Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

dapd ist pleite

Gesellschafter lehnen weitere Finanzierung der Nachrichtenagentur ab

DAPD-Chefredakteur Cord Dreyer (picture alliance / dpa /Stephanie Pilick)
DAPD-Chefredakteur Cord Dreyer (picture alliance / dpa /Stephanie Pilick)

Die dapd war erst vor zwei Jahren gegründet worden. Sie hatte sich zur ernsten Konkurrenz für die dpa entwickelt und dieser kürzlich noch einen lukrativen Auftrag der Bundesregierung abgeworben. Nun prüft ein Insolvenzverwalter, ob das Unternehmen weitergeführt werden kann.

Die dapd habe ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, teilte die in Berlin ansässige Agentur mit. Der Düsseldorfer Anwalt Wolf von der Fecht soll dapd sanieren. Er sei auf Vorschlag der Gesellschafter zum Geschäftsführer bestellt worden und solle die Perspektiven bis Ende November prüfen. Betroffen von der Pleite seien vorerst die dapd Nachrichtenagentur und dapd Nachrichten, sechs Schwestergesellschaften würden am Donnerstag folgen, hieß es. 299 Mitarbeiter stehen laut diesen Angaben vor einer ungewissen Zukunft.

Das Tagesgeschäft werde fortgeführt. Miteigentümer Martin Vorderwülbecke werde an der Spitze der Muttergesellschaft dapd media holding bleiben, Cord Dreyer scheidet als Geschäftsführer aus, soll aber Chefredakteur bleiben. Die Insolvenz kommt überraschend. In den vergangenen Jahren hatte die dapd ihr Angebot stark ausgeweitet und neue Mitarbeiter eingestellt. Erst im Mai hatte sie sogar den deutschen Marktführer Deutsche Presse-Agentur (dpa) ausgestochen im Wettbewerb um einen lukrativen Auftrag des Auswärtigen Amts – mit deutlich günstigeren Preisen.

Hart umkämpfter Markt

Die dapd war 2010 gegründet worden. Die beiden Investoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, Eigentümer des Deutschen Depeschendienstes (ddp), hatten den deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aufgekauft und beide Gesellschaften zur dapd fusioniert.

"Das neue Insolvenzrecht bietet Chancen, die wir gemeinsam
nutzen werden, um für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter zukunftsfähige Lösungen zu finden", sagte Vorderwülbecke laut der Pressemitteilung von dapd.

Deutschland gilt als einer der weltweit am härtesten umkämpften Märkte für Nachrichtenagenturen. Neben der dpa und dapd konkurrieren hierzulande noch die britische Agentur Reuters, die deutsche Tochter der französischen Nachrichtenagentur AFP, die zur AFP-Gruppe gehörende Sportagentur sid, die kirchlichen Agenturen epd und KNA sowie Spezialdienste für Wirtschaftsnachrichten um Kunden aus dem Medienbereich.

Mehr:
"Wir sehen das nicht als Bedrohung" - Die Deutsche Presseagentur im globalen Informationswettbewerb

Nachrichten 3.0 - Die neuen Konzepte der Presseagenturen

Homepage von dapd

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Hassmails und MorddrohungenLokalpolitiker im Fadenkreuz

Facebook-Symbole und darüber steht Hass gesprüht. (Imago / Ralph Peters)

Übergriffe auf Kommunalpolitiker nehmen zu. Meist haben die Attacken einen rechtsradikalen Hintergrund, stehen in Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik. Die alarmierende Zahl des Bundesinnenministeriums: Mehr als 800 Übergriffe auf Mandatsträger gab es allein seit Beginn dieses Jahres.

Heiner Geißler über CDU/CSU-Vorstoß"Dieser Aufruf liegt völlig daneben"

Der langjährige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler (picture-alliance / dpa / Peter Steffen)

Die CSU und Sachsens CDU haben einen "Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur" verfasst. Damit wollen sie reagieren auf "gesellschaftlicher Unruhe". Ex-CDU-Generalsekretär Heiner Geißler kritisiert Aussagen dieses Papiers: Es fordere, Gesinnungen statt Werte hochzuhalten.

Regierungsbericht zum Stand der Einheit"Mehrheit der Ostdeutschen ist nicht fremdenfeindlich"

Rund eine Million Menschen feierten in der Nacht zum 3.10.1990 in Berlin - wie hier vor dem Reichstagsgebäude - die wiedergewonnene deutsche Einheit. (Wolfgang Kumm, dpa picture-alliance)

Im Regierungsbericht zum Stand der deutschen Einheit ist von einer Zunahme der rechtsextremen Überfälle die Rede. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, betonte, dass die Mehrheit der Ostdeutschen nicht ausländerfeindlich sei. Doch das sei leider "eine zum Teil schweigende Mehrheit."

Deutsche BankAmerika will sich offenbar "der letzten deutschen Bank entledigen"

Der Ökonom Max Otte (dpa / picture-alliance / Erwin Elsner)

Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist erstmals in der Unternehmensgeschichte unter zehn Euro gerutscht. Der Finanzwissenschaftler Max Otte sagte im Deutschlandfunk, die Probleme der Bank seien zum Teil ein Ergebnis von internationalem Druck, vor allem aus den USA. Die Vereinigten Staaten übten "Erpressungsmacht" aus.

ESA-SONDE ROSETTAEin Weltraumabenteuer in drei Akten

Zwölf Jahre war Raumsonde Rosetta für uns im All. Endlich erreicht sie nach sieben Milliarden Kilometern den Kometen Tschuri - und wird ihre Arbeit für immer beenden. Aber bis zum letzten Moment, soll sie uns mit Bildern und Informationen versorgen.

Bestsellerautor Bernhard Schlink"Ich schreibe sogar gerne Einkaufszettel"

Bernhard Schlink am 16. Juni 2016 bei einer Lesung in Barcelona (dpa / picture alliance / Marta Perez)

Mit "Der Vorleser" wurde Bernhard Schlink vor über 20 Jahren auf einen Schlag berühmt. Der Bestsellerautor spricht mit uns über seine Liebe zum Schreiben und seine Zeit als Student während der 68er-Bewegung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Abgasskandal  Volkswagen entschädigt US-Autohändler | mehr

Kulturnachrichten

Literaturnobelpreis-Bekanntgabe erst am 13. Oktober  | mehr

Wissensnachrichten

Raumsonde  Rosettas letztes Bild | mehr