Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Das große "Auspacken"

Französische Minister müssen Vermögen offenlegen

Flagge Frankreich (dpa / Andreas Gebert)
Flagge Frankreich (dpa / Andreas Gebert)

Bankkonten, Immobilien, Fuhrpark und Gemälde - Frankreichs Regierung wird heute in einem für das Land einmaligen Schritt die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Minister veröffentlichen. "Déballage", das "Auspacken", nennen das die französischen Medien.

Mit der Transparenzoffensive reagiert Präsident François Hollande auf einen Schwarzgeldskandal der sozialistischen Regierung. Haushaltsminister Jérôme Cahuzac war im März zurückgetreten, weil er 600.000 Euro auf einem Geheimkonto in der Schweiz versteckt hatte. Hollande kam damit ausgerechnet dasjenige Kabinettsmitglied abhanden, das für den Kampf gegen Steuerhinterziehung und Reichensteuer-Pläne zuständig war. Der Skandal erschütterte das Vertrauen in die französische Politik.

Die 37 Regierungsmitglieder müssen Details zu ihrem Finanzstatus auf einer offiziellen Internetseite bekanntgeben. Einzelne Minister haben das schon in den vergangenen Tagen getan. Einer Umfrage zufolge befürworten 63 Prozent der Bürger die Offenlegung. Geldangelegenheiten sind meist ein Tabuthema. In Frankreich sei es grundsätzlich "viel schwieriger, über Geld zu reden als etwa über die Sexualität", sagt die Soziologin Janine Mossuz-Lavau.

Hollande möchte über den Kreis der Minister hinausgehen und auch die Regeln für Abgeordnete und leitende Beamte verschärfen. Das Vorhaben ist in Frankreich wegen seiner weitreichenden Konsequenzen umstritten. Die Regierung hat auch einen Gesetzentwurf angekündigt, der unter anderem schärfere Sanktionen bei Steuerhinterziehung oder Korruption vorsieht.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Auslaufmodell Businessmode Warum man Kompetenz nicht anziehen kann

Eine Frau im Businesskostüm  (Picture Alliance / Patrick Pleul)

Businesslook als Zeichen von Seriosität und Fachkenntnis? Das war einmal. Chefs lösen ihre Krawatten und Bankangestellte sollen sie ganz ablegen - für mehr Kundennähe. Kompetenz vermittelt sich heute nicht durch einen schlecht sitzenden Anzug, sondern durch Wissen und Empathie.

ABBA-Ausstellung "Super Trouper"Strahlende Schweden im dunklen Britannien

Die Mitglieder der schwedischen Popgruppe "Abba" (von links nach rechts): Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1974 im südenglischen Brighton 

Die schwedische Band ABBA wird im Londoner Southbank Centre mit der Ausstellung "Super Trouper" geehrt. Die zeigt nicht nur Exponate der Band, sondern zeichnet auch ein düsteres Bild Englands in den 1970er-Jahren.

FilmwirtschaftDisneys Deal mit "21st Century Fox"

Das Logo des US-Unterhaltungsriesen Disney auf einem Bildschirm, im Hintergrund das Handelsparkett der New Yorker Börse (AP Photo/Richard Drew)

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney steht kurz davor, Teile des Medienunternehmens "21st Century Fox" von Rupert Murdoch zu kaufen. Dies sei eine Reaktion auf die digitale Konkurrenz wie Netflix oder Amazon, erklärt Caspar Busse von der "SZ".

Islamexperte Ahmad Mansour"Antisemiten sind selbstbewusster geworden"

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy (Imago / Jens Jeske)

Der Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein nationales Konzept für den Umgang mit Antisemitismus. Judenfeinde seien selbstbewusster geworden und hätten weniger Hemmungen sich zu äußern, sagte der Psychologe im Dlf. Den aktuellen Antisemitismus hält er für herkunftübergreifend.

Vor 30 Jahren Warum ein Verkehrsunfall zur Gründung der Hamas führte

Anhänger der Hamas demonstrieren am 14.12.2016 in Gaza-Stadt. (dpa / EPA / Mohammed Saber)

Ein tragischer Verkehrsunfall und Gerüchte waren der Auslöser für die Gründung der Hamas am 14. Dezember 1987. Seitdem kämpft die radikal-islamische Bewegung für das palästinensische Volk und "seine Freiheit, seine Rückkehr und seine Unabhängigkeit im Namen Gottes".

Anke Engelke über "Sowas wie Angst"Gefühle sind stärker als Statistiken

Die Schauspielerin und Autorin Anke Engelke schaut 01.12.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nach einem dpa-Gespräch im die Kamera. (zu dpa «Anke Engelke: «Habe mich als Kind schon supergern verkleidet»» vom 03.12.2017) Foto: Henning Kaiser/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

In einer WDR-Dokumentation macht sich die Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke auf die Suche nach der Angst in unserer Gesellschaft. Sie sagt, die Kriminalstatistik könnte einem eigentlich die Angst nehmen, aber bei Vielen seien die Gefühle eben stärker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Volkswagen  Belege für Unterstützung der Militärdiktatur in Brasilien | mehr

Kulturnachrichten

US-Behörde kippt Netzneutralität | mehr

 

| mehr