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China fordert von Koreanern Besonnenheit ein

Nordkorea kündigt den Nichtangriffspakt mit Südkorea auf

Nordkoreas Führer Kim Jong Un (dpa / picture alliance / Maxppp)
Nordkoreas Führer Kim Jong Un (dpa / picture alliance / Maxppp)

Das Säbelrasseln geht weiter: Nordkorea kappt Verkehrs- und Kommunikationswege und erklärt sämtliche Nichtangriffsabkommen mit dem Süden für hinfällig. Südkorea warnt vor einem Atomangriff. Jetzt ruft China beide Seiten zur Besonnenheit auf.

Peking sei angesichts der Entwicklung sehr besorgt, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Alle Handlungen, die zu weiteren Spannungen führen könnten, müssten vermieden werden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die jüngsten Drohungen Nordkoreas. In Berlin sagte er, die internationale Gemeinschaft werde eine Politik der nuklearen Erpressung nicht hinnehmen. Mit Kriegsrhetorik treibe die Führung in Pjöngjang ihr Land nur tiefer in die Isolation. Westerwelle appellierte an die chinesische Regierung, ihren Einfluss zu nutzen.

Verkehrsverbindungen gekappt, Nichtangriffsverträge gekündigt

Nordkorea hatte heute alle Nichtangriffsübereinkommen mit Südkorea aufgekündigt. Auch die direkte Verbindung im Grenzort Panmunjom und das Rote Telefon wurden laut "Komitee zur friedlichen Wiedervereinigung Koreas" gekappt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA.

Ein Sprecher des Außenministeriums in Südkoreas Hauptstadt Seoul sagte daraufhin, das Regime von Machthaber Kim Jong Un werde zugrunde gehen, wenn es Südkorea mit Atombomben angreife.

Mit der Aufkündigung der Nichtangriffsvereinbarungen reagierte Pjöngjang auf eine UNO-Resolution. UNO-Sicherheitsrat hatte gestern einstimmig Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen - als Reaktion auf den inzwischen dritten Atomtest in dem kommunistischen Land. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen nordkoreanische Diplomaten und den Zahlungsverkehr in dem abgeschotteten Land. Luxusgüter wie Autos, Juwelen und Yachten dürfen nicht mehr nach Nordkorea exportiert werden, nordkoreanische Firmen und Regierungsvertreter, die an dem Rüstungsprogramm beteiligt sein sollen, werden mit Reisebeschränkungen und dem Einfrieren ihrer Auslandsguthaben belegt.

"Gefahrenlinie weit überschritten"

Das staatliche nordkoreanische Wiedervereinigungskomitee verurteilte die Resolution als Beweis dafür, dass Washington und seine "Marionetten" in Seoul "wild entschlossen" zur Konfrontation seien. Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea hätten die "Gefahrenlinie" derart weit überschritten, dass sie nicht mehr zu kitten seien. Auf der koreanischen Halbinsel sei die Lage "extrem gefährlich", ein Atomkrieg könne jetzt ausbrechen.

Bereits zuvor hatte die Führung in Pjöngjang mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA und jegliche anderen "Aggressoren" gedroht. Zudem hatte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums einen weiteren Korea-Krieg angesichts einer derzeit laufenden gemeinsamen Militärübung der Streitkräfte Südkoreas und der USA für "unvermeidlich" erklärt.

Im Februar hatte Nordkorea einen Atomtest durchgeführt, der weltweit auf heftige Kritik stieß.

In Berlin sagte Westerwelle, die internationale Gemeinschaft werde eine Politik der nuklearen Erpressung nicht hinnehmen. Mit Kriegsrhetorik und Säbelrasseln treibe die Führung in Pjöngjang ihr Land nur tiefer in die Isolation. Westerwelle appellierte an die chinesische Regierung, ihren Einfluss zu nutzen. Das chinesische Außenministerium rief alle Seiten zu Besonnenheit auf.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

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