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Chaotische Zustände auf Haiti

Tausende Tote nach schwerem Erdbeben auf Haiti befürchtet

Suche nach einem Verschütteten in Haiti nach dem Erdbeben (AP)
Suche nach einem Verschütteten in Haiti nach dem Erdbeben (AP)

In Haiti läuft die internationale Hilfe nach der Erdbebenkatastrophe an. Zahlreiche Länder haben Bergungsteams und Hilfslieferungen entsandt. Frachtflugzeuge bringen Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente und andere Güter in die Hauptstadt Port-au-Prince.

Die USA beorderten einen Flugzeugträger nach Haiti. An Bord sind unter anderem Hubschrauber für Transportaufgaben. Außenministerin Hillary Clinton brach eine Auslandsreise ab, um den Hilfseinsatz von Washington aus zu koordinieren. Frankreich schickte Flugzeuge mit Gendarmen, Feuerwehrleuten, Medizinern und Spezialisten für Bergungsarbeiten. Die Vereinten Nationen haben nach eigenen Angaben etwa 30 internationale Hilfsteams mobilisiert. In Haiti sind bereits mehrere hundert kubanische Ärzte im Einsatz. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen richtete Zeltkliniken ein.

Spendenkontenübersicht

Noch keine verlässlichen Opferzahlen

Die internationalen Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti läuft an (AP)Die internationalen Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti läuft an (AP)Über die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden sind noch keine Einzelheiten bekannt. Präsident René Preval sprach von möglicherweise mehreren zehntausend Toten. Das Rote Kreuz schätzt die Zahl der Betroffenen auf drei Millionen. In Port-au-Prince sind nach Augenzeugenberichten 40 Prozent der Gebäude zerstört, darunter Krankenhäuser und Schulen. Die Energie- und Wasserversorgung ist weitgehend zusammengebrochen.

Haiti, ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt, war von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden.

Deutsche Hilfe für Haiti

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ließ in seinem Ministerium umgehend einen Krisenstab einrichten. Die Bundesregierung hat zudem 1,5 Millionen Euro für die Versorgung der Opfer zur Verfügung gestellt. Außerdem prüfe man, ob Deutsche von dem Beben betroffen seien, sagte ein Außenministeriumssprecher in Berlin. Außenminister Westerwelle telefonierte mit dem deutschen Botschafter in Haiti und liess sich die Lage schildern.

Videobilder: Haiti nach dem Beben

Haiti - seit Jahren ein geschundenes Land unter UN-Aufsicht

Haiti war bis 1934 von den USA besetzt. Danach herrschte der Diktator-Clan der Duvaliers, der das Land politisch und wirtschaftlich ruinierte. 1986 putschte das Militär Jean-Claude Duvalier aus dem Amt. 1990 wurde der Priester und Hoffnungsträger Jean-Bertrand Aristide bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen des Landes zum Staatspräsidenten gewählt. Ein Jahr später verlor er durch einen Militärputsch sein Amt. Mithilfe der USA konnte Aristide 1994 als Präsident in sein Land zurückkehren. 1996 musste er sein Amt an René Préval übergeben, da eine zweite Amtszeit nicht möglich war. Die innenpolitische Lage blieb instabil. Auch der Einsatz einer UNO-Friedenstruppe, der United Nations Stabilization Mission in Haiti, MINUSTAH,(englischsprachig), änderte daran nichts.

Vieles habe darauf hingedeutet, dass Haiti langsam und in kleinen Schritten einen Weg in die bessere Zukunft genommen hätte, sagt Günther Maihold von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Die Sicherheitslage im Lande habe sich verbessert und Infrastrukturprojekte das Leben etwas einfacher gemacht.

Link auf dradio.de:
Die geologischen Hintergründe des Karibikbebens (Forschung Aktuell)

Programmhinweis:
In der Sendung Europa heute beleuchtet Burkhard Birke Haitis Exilgemeinde in Paris: Trauer und Hilfe für die Erdbebenopfer

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

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