Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Das Clubschild war schon abmontiert

Razzia im Vereinsheim der Hells Angels in Berlin

Von Günter Hellmich

Logo der Rockergruppe Hells Angels (AP)
Logo der Rockergruppe Hells Angels (AP)

Gestern Abend um halb elf im Nordberliner Bezirk Reinickendorf. Die Polizei rückt an, um den Hells Angels Chapter Berlin City in ihrem Vereinsheim die Verbotsverfügung zu überreichen. Mit der gleichen Aktion soll ein Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten vollstreckt werden: Die Beschlagnahme des Vereinsvermögens.

Berlins Innensenator Frank Henkel folgt dem Beispiel seiner Kollegen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, die schon im Frühjahr den Versuch unternommen hatten, mit Vereinsverboten der überbordenden Rockerkriminalität zu begegnen. Aber der Einsatz in den Nachtstunden zeigt auch die begrenzten Möglichkeiten der Staatsgewalt.

Offensichtlich kontrollieren gewalttätige Motorradgangs nicht nur Prostitution und Drogenhandel, sondern verfügen nach Mafiaart auch über beste Verbindungen zur Polizei. Die lang geplante Razzia trifft die Hells Angels nicht unvorbereitet. Prophylaktisch hatte man den Verein schon vorher aufgelöst, das Clubschild abmontiert. Dennoch, neben weiteren Ex-Mitgliedern ist dann auch der Ex-Präsident persönlich anwesend, um aus den Händen der Beamten die Verbotsverfügung entgegenzunehmen.

Und die beginnen dann auch gleich, das Inventar des Clubheims zu sichten und abzutransportieren. Gleichzeitig startet eine Großrazzia an anderen Stellen der Stadt, um die Besitztümer der Angels einzuziehen, auch um die Motorräder geht's dabei. Allein im Clubheim werden fünf Maschinen konfisziert, erklärt ein Polizeisprecher dem Deutschlandradio. Wobei allerdings erst später noch geklärt werden muss, was Privat- und was Vereinseigentum ist. Gesucht werden von der Berliner Polizei derzeit allerdings nicht nur Harley Davidsons und Lederwesten mit Hells-Angels-Signet, sondern vor allem der "Maulwurf" in den eigenen Reihen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:05 Uhr Musik im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Tag der vermissten KinderMaddie McCann − seit acht Jahren gesucht

Kate and Gerry McCann (dpa / picture alliance / Kote Rodrigo)

Die kleine Maddie McCann verschwand 2007 spurlos. Ihre Eltern aßen nur hundert Meter entfernt zu Abend, doch als sie zurückkehrten, war das Mädchen verschwunden. Die Suche hat bereits zig Millionen Euro verschlungen.

Wie kommt das Neue in die Welt? (2/2)Zufälle und Katastrophen

Eine Person tippt mit dem Finger auf ein Tablet. (imago / Jochen Tack)

Am Beginn der Moderne steht nicht nur der Versuch, immer wieder Neues zu schaffen, sondern auch der Impuls, dem Entstehen des Neuen auf die Spur zu kommen und auf die Sprünge zu helfen. Im 21. Jahrhundert der Hochgeschwindigkeitsmoderne hat diese Fragestellung noch an Brisanz zugenommen.

Nahtod-ErfahrungenDas Licht am Ende des Tunnels

Menschen, die kurz vor dem Tod standen oder für kurze Zeit bereits klinisch tot waren, berichten von ähnlichen Erfahrungen: Sie befinden sich außerhalb ihres eigenes Körpers, blicken oft von oben darauf. In vielen Berichtengeht es um ein Licht am Ende eines Tunnels, dem diese Menschen gefolgt seien.

FrühgeboreneSchwieriger Start ins Leben

Das frühgeborene Baby Stella in einem Brutkasten in der Berliner Charité. (Deutschlandradio / Thomas Gith)

Kira wog 623 Gramm, als sie zur Welt kam, ihre Schwester Stella 1075 Gramm. Werden sie Schäden davontragen? Das fragen sich die Eltern der Zwillinge. Mehrere Monate an ihrer Seite gewähren Einblicke in den Alltag auf einer Station für Frühgeborene.

Rainer Maria Rilke"Gott durchweht dich von Anbeginn"

Der österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke, einer der einflußreichsten deutschsprachigen Literaten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in einer zeitgenössischen Aufnahme.  (picture-alliance / dpa)

Der Dichter Rainer Maria Rilke hat zeitlebens eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Christentum und Gott gesucht. Die Rolle Jesus als Mittler zwischen Gott und den Menschen bleibt ihm fremd. Für Rilke war es wichtig "Gott aus der Gerücht-Sphäre in das Gebiet unmittelbarer und täglicher Erlebbarkeit" zu versetzen.

Generationenvertrag IIWas ist Gereichtigkeit?

Juristen reden nicht über Gerechtigkeit. Sie ist etwas Globales, etwas Ganzheitliches, das überall auf der Welt oder zumindest in einem Land herrschen sollte. Doch Juristen teilen die Welt in einzelne Rechtsgebiete oder -fälle auf. 

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

IS-Miliz:  Syrien und Irak rücken gegen Extremisten vor | mehr

Kulturnachrichten

Goldene Palme von Cannes für Jacques Audiard  | mehr

Wissensnachrichten

Wiederauferstehung  Italiener plant erste Kopf-Transplantation | mehr