Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

China verteidigt Vorgehen in Tibet

Pöttering fordert Ende der Gewalt

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz zum Thema Tibet. (AP)
Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz zum Thema Tibet. (AP)

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao hat den Dalai Lama für die Unruhen in Tibet verantwortlich gemacht. Es gebe Beweise dafür, dass die Proteste von dessen "Clique angezettelt und organisiert" worden seien, sagte Wen in Peking.

Die chinesische Regierung sei jedoch zu einem Dialog mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter bereit, wenn dieser die Forderung nach Unabhängigkeit aufgebe. Zugleich warf er den Aktivisten für die Unabhängigkeit von Tibet vor, die Olympischen Spiele in Peking stören zu wollen.

Die Unruhen hätten schwere Verluste an Menschenleben und Eigentum verursacht. Die chinesischen Behörden seien bei der Niederschlagung der Proteste mit äußerster Zurückhaltung vorgegangen, verteidigte der Ministerpräsident das Vorgehen in Tibet gegen die internationale Kritik. Inzwischen habe sich die Lage in der tibetischen Hauptstadt Lhasa wieder normalisiert.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte unterdessen in New York, er sei zunehmend besorgt über die Gewalt in Tibet. Dies habe er auch bei einem Treffen mit dem chinesischen Botschafter zum Ausdruck gebracht.

Der Präsident des Europa-Parlaments, der deutsche Christdemokrat Hans-Gert Pöttering, verurteilte das Vorgehen Chinas in Tibet. Die Einschränkung der Meinungsfreiheit und die Repressionen müssten ein Ende haben, sagte Pöttering im Deutschlandfunk. Die Regierung in Peking solle dem tibetischen Volk dessen eigene Religion und Kultur zugestehen. Zur Diskussion über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele in Peking meinte Pöttering, man müsse sich alle Optionen offenhalten. Das Europa-Parlament erwarte von der chinesischen Führung ein deutliches Signal, dass sie die Menschenrechte ernst nehme. (Text / MP3-Audio)

Graf Lambsdorff gegen Olympia-Boykott

Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff sprach sich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele aus. Zur Begründung sagte er im Deutschlandfunk, der Dalai Lama lehne ein solches Vorgehen ebenfalls ab. Gleichzeitig forderte der FDP-Politiker das Olympische Komitee, die Regierungschefs und Wirtschaftsführer der Welt auf, sich stärker für Menschenrechte einzusetzen. (Text / MP3-Audio)

Der Asienreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius, kritisierte die Haltung der Bundesregierung in der Tibet-Frage. Die Politik hätte in der Vergangenheit mehr Druck auf die chinesischen Machthaber ausüben müssen, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu erreichen, sagte Delius im Deutschlandradio Kultur. (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:30 Uhr Zwischentöne

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Israel Der Konflikt am Tempelberg eskaliert

Israelische Sicherheitskräfte führen einen Palästinenser ab. Am Tempelberg in Jerusalem kam es zu Ausschreitungen wegen der Zugangskontrollen zum Tempelberg. (imago / ZUMA Press)

Der Streit um Metalldetektoren am Tempelberg in Jerusalem eskaliert weiter. Die internationale Gemeinschaft ruft Israel und die Palästinenser zur Mäßigung auf. Aber ein Einlenken zeichnet sich bisher nicht ab.

Nachwuchsprobleme bei der PolizeiWas bleibt vom Freund und Helfer?

Auszubildende bei der Polizei NRW (imago/Jochen Tack)

Es gab Zeiten, da war Polizist eine Art Traumjob - auch wegen der damit verbundenen Unkündbarkeit. Und heute? Die Beamten werden angepöbelt, angegriffen und oft von der Politik allein gelassen. Was bewegt junge Leute, trotz allem zur Polizei zu gehen?

Sieben Jahre nach dem Loveparade-UnglückDie andauernde Katastrophe

Gedenkstätte zur Loveparade 2010 am Karl-Lehr-Tunnel in Duisburg. Der Karl-Lehr-Tunnel und die Rampe des Loveparade-Geländes sind die Orte der Katastrophe vom 24. Juli 2010.  (picture alliance / Revierfoto/Revierfoto/dpa)

Sieben Jahre nach dem Loveparade-Unglück in Duisburg sind die Hintergründe der Katastrophe weiterhin unklar. 21 Menschen starben damals, viele Betroffene sind noch immer traumatisiert. Im Dezember soll es zum Prozess kommen. Unterdessen leiden die Betroffenen weiter.

"Dimension Data"Erstes afrikanisches Team bei der Tour de France

Der Eritreer Daniel Teklehaimanot (M.), Fahrer des "Dimension Data"-Teams, führt das Feld während der 4. Etappe der 103. Tour de France am 05.07.2016 zwischen Saumur und Limoges an. (picture alliance / dpa / EPA / Yoan Valat)

Mit "Dimension Data" fährt seit 2015 ein afrikanisches Team bei der Tour de France mit. Team-Direktor Rolf Aldag schwärmt von seinen 28 Fahrern, die etwa aus Eritrea oder Algerien kommen. In ihrer Heimat werden sie teilweise leidenschaftlich gefeiert.

Trend zu autoritären Herrschern"Die Demokratie vermag sich selbst auszuschalten"

Volker Weiß (Verlag Klett Cotta/Fotografin Annette Hausschild)

Der Historiker Volker Weiß sieht einen Trend zu autoritären Präsidialregimen und Führungsfiguren. Die Gefahr liege darin, dass diese sich auf demokratischem Wege etablierten, sagte Weiß im Dlf. Politiker wie Trump, Erdogan, Putin oder auch Macron inszenierten sich als Alleskönner mit heroischem Gestus.

Monotheistische Religionen in einer Fakultät?"Das Kopftuch war niemals ein Thema"

Die Islamwissenschaftlerin Armina Omerika.  (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

Die Professorin Armina Omerika lehrt die Ideengeschichte des Islam. Auf einer Tagung der Katholischen Akademie reflektierte sie darüber, ob eine Fakultät möglich ist, an der unter einem Dach über die monotheistischen Religionen geforscht wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flüchtlingskrise  Scheuer (CSU) kritisiert Schulz | mehr

Kulturnachrichten

Gothaer Tafelaltar wird gezeigt  | mehr

 

| mehr