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Cyber-Sicherheit: USA und China vor Gesprächen

"Wir brauchen einige Normen und Regeln"

Ein Hacker beim digitalem Diebeszug (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Ein Hacker beim digitalem Diebeszug (Symbolbild) (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Im Cyberkonflikt zwischen China und den USA deutet sich zum ersten Mal Entspannung an: Beide Länder wollen ab Juli gemeinsam über Cybersicherheit reden. Washington hatte zuletzt Vorwürfe erneuert, die Spur von Cyberangriffen der letzten Monate führe zu chinesischen Regierungshackern.

Wie die "New York Times" am Sonntag berichtete, wollen die USA und China ab Juli regelmäßig auf hoher Ebene Gespräche über Cyber-Sicherheit und Industriespionage führen. Das Blatt zitiert einen ranghohen US-Vertreter mit den Worten: "Wir brauchen einige Normen und Regeln". Zuletzt gab es unverblümte Vorwürfe aus dem Pentagon, chinesische Regierungshacker stünden hinter gezielten Spionage-Attacken auf die USA.

Es handelt sich um den ersten diplomatischen Versuch, die Verstimmungen zwischen beiden Ländern abzubauen. Nach US-Angaben steckt China hinter einer Reihe von Hackerangriffen auf amerikanische Unternehmen und Regierungseinrichtungen, bei denen Betriebs- und Regierungsgeheimnisse entwendet worden sein sollen. Peking dementiert und meldet stattdessen, ebenfalls mit Spionage-Angriffen in den eigenen Computernetzwerken zu kämpfen.

Vorwürfe überschatten Treffen zwischen Obama und Jinping

US-Senator Chuck Hagel (picture alliance / dpa / Consolidated Ron Sachs)US-Verteidigungsminister Chuck Hagel (picture alliance / dpa / Consolidated Ron Sachs) US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte China noch am Samstag wiederholter Cyber-Angriffe und Sabotage beschuldigt und vor neuen Attacken gewarnt. Mit der digitalen Spionage will sich China laut Hagel detaillierte Kenntnisse der US-Militär- und Außenpolitik verschaffen. Beim Shangri-La-Dialog in Singapur warnte Hagel, die Cyber-Attacken seien inzwischen ein ernstes militärisches Anliegen, es bestehe dringender Klärungsbedarf.

Die Äußerungen überschatten das Treffen der Staatsoberhäupter beider Länder: Kommenden Freitag wird US-Präsident Barack Obama erstmalig mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping in Los Angeles (Kalifornien) zusammenkommen. Nach Darstellung der New York Times werden die Hackerangriffe ein zentrales Thema auf dem Gipfel sein. Ferner wollen beide Großmächte das Atomwaffenprogramm Nordkoreas besprechen, das inzwischen auch von China kritisch beäugt wird.

Unlängst zeichnete sich ab, dass die US-Administration selbst offenbar wenig zögerlich gegen undichte Stellen in den eigenen Reihen vorgeht: Die Nachrichtenagentur AP beschuldigte noch im Mai das Justizministerium, sich heimlich sämtliche Telefondaten beschafft zu haben. Anfang des Jahres waren Pentagon-Pläne bekannt geworden, die Abteilung für Internetsicherheit um ein Vielfaches auszubauen. US-Zeitungen berichten, die Zahl der Spezialisten für digitale Kriegsführung solle um 4.000 Mitarbeiter auf 5.000 steigen.


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Weitere Informationen:


Webauftritt der "Internet Defense League" (IDL) - Allianz aus Bürgerrechtsorganisationen und Internetunternehmen zur Wahrung der Freiheit im Netz

Bericht des Online-Magazins CNet zur Verschärfung der Netzüberwachung in den USA

Oberstes US-Gericht lässt NSA-Abhörbefugnisse unangetastet - Bericht auf heise.de

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:12 Uhr

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