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Das Jubiläum vor dem Jubiläum

Heute wurden die 100. Bayreuther Festspiele eröffnet

Katharina Wagner (rechts) und Eva Wagner-Pasquier (links) eröffnen die Bayreuther Festspiele 2011. (picture alliance / dpa / Marc Müller)
Katharina Wagner (rechts) und Eva Wagner-Pasquier (links) eröffnen die Bayreuther Festspiele 2011. (picture alliance / dpa / Marc Müller)

Mit einer Neuinszenierung des "Tannhäuser" beginnt das traditionsreiche Richard-Wagner-Festival in Bayreuth. Für 2013, dem Jahr des 200. Geburtstags des Komponisten, ist Frank Castorf von der Berliner Volksbühne als Regisseur für den Ring des Nibelungen im Gespräch.

Frank Castorf, künstlerischer Leiter der Ruhrfestspiele (AP)Frank Castorf (AP)Festspielleiterin Katharina Wagner bestätigte heute Verhandlungen mit dem Berliner Regisseur Frank Castorf für 2013, der für seine ungewöhnlichen Interpretationen bekannt ist. Es gebe aber noch keine definitive Zusage des Theatermachers. 2006 hatte Castorf seine Version der "Meistersinger" nach Wagner an der Berliner Volksbühne inszeniert, kombiniert mit Ernst Tollers "Masse Mensch".

Mit Public Viewing und Podcasts wolle man im aktuellen Jahrgang 2011 auch junge Menschen für die Oper begeistern, sagte die Wagner-Urenkelin und Festspielleiterin Katharina Wagner im Deutschlandfunk. Da der Qualitätsanspruch bewahrt werden müsse, komme eine Verlängerung der einmonatigen Spielzeit nicht infrage. Die Festspiele enden am 28. August mit der Oper "Tristan und Isolde".

Bevor die Festspiele mit der Oper "Tannhäuser" eröffnen, gibt es am Nachmittag bereits eine Premiere der besonderen Art. "Der Ring des Nibelungen" als Kinderoper wird in einer Kurzfassung von anderthalb Stunden gezeigt. (Das Original dauert über 16 Stunden.) Die Kostümentwürfe für die Inszenierung stammen von Mädchen und Jungen aus Berlin. Vier Grundschulen haben sich dafür an einem Wettbewerb beteiligt.

In der Nachfolge von Wolfgang Wagner haben die Intendantinnen und Halbschwestern Eva und Katharina Wagner neuen Wind in das Festspielhaus gebracht. Die mediale Vermarktung der Festspiele sorgt allerdings nicht nur für Applaus.

"Tannhäuser" - Konflikt zwischen Venus und Wartburg

Der 42-jährige Regisseur Sebastian Baumgarten darf mit seiner Neuinszenierung des "Tannhäuser" die traditionsreichen Festspiele eröffnen. Vorab hieß es, er wolle das Werk vom reinen Künstlerdrama befreien und den tief greifenden Konflikt des Titelhelden zwischen der sinnlichen Welt der Venus und dem geordneten System der Wartburg darstellen. Der niederländische Bühnenbildner Joep van Lieshout präsentiert die Wartburg als Biogasanlage. Zuletzt war Baumgarten für seine Brecht-Inszenierung "Der gute Mensch von Sezuan" am Centraltheater Leipzig gelobt worden.

Zur Premiere haben sich neben Bundeskanzlerin Angela Merkel wie immer viele Prominente aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft angesagt. Auf dem Spielplan der diesjährigen Wagner-Festspiele stehen 30 Inszenierungen, darunter "Parsifal", "Lohengrin" sowie "Die Meistersinger von Nürnberg".

1876 erlebten die Festspiele unter Leitung von Richard Wagner ihre Geburtsstunde. Erst seit 1951 finden sie alljährlich statt. 2011 erleben sie ihr 100. Jubiläum.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

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