Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Das Konklave

Die Kardinäle entscheiden über den Nachfolger von Benedikt XVI.

Die Sixtinische Kapelle, der Sitzungsraum des Konklaves (AP)
Die Sixtinische Kapelle, der Sitzungsraum des Konklaves (AP)

Wer wird Nachfolger Benedikts XVI.? Wer wählt den neuen Papst - und wie? Und wer sind die aussichtsreichsten Kandidaten? Hier gibt es die Fakten und Kandidaten.

Zum Konklave wurden die Kardinäle vom Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano, einberufen. An der Wahl dürfen jedoch nur die derzeit 118 Purpurträger teilnehmen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Der Begriff Konklave stammt aus dem klassischen Latein und bedeutet "verschlossener Raum" - denn während des Wahlvorgangs sind die Kardinäle von der Außenwelt abgeschlossen. Wahlort und Stätte der Beratungen ist die Sixtinische Kapelle. Jeder Kontakt nach außen, die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen, ist den Papstwählern untersagt. Die Kardinäle wohnen im neuen Gästehaus Santa Marta auf dem Gelände des Vatikanstaates. Zugelassen sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die, wie zuvor die Kardinäle, absolute Geheimhaltung schwören müssen.

Schwarzer oder weißer Rauch?

Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Frühere Wahlmodi, etwa per Akklamation oder durch die Bestimmung von Wahlmännern, hat Johannes Paul II. (1978-2005) in seiner Papstwahlverordnung von 1996 abgeschafft. Die Wahl erfolgt per Stimmzettel, die anschließend bis zu zwei Mal täglich samt Unterlagen verbrannt werden. Traditionell wird dabei "schwarzer oder weißer Rauch" als Signal für die Öffentlichkeit erzeugt.

Bleibt die Wahl nach drei Tagen ohne Ergebnis - vorgesehen sind, außer am Eröffnungstag, je zwei Wahlgänge vormittags und nachmittags - wird eine eintägige Gebets- und Denkpause eingelegt. Es folgen drei weitere Abschnitte von jeweils sieben Urnengängen. Erst wenn auch diese erfolglos waren, können sich die Wähler auf einen Modus mit absoluter Mehrheit einigen. Vatikansprecher Federico Lombardi rechnet aber damit, dass der Nachfolger von Papst Benedikt XVI. bis Ostern feststeht. "Wir sollten Ostern einen neuen Papst haben", sagte Lombardi in Rom.

Neuer Papst spendet Segen "Urbi et Orbi"

Nach erfolgter Wahl fragt der Kardinaldekan den Gewählten, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt. Darüber fertigt der Päpstliche Zeremoniar eine Urkunde aus. Danach teilt der Kardinal-Protodiakon den auf dem Petersplatz wartenden Menschen mit den Worten "Habemus Papam" (Wir haben einen Papst) die Wahl sowie den Namen des neuen Papstes mit. Dieser spendet dann seinen ersten Segen "Urbi et Orbi".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:10 Uhr Die neue Platte

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Feiertagsmorgen

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

NSA-BND-AffäreDie Geister, die die SPD rief

Sigmar Gabriel und Angela Merkel vor einer Kabinettssitzung am 13. Mai 2015. (imago stock & people)

Bei einer Offenlegung der Selektorenliste schieße sich die Bundesregierung ins eigene Bein. Das wisse die SPD inzwischen, kommentiert Theo Geers. Deshalb gehe es den Sozialdemokraten nun darum, bei der Lösung der BND-NSA-Affäre das eigene Gesicht zu wahren.

Ehe für Lesben und SchwuleIrland widerlegt die Klischees über sich selbst

Die Befürworter einer gleichgeschlechtlichen Ehe, wie hier Monnine Griffith (l.) und Clodagh Robinson feiern das Abstimmungsergebnis. (picture alliance/dpa/Aidan Crawley)

Die alten Autoritäten in Irland sind blutleer und fadenscheinig geworden. Beim Referendum über die Ehe für Homosexuelle haben die Iren und Irinnen der bunten Lebenswirklichkeit großzügigen Respekt gezollt, meint Martin Alioth.

Zukunft des Geldes"Bargeld ist ein Krisenindikator"

Zahlreiche Euro-Banknoten und Euromünzen, aufgenommen am 03.01.2014 in Frankfurt am Main (Hessen). (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Der Finanzwissenschaftler Aloys Prinz glaubt nicht, dass das Bargeld in absehbarer Zeit ganz verschwinden wird. Vor allem kleine Transaktionen seien einfacher und billiger mit Bargeld abzuwickeln, sagte Aloys Prinz im DLF.

Seligsprechung von Oscar RomeroMitten in der Predigt erschossen

Verehrer des ermordeten Erzbischofs Romero tragen ein Porträt von ihm durch die Straßen. (Oscar Rivera, dpa picture-alliance)

Vor 35 Jahren wurde Oscar Romero, der Erzbischof von El Salvador, ermordet. Vielen galt er als Märtyrer im Kampf gegen die Militärjunta. Seine Seligsprechung wertet die Sozialwissenschaftlerin Anne Nibbenhagen als wichtigen Akt für die armen Bewohner des Landes.

Andrè Schuen und Daniel HeideLieder über Männer und ihr Altern

Clara Schumann, geborene Wieck, mit ihrem Mann, dem Komponisten Robert Schumann auf einer zeitgenössischen Darstellung am Klavier sitzend. (picture alliance / dpa / Ullstein)

Für ihr Debüt haben sich der Bariton Andrè Schuen und der Pianist Daniel Heide für Lieder von Schumann, Wolf und Martin entschieden. Die Aufnahmen zeigen unterschiedliche programmatische und interpretatorische Facetten - doch auch ein inhaltlich verbindendes Element: die Altersabschnitte im Leben eines Mannes.

Online-Kanal sportdeutschland.tvKanal der Außenseiter

Der Deutsche Olympische Sportbund gründete einen Online-Kanal  (dpa / picture alliance / Daniel Kalker)

Besonders spektakuläre Sport-Events erscheinen für das Massenmedium Fernsehen attraktiv genug zur Berichterstattung. Daher hat der Olympische Sportbund den Online-Kanal sportdeutschland.tv. gegründet. Aber ist das eine Lösung?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Rechtsterrorismus:  BKA-Chef Münch will Lehren aus NSU-Morden ziehen | mehr

Kulturnachrichten

Ben Stillers Mutter Anne Meara gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Wiederauferstehung  Italiener plant erste Kopf-Transplantation | mehr