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CSU gibt sich geschlossen und optimistisch

Am zweiten Tag in Wildbad Kreuth ging es um Europa und die anstehenden Wahlkämpfe

CSU-Chef Horst Seehofer in Wildbad Kreuth (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
CSU-Chef Horst Seehofer in Wildbad Kreuth (picture alliance / dpa / Tobias Hase)

Nach den Diskussionen um die verbalen Attacken von CSU-Chef Seehofer gegen Landes- und Bundesminister seiner Partei sollte es in Wildbad Kreuth endlich um Themen gehen: Europa und die anstehenden Wahlkämpfe - und plötzlich ging es auch um Umfragewerte.

Nach dem zweiten Tag der traditionellen CSU-Tagung in Wildbad Kreuth gibt sich die Partei geeint und optimistisch. Die öffentlichen Attacken von Parteichef Horst Seehofer gegen einzelne Landes- und Bundesminister der Partei scheinen vergessen. Im Dezember hatte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Parteichef auf einer Weihnachtsfeier abfällig über Bayerns Finanzminister Markus Söder, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gesprochen. In der Partei hatte er damit Irritationen ausgelöst. Das Thema habe bei den aktuellen Beratungen aber keine Rolle gespielt, heißt es.

Stattdessen sollte es um Themen gehen: Europa und die Schuldenkrise. Dazu war der irische Premierminister Enda Kenny eingeladen. Der warb um zusätzliche Hilfen von der EU bei der Bewältigung der Schuldenkrise. "Irland hat Fortschritte gemacht, aber unsere wirtschaftliche Lage bleibt fragil", sagte Kenny nach seinem Auftritt. Irland hat zu Beginn des Jahres für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.

Der irische Regierungschef Enda Kenny sprach bei der CSU-Landesgruppe (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)Der irische Regierungschef Enda Kenny sprach bei der CSU-Landesgruppe (picture alliance / dpa / Frank Leonhardt)

Irischer Premier fordert mehr Geld für sein Land

Die CSU reagierte zurückhaltend auf die Forderungen. Es gebe Gespräche zu dem Thema, sagte Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, das Ergebnis müsse abgewartet werden. Der Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn - ein Kritiker der Euro-Rettungsmaßnahmen - verwies auf die Sorge, dass eine Lockerung der Bedingungen für ein Schuldenland sofort entsprechende Forderungen der anderen Problemländer nach sich ziehen würde.

Außerdem ging es um den Bundestagswahlkampf im Herbst dieses Jahres. Den will die CSU kurz, hart und emotional führen. Einen "Schlafwagen-Wahlkampf" wie 2009 werde es nicht geben, sagte Parteichef Seehofer.

Umfragewerte sorgen für Verwirrung

2009 beruhte die Strategie der Union darauf, den SPD-Wählern die Angst vor einer schwarz-gelben Regierung zu nehmen und Themen zu forcieren, die auch SPD-Wähler überzeugen könnten. Die CSU hatte damals schon Zweifel am "Schlafwagen-Wahlkampf" und fühlte sich anschließend durch das unerwartet schlechte Abschneiden der Union bestätigt - CDU/CSU hatten damals nur 33,8 Prozent erreicht.

Für Verwirrung sorgte zwischendurch der Vortrag von Renate Köcher. Die Chefin des Allensbach-Instituts für Demoskopie sah die CSU in der bayerischen Wählergunst nur noch bei 41 Prozent. Das sind sieben bis acht Prozentpunkte weniger als in den Umfragen der vergangenen Wochen und eine schlechte Voraussetzung für die ebenfalls im Herbst anstehende Landtagswahl in Bayern. Teilnehmer der Sitzung monierten, dass die Grundlage dafür eine Berechnung für die Bundestagswahl gewesen sei, aus der die Zahlen für die CSU dann herausgenommen wurden. Allerdings fehlten dann auf alle Parteien gerechnet elf Prozent; wo die waren, konnte Köcher offenbar nicht erklären. Das Institut Allensbach blieb aber bei seiner Darstellung.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

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