Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Bundesweite Proteste gegen Fluglärm

Kundgebungen an sechs Flughäfen

Fluglärmgegner demonstrieren am Flughafen Leipzig/Halle (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)
Fluglärmgegner demonstrieren am Flughafen Leipzig/Halle (picture alliance / dpa / Hendrik Schmidt)

Unter dem Motto "Fluglärm macht krank" haben Menschen auf die Belastungen in der Nähe von Großflughäfen aufmerksam gemacht. In Frankfurt am Main, Berlin, München, Düsseldorf, Köln und Leipzig kamen einige hundert bis mehrere tausend Demonstranten zusammen.

Die vermutlich größten Proteste fanden vor den Toren Berlins statt. Sie richteten sich gegen den neuen Flughafen BBI, der am 3. Juni in Betrieb geht. Rund 10.000 Menschen beteiligten sich nach Angaben des Veranstalters an einem Demonstrationszug und einer Kundgebung. Auch in Frankfurt am Main wurden etwa 10.000 Teilnehmer gezählt.

In der Region Berlin-Brandenburg kämpfen Bürgerinitiativen seit Monaten erbittert um die künftigen Flugrouten. Die Forderung nach einem strengen Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr ist neben dem Flugrouten-Protest und der Ablehnung eines internationalen Drehkreuzes eines der zentralen Anliegen der vom Fluglärm betroffenen Kommunen.

Die Sprecherin des "Bündnisses der Bürgerinitiativen", Ingrid Kopp, sieht mehr Grund zum Protest als je zuvor. "Wenn es jetzt draußen wärmer wird, merken viele Menschen erst, dass ihre Freizeit nur noch hinter verschlossenen Fenstern und Türen stattfinden kann", sagte sie hr-online. Der Widerstand der Fluglärmgegner werde auch deshalb noch zunehmen, weil es nicht nur um den nächtlichen Fluglärm gehe. "Viele Menschen berichten, dass sie auch tagsüber wie in der Hölle leben".

Offener Brief an Angela Merkel

In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigten Ärzte, Politiker und Bürger aus Mainz die Forderung nach der Ausweitung des derzeit geltenden vorläufigen Nachtflugverbots in Frankfurt am Main. In einer am Samstag veröffentlichten Beilage der "Gesundheitsregion Rheinhessen" treten sie ferner dafür ein, dass Kliniken in Mainz nicht mehr überflogen werden dürfen. "Mit der aktuellen, brutalen Verlärmung gefährden wir den Genesungsprozess schwerkranker Patienten", heißt es. Den Brief haben auch Landesbildungsministerin Doris Ahnen und Arbeitsministerin Malu Dreyer (beide SPD) sowie Umweltministerin Ulrike Höfken (Bündnis 90/Die Grünen) unterschrieben.

Bundesverwaltungsgericht entscheidet am 4. April

Im Prozess um ein dauerhaftes Nachtflugverbot in Frankfurt will das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 4. April ein Urteil verkünden. Derzeit gilt ein vorläufiges Flugverbot zwischen 23 und 5 Uhr, das der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) im Herbst verhängt hatte.

Der Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Stefan Schulte, bezeichnete ein Nachtflugverbot als verschmerzbar. Nicht verzichten könne Fraport allerdings auf die Flüge in den Nachtrandstunden. Der Flughafen werde wegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den nächsten Jahren langsamer wachsen, damit nehme auch der Fluglärm langsamer zu als befürchtet.

Bärbel Höhn: "Wir brauchen endlich praktikable Lösungen"

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne im Bundestag, Bärbel Höhn, sagte im Deutschlandfunk: "Es ist erstaunlich, dass wir Bahnhöfe unter die Erde verlegen und Flüge nachts starten und landen lassen. Wir brauchen endlich praktikable Lösungen". Höhn, die früher auch Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen war, wird als Rednerin bei der Kundgebung in Düsseldorf erwartet.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr DLF - Zeitzeugen im Gespräch

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 18:15 Uhr Redaktionskonferenz

Aus unseren drei Programmen

Debatte über Abschiebungen"Man hat über Afghanistan nicht gesprochen"

Der Innenminister von Schleswig-Holstein, Stefan Studt, SPD (picture-alliance / dpa / Daniel Bockwoldt)

Schleswig-Holstein hat Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan gestoppt. Die Lage dort habe sich 2016 noch einmal dramatisch verschlechtert, sagte SPD-Innenminister Stefan Studt im DLF. Er betonte, Afghanistan sei beim Treffen der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin jüngst kein Thema gewesen.

Volker Kitz: "Feierabend"Niemand muss für seinen Job brennen!

Volker Kitz (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Leidenschaft im Beruf? Das muss nicht sein, sagt Autor Volker Kitz und plädiert für mehr Gelassenheit. Arbeit müsse nicht der wichtigste Lebensinhalt sein.

KARNEVAL UND FASCHINGFest für Herpes und Geschlechtskrankheiten

Heute beginnt in den Faschings-, Fastnachts- und Karnevalshochburgen die ganz heiße und sündige Zeit: Es wird gesoffen, geknutscht und gefummelt. Doch Vorsicht: Auch Herpesviren und Geschlechtskrankheiten lieben die tollen Tage.

Vatikanische MuseenDer Mann mit der Schlüsselgewalt

Innenansicht der sixtinischen Kapelle mit den Fresken Michelangelos. (picture alliance / dpa / Musei Vaticani / Ansa / Claudio)

Die Vatikanischen Museen sind die ältesten öffentlich zugänglichen Kunstsammlungen der Welt. Sie werden jährlich von rund 25 Millionen Menschen besucht. Sie sind eine modern organisierte Museumsmaschine. Aber einige anachronistisch anmutende Kuriositäten sind geblieben: etwa der so genannte "Clavigero", der Herr aller 3.000 Museumsschlüssel.

Islam und IntegrationWir brauchen eine umarmende Säkularität

Das Foto vom 15.02.2017 zeigt die DITIB-Moschee in Fürthen (Rheinland-Pfalz). Fahnder des Bundeskriminalamtes haben das Anwesen aufgrund von Spionage-Vorwürfen gegen Imame des islamischen Moscheeverbandes DITIB durchsucht. Foto: Thomas Frey/dpa | Verwendung weltweit (Thomas Frey/dpa)

Die Engstirnigkeit deutscher Islamverbände steht der offenen Gesellschaft entgegen, sagt der Grünen-Politiker Memet Kılıç. Islamische Erziehung sei Teil des Problems − gegen religiösen Fanatismus helfe nur mehr Ethik, Philosophie, Kunst und Aufklärung.

Begrenzung der Managergehälter?"Willkürlicher Eingriff in die Vertragsfreiheit"

Eine Reihe von Männern in Anzügen, der Blick geht auf Hosen und Schuhe. (picture alliance / dpa / Grigoriy Sisoev)

Die von der SPD ausgelöste Debatte über Managervergütungen sei "übertrieben", sagte Unternehmensberater Alexander von Preen im DLF. "Ausreißer" bei VW und Deutscher Bank würden in den Vordergrund gestellt. Grundsätzlich gebe es bereits Instrumente zur Begrenzung von Gehältern.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Gabriel mahnt ernsthafte Bemühungen um Frieden an | mehr

Kulturnachrichten

Neues Kulturzentrum in Athen eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Artenschutz  Hunde spüren Geparden auf | mehr