Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Caterer kündigt Entschädigung für Erkrankte an

Erdbeeren offenbar Auslöser für Magen-Darm-Infektionen in Ostdeutschland

Tiefgefrorene Erdbeeren sollen die Ursache der Magen-Darm-Infektionen in Ostdeutschland sein (dpa / Soeren Stache)
Tiefgefrorene Erdbeeren sollen die Ursache der Magen-Darm-Infektionen in Ostdeutschland sein (dpa / Soeren Stache)

Das Catering-Unternehmen Sodexo hat angekündigt, die Betroffenen der Magen-Darm-Infektionen zu entschädigen. Zugleich scheint der Auslöser für den rätselhaften Brechdurchfall gefunden zu sein.

"Wir entschuldigen uns in aller Form bei den betroffenen Kindern und Familien und hoffen, dass es allen Kindern inzwischen wieder gut geht", erklärte das in die Kritik geratene Catering-Unternehmen Sodexo. Die Betroffenen sollen "für die entstandenen Unannehmlichkeiten" entschädigt werden. Details wurden nicht genannt. Bei dem größten lebensmittelbedingten Ausbruch in Deutschland waren mehr als 11.000 Menschen vor allem in Kitas und Schulen in Ostdeutschland erkrankt.

Die Ursache für die massenhaften Magen-Darm-Infektionen scheint unterdessen gefunden: Tiefgefrorene Erdbeeren haben sehr wahrscheinlich die Krankheitswelle ausgelöst. Nun soll am Wochenende mit Hochdruck in den Laboren nach nachweisbaren Spuren in den verdächtigen Erdbeeren gesucht werden, erklärte Holger Eichele, Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung.

Die Vermutung, dass Erdbeeren der Übeltäter sind, basieren bisher allein auf Befragungen von Patienten und der Rückverfolgung von Essenlieferungen von Großküchen. "Wir sind bei den Ermittlungen nun aber einen großen Schritt vorangekommen", sagte Eichele.

Verdächtige Erdbeeren stammen vermutlich aus China

Aus Kreisen der Lebensmittelfahnder hieß es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weitere Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert. Das Brandenburger Umweltministerium spricht von insgesamt 44 Tonnen Tiefkühl-Erdbeeren, die über den Hamburger Hafen aus China in Deutschland verteilt wurden. Sie seien in Zehn-Kilo-Gebinden von einem Direktimporteur bezogen worden.

Sodexo kündigte an, die Auswahl seiner Lieferanten "strikter handhaben" zu wollen. Um Vorfälle dieser Art künftig zu vermeiden, "werden wir alles technisch und organisatorisch Machbare unmittelbar umsetzen", erklärte das Unternehmen.

Aktuelle Informationen zum Stand der Ursachenforschung für den Brechdurchfall-Ausbruch, zu den aktuellen Zahlen und zur Zusammenarbeit von Bund und Ländern stellt das Robert-Koch-Institut auf seiner Homepage zur Verfügung.


Mehr zum Thema:

Brechdurchfall: Weniger Neuinfektionen gemeldet - Mindestens 8365 Kinder und Jugendliche in Ostdeutschland betroffen
"Wir gehen davon aus, dass es ein lebensmittelübertragener Ausbruch ist" - Epidemiologist zur Brechdurchfallerkrankungen in Ostdeutschland
Deutsche Schulmensen schlecht aufgestellt - Volker Peinelt fordert mehr Profis zu engagieren
Radiolexikon Norovirus - Übelkeit und Erbrechen
Interview 2012-10-01 - Schulessen unter Kontrolle - Ursachensuche für die rätselhaften Magen-Darm-Erkrankungen bei Schülern *

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Atelier neuer Musik

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Die besondere Aufnahme

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Neue deutsche TürkeipolitikMit Erdogan darf es keine Beitrittsgespräche geben

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD). (Kay Nietfeld/dpa)

Die Luft ist dick zwischen Deutschland und der Türkei, meint Michael Thumann im Dlf. Außenminister Sigmar Gabriel habe diese Woche die finanziellen Daumenschrauben ausgepackt. Doch nicht nur Deutschland, auch die EU stehe vor einer klaren Entscheidung.

Kräfteverhältnisse vor der WahlAlles Merkel – oder was?

Angela Merkel steht in einem hellblauen Blazer am Rednerpult des Bundestags. (dpa/Bernd von Jutrczenka)

Kritik, Attacken und Gemeinheiten - all das scheint Angela Merkel nichts auszumachen. Vor der Wahl im September zieht bislang keine Angriffstaktik der anderen Parteien. Der Politikwissenschaftler Thorsten Faas spricht über das "Phänomen Merkel".

Holyday SicknessDie erfundene Urlaubskrankheit

Eine Strandaußenaufnahme (imago / CHROMORANGE)

Vor allem britische Urlauber verklagen Reiseveranstalter, weil sie sich im Urlaub an einer Magen-Darm-Grippe angesteckt haben - angeblich. Die Regierung will dagegen vorgehen.

Dokumentarfilm über Bud Spencer Die alten Haudegen kommen wieder

Bud Spencer (l.) und Terence Hill bei den Dreharbeiten zum Film "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" von 1973 (imago/Granata Images)

Acht Jahre hat er an seinem Dokumentarfilm über Bud Spencer gearbeitet: ohne Geld und ohne Produktionsfirma. Mit der Hilfe von tausenden Fans hat Regisseur Karl-Martin Pold schließlich einen außergewöhnlichen Film hinbekommen.

DieselskandalDie Autoindustrie hat in Deutschland immer Vorfahrt

Ein junger Mann mit Atemmaske auf einer Anti-Feinstaub-Demo in Berlin-Neuköllnläuft während einer Feinstaub-Demo in Berlin-Neukölln. (Imago)

Stickoxide töten Menschen - das scheine der Gesetzgeber vergessen zu haben, kommentiert Silke Hahne. Anders sei die Hartnäckigkeit, mit der er seine Hand über die Autoindustrie halte, kaum zu erklären. Das sei Patenschaft, nicht Politik.

Porno PortaleSchon bald gesperrt?

Vor rotem Hintergrund ist das Wort "Porn" aus den Tasten einer Computertastatur gelegt. (Foto: dpa / Tuomas Marttila) (dpa / Tuomas Marttila)

XHamster, Pornhub, Youporn und so weiter - die Zahl der kostenlosen Porno-Portale im Netz ist endlos. Einen effektiven Jugendschutz haben die wenigsten Seiten. Das könnte sich bald ändern.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Venezuela  Wieder Proteste, wieder Krawalle | mehr

Kulturnachrichten

Medien: US-Schauspieler John Heard tot  | mehr

 

| mehr