" alternative_text="Konkretes Angebot an Afghanistan" /><br />Bis zu 800 deutsche Soldaten sollen nach 2014 im Land bleiben<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="257413" text="Von A wie Abzug bis Z wie Zivilgesellschaft" alternative_text="Von A wie Abzug bis Z wie Zivilgesellschaft" /><br />Sprach-Wirrwarr in der Afghanistan-Berichterstattung<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="248009" text="Bilanz nach zehn Jahren Afghanistan" alternative_text="Bilanz nach zehn Jahren Afghanistan" /><br> Die Bundeswehr beginnt mit dem Abzug aus Kundus<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="235913" text="Abzug auf Raten" alternative_text="Abzug auf Raten" /><br> Die Bundeswehr und das Afghanistan-Mandat</p>
 

Letzte Änderung: 21.10.2013 11:34 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 21:05 Uhr JazzFacts

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 20:03 Uhr Konzert

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Bundestagswahl und InternetWelchen Einfluss haben Fake-News auf die Wahl?

Symbolbild Fake News (Imago / Christian Ohde)

Bei Facebook, Twitter und Co. wird vor der Bundestagswahl kräftig Meinung gemacht. Wie groß ist dabei der Einfluss von Falschmeldungen? Gefährden sie die Demokratie? #wahlcheck17 in Berlin geht auf Spurensuche.

SabbaticalDie Auszeit sollte gut geplant sein

Ein Wanderer spaziert mit seinem Hund in den Bergen. (Imago / Westend61)

Manche Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein sogenanntes Sabbatical an: einen Ausstieg auf Zeit mit Rückkehrgarantie. Bevor Arbeitnehmer in die Auszeit starten, sollten einige rechtliche Fragen geklärt werden.

Neuer Trend in der deutschsprachigen LiteraturGeschichtslust - der Boom historischer Stoffe

Ein Denkmal Friedrich des Großen (1712-1786) - Friedrich II. - in Kloster Zinna (picture alliance / dpa / Ralf Hirschberger)

Im Herbst erscheinen eine ganze Reihe deutschsprachiger Romane, die um historische Stoffe und Persönlichkeiten komponiert sind: Wir sprechen mit Helmut Böttiger darüber, woher die neue Lust am Historischen kommt - bei Literaten und bei Lesern.

Fiktive Wahlkampfreden von LiteratenWähle! Wähle vernünftig - auch wenn die Zähne knirschen

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff freut sich am 26.10.2013 in Darmstadt (Hessen) bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises  (dpa / picture alliance)

Sibylle Lewitscharoff hält eine fiktive Wahlkampfrede aus der Sicht eines Juristen im Ruhestand. Angesichts des Personals in anderen Ländern findet sie, dürften sich die Deutschen glücklich schätzen.

Cola-Verschwörungsmythen"Trink nicht das Blut deines Bruders"

Coladosen in der neuen Fabrik in Isparta, Türkei (imago stock&people / Tolga Adanali)

Coca-Cola ist für manche Muslime zum Feindbild geworden. Sie unterstellen dem Getränkehersteller, Israel aufzurüsten. Dieser Verschwörungsmythos führt in der Türkei zu Protesten. Zuletzt, als Präsident Erdoğan eine neue Cola-Fabrik eröffnete. Nun gießen immer mehr Türken die Limo in den Gulli.

Atomabkommen mit dem IranAusstieg der USA "wäre eine große Katastrophe für die Welt"

Stefan Liebich, Mitglied der Berliner Linken und des Bundestages, nimmt am 30.05.2015 in Berlin am Landesparteitag der Partei Die Linke teil. Porträt eines Mannes im Anzug, der freundlich lächelnd in die Kamera grinst, das Kinn aufgestützt in der Hand, mit Brille. (dpa/Stephanie Pilick)

Die USA drohen mit der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran. Stefan Liebich, Obmann der Linken im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, hält das für eine "ganz falsche Entwicklung". Nur weil der Präsident im Weißen Haus jetzt nicht mehr Obama heiße, sei das kein Grund, alles über den Haufen zu werfen, sagte er im Dlf.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO-Vollversammlung  Gabriel kritisiert nationale Egoismen | mehr

Kulturnachrichten

Russland schickt Swjaginzew ins Oscar-Rennen  | mehr

 

| mehr