Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Chaostage bei der FDP

Heftige Reaktionen auf Rücktritt von FDP-Generalsekretär Lindner

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)
Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler und der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

Morgen wollen die Liberalen das Ergebnis ihrer umstrittenen Mitgliederbefragung zum ESM-Rettungsschirm bekanntgeben. Doch der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204716" text="unerwartete Rücktritt von Generalsekretär Christian Lindner" alternative_text="unerwartete Rücktritt von Generalsekretär Christian Lindner" /> hat das Agenda Setting gründlich durcheinander gebracht.

<p><papaya:media src="468443c451a4327e800521cc4b548ecd" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Der sächsische FDP-Landechef und stellvertretende Bundesvorsitzende Holger Zastrow" popup="yes" />Als "unprofessionell und auch nicht verantwortungsbewusst" <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70955" text="kritisierte Holger Zastrow, stellvertretender FDP-Chef und Landesvorsitzender der Liberalen in Sachsen, den Rücktritt Lindners" alternative_text="kritisierte Holger Zastrow, stellvertretender FDP-Chef und Landesvorsitzender der Liberalen in Sachsen, den Rücktritt Lindners" /> im Deutschlandfunk. Der Grad der Lächerlichkeit, den die FDP mittlerweile erreicht habe, verschlage einem den Atem. <br /><br />Mit dem Mitgliederentscheid über den ESM-Rettungsschirm könne die Entscheidung des 32-Jährigen nichts zu tun haben, sagte der sächsische FDP-Politiker: Die Liberalen seien die einzige Partei, die sich traue, ihre Basis entscheiden zu lassen. Bei der Mitgliederbefragung <br />würden momentan die Stimmen noch gezählt. Parteichef Philipp Rösler war intern in die Kritik geraten, weil er den Entscheid, den Kritiker des Rettungsschirms initiiert hatten, schon im Vorfeld für gescheitert erklärt hatte. <br /><br /><papaya:media src="a5a4dee74f41cb1f3f1bc12ff5107acd" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Lasse Becker, Vorsitzender der Jungen Liberalen" popup="yes" /></p><p><strong> Zeitpunkt des Rücktritts schlecht gewählt</strong></p><p>Auch <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="164440" text="der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, sagte im Deutschlandradio Kultur" alternative_text="der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Lasse Becker, sagte im Deutschlandradio Kultur" />, er sei "in der Tat etwas wütend". Er könne den Rücktritt Lindners nicht nachvollziehen, der Zeitpunkt sei schlecht gewählt, sagte Becker. In Zukunft erwarte er von der FDP-Spitze mehr Teamgeist und Entschlossenheit. Am "generellen Kurs des Boots" müsse aber nichts geändert werden, so der Chef der Jungen Liberalen. <br /><br /></p><p><strong>"Jämmerlich, wirklich jämmerlich"</strong></p><p>Scharfe Kritik am Auftreten der Liberalen übte auch Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP in Schleswig-Holstein: "Jämmerlich, wirklich jämmerlich" nannte Kubicki das Erscheinungsbild der FDP auf Bundesebene. Falls die Partei nicht zur Sachpolitik zurückkehre, würden die Menschen sich fragen, wofür man die Liberalen noch bräuchte. <br /><br />Der Politikwissenschaftler Wichard Woyke kritisierte unterdessen die unerfahrene FDP-Spitze. Die Liberalen könnten ihr Personaltableau "etwas ausgewogener vom Alter her" verteilen, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="70958" text="sagte Woyke im Deutschlandfunk" alternative_text="sagte Woyke im Deutschlandfunk" />. In der Führungsriege zeige sich politisch mangelnde Erfahrung, die "in die Krise geführt" habe. <br /><br />Ein Wechsel im Amt des FDP-Generalsekretärs müsse nicht unbedingt eine Wendung zum Besseren bringen, meint Sven-Oliver Clausen, stellvertretender Chefredakteur der "Financial Times Deutschland". Der designierte Generalsekretär Patrick Döring agiere grober, populistischer und holzschnittartiger als sein Vorgänger Christian Lindner, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/12/15/drk_20111215_0810_e65582e1.mp3" title="Beitrag in Informationen am Mittag, Deutschlandfunk(MP3-Audio)">so Clausen im Mediengespräch von Deutschlandradio Kultur.</a><br /><br />Im Grunde genommen sei der Falsche gegangen: Der Parteivorsitzende Philipp Rösler hätte als erster seinen Hut nehmen müssen <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="96673" text="nicht Lindner, meint Martin Steinhage in seinem Kommentar im Deutschlandfunk." alternative_text="nicht Lindner, meint Martin Steinhage in seinem Kommentar im Deutschlandfunk." /><LI_1628853></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kunst & Pop

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Quasseltag

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Attentat von London"Es sieht schon verdammt nach Islamischem Staat aus"

Peter Neumann, Direktor des "International Centre for the Study of Radicalisation" am Londoner King‘s College. (imago / IPON)

Wenn Ermittler in Großbritannien von internationalem Terrorismus sprechen, sei das ein Codewort für Al-Kaida oder den Islamistischen Staat, sagt Peter Neumann, Sicherheitsexperte am Londoner King's College, im DLF. Die Briten seien zwar die Besten bei der Anti-Terror-Abwehr in Europa, aber Anschläge mit Messern und Autos könne man nicht verhindern.

Merkel-Kritikern sammeln sich "Freiheitlich Konservativer Aufbruch" innerhalb der CDU

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen. (AFP / Tobias Schwarz)

Konservative Merkel-Kritiker gründen am Wochenende innerhalb der Union die Plattform "Freiheitlich Konservativer Aufbruch". Der CDU-Politiker Christian Wagner will damit im Parteiprogramm zur Bundestagswahl den Wertkonservatismus wieder stärker verankern.

Wie umgehen mit Erdogan & Co.?Klarheit ist manchmal besser als Diplomatie

Bundeskanzlerin Angela Merkel traf am 04.09.2016 den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem bilateralen Gespräch kurz vor dem offiziellen Beginn des G20-Treffens. (dpa / picture alliance)

Die AKP will nun doch keine Spitzenpolitiker mehr zu Wahlkampfauftritten nach Deutschland schicken. Ein Verdienst der konsequenten Haltung der Bundesregierung? Der Grüne Memet Kilic sieht eher eine völlig wirkungslose Diplomatie gegenüber Autokraten am Werk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Anschlag in London  Täter war Brite und den Sicherheitsbehörden bekannt | mehr

Kulturnachrichten

Alfred-Kerr-Preis für Andreas Breitenstein  | mehr

 

| mehr